Online MTT Teil 2: „Mittelteil“

Eigentlich wollte ich diesen Teil schon viel früher verfassen, jedoch wollte ich Euch ein Beispiel anhand einiger gespielter Hände mitliefern. Das Problem war oder ist, dass ich leider seit einigen Monaten keinen grösseren Erfolg bei den MTT’s aufweisen kann.Einerseits lief es wirklich teilweise beschissen, anderseits hatte ich danach auch teilweise zu wenig Geduld, daher spielte ich die letzten Wochen nur noch selten grössere Turniere.

Wichtig auch hier wieder zu erwähnen gilt, dass diese Beschreibungen ausschliesslich auf meinen Erfahrungen bei MTT’s beruhen.

Wie ich schon im ersten Teil beschrieben habe ist es wichtig, so wichtig, dass ich es hier nochmals erwähnen will: Es geht nicht darum, wie viele Pots ich gegen wen gewinne, es geht um einfache Rechenaufgaben. Ziel sollte es sein auch in einer mittleren Phase des Turniers mit möglichst wenig Risiko, möglichst viele Chips einzusammeln.

Darum hier die grundsätzliche Frage, die man sich immer wieder vor Augen führen sollte bevor man eine Aktion macht, wie viel Geld ist denn bereits schon im Pot mit den Small und Big Blinds und mit der Ante und wie viel muss ich von meinem Stack dafür riskieren.

Wichtig vielleicht auch zu wissen, dass mein Ziel eines MTT Spiel ist, dieses zu gewinnen oder mindestens an den letzten Tisch zu gelangen. ITM hat für mich eine sehr niedrige Priorität!

Dieses Ziel unterteile ich in „Unterziele“:

Ziel 1: an der Bubble zum Geld einen mindestens durchschnittlichen Stack aufzuweisen

Ziel 2: aggressives Bubble-Spiel

Ziel 3: aggressives Finaltable-Bubble-Spiel

Ziel 4: kontrolliertes aggressives Spiel am Final Table

Solange die Blinds im Verhältnis zu meinem Stack relativ gering sind, spiele ich weiter so wie in einer frühen Phase. Relativ tight, und vor allem auch auf die Position achtend.

Weiter versuche ich die Spieler an meinem Tisch zu beobachten. Bei manchen Online Anbietern sieht man relativ gut, wann der Tisch aufgelöst wird. Hab ich einen Tisch welcher sehr lange nicht aufgelöst wird, beobachte ich natürlich auch viel stärker. Weiss ich aber, dass mein Tisch gleich oder bald aufgelöst wird, rückt die Beobachtung eher in den Hintergrund.

Wie ich nun schon erwähnt habe, sind wir nun in einer Phase in welchem wir das erste Unterziel ansteuern werden. Oft ist es ja so, dass man wenig machen kann, sei es von den Blättern her oder man wählt einfach die falschen Moves zum falschen Zeitpunkt und der Stack ist stark am sinken, so bin ich oft auch einer, der die Entscheidungen herausfordert, sprich in die vermeintlichen 50/50 einsteigen wird.

Beispiel: ich halte AK oder ein mittleres Paar und gib mir eine Change von einem Coinflip, zudem ist mein Chipstand unter Schnitt. Lieber scheide ich hier, nach vielleicht 1.5-3 Stunden Spielzeit aus, als dauernd „herumgeschupst“ zu werden und zuletzt nur noch so viele Chips zu besitzen, dass mich ein grosser Stack mit durchschnittlichem Blatt callen kann.

In dieser Phase scheint mir auch ganz wichtig auf die Gegner zu achten. Gibt es sehr tighte Spieler am Tisch bei welchen Ihre Blinds mit einem geringen Raise, sprich 2 – 3x BB ohne Problem holen lässt? Oder gibt es Calling Stations welche genau diese Erhöhungen sowieso immer callen, damit ich diesen mit einem allfälligen Monsterblatt eine Falle stellen kann? Werden Limp’s akzeptiert? Wenn grundsätzlich geraist wird, kann ich mir auch dort eine Falle ausdenken.

Ganz wichtig auch: wie ist mein Image am Tisch?

Sollte man einen gewissen Stack aufgebaut haben, oder sogar Tableleader sein, kann man auch versuchen einen Gang höher zu schalten. Zum Beispiel zusätzlich alle „suited“ und alle „Connectoren“ zu raisen. Bei manchen tighten Tischen funktioniert dies unglaublich gut, vor allem dann wenn es langsam auf die Bubble zu geht. Sollte dies aber nicht funktionieren, bin ich der Meinung dies relativ rasch zu beenden. Wichtig auch hier, man muss sich selbst im Kopf immer wieder psychologisch aufbauen, man hat im genannten Beispiel nun einige Chips vielleicht sinnlos wieder verteilt. Wie kann ich mich nun aufbauen? Gibt’s da was Positives? Ja! Meine Gegner könnten hier den Eindruck bekommen haben, dass ich ein zu aggressiver Spieler bin. Somit kann ich dies wieder gegen sie verwenden.

Ein freier, positiver Kopf, immer nach vorne schauend ist ganz wichtig. Somit besteht eine grosse Change, dass ich dem Gegner einen Schritt voraus bin und diesen in eine Falle locken kann.

Mein Tip hier:

Probiert es aus, ändert ab und zu Euren Spielstil oder nehmt Euch ganz spezielle Sachen für ein MTT vor. Und spielt Turniere mit einem Buy-In bei welchem für Euch ITM in den Hintergrund rückt. Andersrum, denke ich, seid ihr zu blockiert. Wieso auch nicht zu Testzwecken ein kleineres Buy-In spielen? Erfahrung ist ein sehr wichtiger Faktor im Pokersport.

Sobald ich wieder einmal ein MTT erfolgreich bestreiten werde, poste ich sehr gerne die ganze Hand History und beschreibe Euch die wichtigsten Hände.

Im Teil 3 werde ich mich mit dem Bubble Spiel auseinandersetzen.

In Naher Zukunft werde ich online jedoch nicht mehr sehr oft am Start sein. Am nächsten Freitag geht’s dann ab in die Karibik nach St. Kitts zum nächsten Turnier.

Werde von den Caribbean Poker Classic und mein abschneiden berichten.

Aus der Schweiz Euer

Nyff

Kommentare

Veröffentlicht von Kali am 01:24 PM, November 30, 2007 | Antwort hinzufügen

Viel Erfolg idä Karibik......Druck dä Dumä....dämol klappts.....

Veröffentlicht von Teil 1 Online MTT frühe Phase | Overcards.de am 02:42 PM, November 19, 2007 | Antwort hinzufügen

[...] Hier findet Ihr Online MTT Teil 2: „Mittelteil“ Tags: pokerstrategie, [...]

Veröffentlicht von Sascha am 01:50 PM, November 19, 2007 | Antwort hinzufügen

endlich der 2. teil ;-)

achja, gestern hat ein schweizer das sunday warmup gewonnen...

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