Von Verlierern und anderen Gewinnern!

Ostern 2008 verbrachte ich diesmal nicht mit Eiersuchen im Kreise meiner Familie, sondern bei den Irish Open im West City Hotel in Dublin in Irland. Mit 667 Teilnehmern und einem Buyin von 4200 Euronen und einem Preispool von über 3 Mio Euronen war dieses Turnier ein sehr interessantes und lukratives, das deshalb unbedingt auf meinen Turnierkalender gehörte. Eine professionelle Organisation, eine durchaus spielbare und vernünftige Struktur und ein nettes Rahmenprogramm mit interessanten Nonstop-Cashgamepartien und verschiedenen Sideevents, sowie Livemusik und andere nette Unterhaltungsdarbietungen im Vorraum, machten dieses Event zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.
Für mich war das Turnier im 14. Level des 2.Tages auf ca. Platz 90 beendet und so durfte ich mich wieder einmal meinem selbstauserwählten brutalen Los einen kurzfristig deprimierten und enttäuschten Pokerturnierspielers fügen und mich um eine sinnvolle Verarbeitung dieses erfolglosen Osterausflugs bemühen. Bitte versteht mich nun nicht falsch, denn ich bemitleide mich keineswegs selbst und ich mache auch nicht die Abstinenz von Fortuna dafür verantwortlich, dass es mich wieder einmal kurz vor dem Preisgeld und somit seit Dezember nach Bregenz,Paris,Bahamas, Seefeld und Wien zum sechsten Mal zu einem besonders ärgerlichen Zeitpunkt zerspulte (wobei man dikutieren könnte,ob es einen "besonders" ärgerlichen Zeitpunkt überhaupt gibt), sondern ich möchte Euch nur damit sagen, dass auch für mich als relativ erfolgreichen und erfolgsorientierten Turnierpokerspieler, der Pokeralltag von vielen Schattenseiten und negativen Erlebnissen dominiert wird!
Da ein durchschnittlicher Spieler bei einem durchschnittlich besetzten Teilnehmerfeld nur jedes 10.Mal ins Geld kommt und somit sehr selten ein objektives Erfolgserlebnis erzielt, ist es logisch, dass auch ich als (eventuelll) überdurchschnittlicher Spieler(auch das könnte man natürlich diskutieren:) meistens vor den Geldrängen meinen Turnierstuhl räumen muss.
Dieses Schicksal gibt es wohl in keinem anderen Sport, dass ein Gewinner doch meistens ein Verlierer ist. In diesem Punkt hebt sich das Pokern von vielen anderen Wettkampfdisziplinen ab und in diesem Punkt hebt sich auch der Profi und langzeitig besonders erfolgreiche Spieler von dem durchschnittlich mit sich selbst und dem Schicksal hadernden Amateur ab!
Wer sich auf das Turnierpokerspiel einlässt , muss ein guter Verlierer sein, muss damit umgehen können,dass in mindestens 70-85 % der Fälle ein mehr oder weniger enttäuschtes Ausscheiden das ernüchternde Ergebnis stundenlanger Arbeit ist und muss diese Enttäuschungen wieder und immer wieder wegstecken und verarbeiten!Nur so ist der Verlierer langfristig ein Gewinner, nur so weichen die vielen Schatten allmählich einer sonnigen Pokerperspektive!
Ich werde mich bemühen, meine selbstauserwählte Berufung als Verlierer zu akzeptieren und die Schatten als meine Wegbegleiter zu meinem großen Pokerziel zu respektieren!
Und nun noch ein paar schöne Erfolge anderer deutscher Spieler,die hier in Dublin als Gewinner am Werk waren:
Carsten Joh erreichte nach seinem 2.Platz in Bregenz hier einen überragenden 7. Platz beim Mainevent und wurde damit mit 100000 Euronen belohnt.
Mein alter Kumpel Mickey Finn machte es mir vor,wie man ins Geld kommt und nahm als ungefähr 60.ster 5500 Euronen mit nach Frankfurt.
Boris" Bobby G" Fragin schafft es es beim 1500er Euronen Sideevent auf den 5.Platz und kassierte 24000 Euronen dafür.Bravo Bobby!
Ich wünsche Euch das Beste als Verlierer und Gewinner,
Euer Andreas vom Team GNUF Germany

Kommentare

Veröffentlicht von andreas-krause am 09:14 PM, March 26, 2008 | Antwort hinzufügen

@:das ist natürlich besonders für mich eine ganz heikle Geschichte,zu der ich mich momentan (noch) nicht äußern möchte, da ich nicht weiss, wo ich anfangen und aufhören soll! Morgen wird GNUF eine Stellungnahme dazu geben, die eventuell zu einem deutlicheren Bild führen wird.
Ich kenne nicht die Verträge zwischen der GPPA und GNUF und auch nicht die Verträge, die anscheinend von den 5 Qualifikanten vor dem EPT-Turnier in Dortmund unterzeichnet wurden.
Da ich zu den Verantwortlichen von GNUF, aber auch besonders zu Christian Toboc von der GPPA und zu den 5 Qualifikanten ein sehr gutes Verhältnis habe, fällt es mir extrem schwer, mir in dieser Sache eine klare Meinung zu bilden.
Da ich persönlich mit GNUF als Sponsor sehr zufrieden bin und wir bis jetzt sehr produktiv zusammengearbeitet haben, hoffe ich, dass sich diese Geschichte in nächster Zeit so regeln wird, dass alle Beteiligten damit leben können!

Veröffentlicht von Dostojewskij am 08:22 PM, March 26, 2008 | Antwort hinzufügen

Was sagst du jetzt eigentlich zu den Ereignissen um die GNUF Poker platzende Verträge mit Spielern denen 250K für Turniere versprochen wurden.

Gibts da eine Stellungnahmen vom Team GNUF Poker?

Veröffentlicht von Markus am 07:13 PM, March 25, 2008 | Antwort hinzufügen

Netter Bericht,

finde ich sehr sympatisch wenn auch mal ein Blogger über die Schattenseiten schreibt und nicht wie in jedem 2. Blog wo steht:"Naja, Turnier 2 Level gebusted dafür aber im Cash Game den Einsatz doppelt wieder rausgeholt".

Man scheidet zwar oft aus und manchmal auch kurz vor den Geldrängen aber dafür ist es doch umso schöner wenn man wieder am Final Table sitzt. Besonders du als sehr guter Turnierspieler kannst dir sicher sein das es auch bald wieder gute Platzierungen geben wird. Spätestens in Vegas lehrst du den Amerikanern das fürchten.

greetz Markus

Veröffentlicht von Horster am 02:25 PM, March 25, 2008 | Antwort hinzufügen

Schöner Bericht.
Spiele momentan auch nur MTT's. Man muss echt "bekloppt" sein um sich das auf Dauer anzutun. Jeden Tag sag ich mir Schluss aus und nie wieder. Dann kommt man wieder einmal durch zum FT und man merkt das es nix geileres gibt ...

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