Zurück zu Tag 1, Asse gehen gegen 62 unter!

Es tat schon ziemlich weh... Bei Blinds von $300-$600 habe ich mit AA auf $1.800 geraist, Bruno callte, und auch der Typ im Small Blind machte mit 62 den Call. Den 9c 8c 5s Flop spielte ich mit $3.000 an, woraufhin Bruno foldete , aber Mr. 62 callte und hatte zudem noch $30.000 dahinter. Am Turn tauchte die 7h auf. 62 (ihr könnt seinen Namen im Cardplayer "Live Updates" Blog von Tag 1 nachschauen) setzte $10.000, die ich wiederrum callte. Kurz zuvor sah ich, wie er drawing dead $50.000 gegen Mike Sexton wegbluffte. Mr. 62 schob mit As Qc seine Chips auf einem Kd Ts 4d 6d Board gegen Sexton in die Mitte. Mike callte den $35.000 Raise mit Td 9d (sehr guter Call Mike!). Wie dem auch sei, ich callte, und sah eine 6 auf dem River erscheinen. Mr. 62 ging mit $22.000 All-in, und ich foldete die Straße auf dem Board. Ich glaubte nicht an einen split pot. Danach zeigte er mir sein 62... Seufz...

Tag 2, Phil donkt alles weg!

Zuerst muss ich euch aber mitteilen, dass Roland de Wolfe mich am Freitag beim Chinese Poker regelrecht fertig gemacht hat. Er lag bei $250 pro Punkt fast 100 Punkte vorne.
Hier nun ein Artikel über mein schlechtes Spiel am zweiten Tag den ich gerade geschrieben habe. Er wird in 30 Tageszeitungen, dem Card Player Magazine und in ein paar Magazinen in Europa veröffentlicht werden.

Championships, Entschuldigungen, schlechtes Spiel

Im $25.000 Buy-in WPT (World Poker Tour) Championships Turnier letzte Woche habe ich einen wirklich schwachen Spielzug durchgeführt, der mich meine letzten $40.000 Chips gekostet hat. Zuerst aber möchte ich euch wissen lassen, dass ich dieses Turnier genauso gewinnen wollte, wie ein weiteres WSOP (World Series of Poker) Bracelet. Die WPT Meisterschaft ist mit viel Prestige verbunden, sehr wichtig, und besetzt mit geschickten und guten Spielern. Es handelt sich neben der NBC Heads-Up Meisterschaft und den WSOP Bracelets um den meist begehrten Titel.

Ob ich eine Entschuldigung für mein schlechtes Spiel und relativ frühes Ausscheiden am zweiten Tag habe? Sicher! Ich habe sogar eine ganze Liste! Blah Blah Blah "Müdigkeit" Blah Blah Blah "schlechter Read" und Blah Blah Blah "Asse". Na und? Der 18-malige Golf-Major Sieger Jack Nicklaus sagte einmal "Ich akzeptiere keine Entschuldigungen und konzentriere mich ausschließlich aufs Gewinnen. Sollen die anderen sich doch über die Geschwindigkeit des Grüns, den Zustand des Platzes beschweren, ich mache das mit Sicherheit nicht." Ich mag diese Einstellung. Ich will keine Entschuldigungen, ich will Titel, und nichts anderes.

Am zweiten Tag callte ich bei Blinds von $500-$1000 und $200 Ante mit JJ $1000 aus UTG. Ich schaute nun über meine rechte Schulter und sprach mit Mike Matusow, der am Tisch hinter mir war. "Ich limpe first-in, das könnte das Ende für mich sein." Zwei weitere Spieler callten, aber Binger im BB raiste auf $7.000 mehr. Ich callte und sagte zu Matusow "Ich hab einen $7.000 Raise gecallt." Der Flop kam Q93, Binger setzte $12.000, die ich auch callte. Ich sagte zu Mike "Ok, das wars, ich hab gerade $12.000 auf dem Flop gecallt." Matusow kam rüber, um das Ende der Hand mitzuverfolgen. Der Turn war eine 8. Binger checkte. Ich setzte jetzt $6.000, woraufhin Binger seine Arme hochriss und mich für meine letzten knapp $15.000 All-in setzte. Ich callte und musste, als Binger seine Karten umdrehte, Könige erblicken. Er sprach mit jemandem am Tisch "Ich dachte eigentlich, dass ich gegen Phil hinten liege und ihm noch $20.000 zusätzlich gebe. Aber mit Königen auf der Hand? Was soll ich denn da machen?" Ich brauchte also einen J oder eine T auf dem River um die Hand noch zu gewinnen. Leider war die letzte Karte eine 8. Ich verließ den Ort des Geschehens mit der vollen Gewissheit, absolut schlecht gespielt zu haben. Wenn ich sofort weiß, dass ich eine Hand schlecht gespielt habe, dann muss es wirklich mies gewesen sein, und das war es auf jeden Fall.

Lasst uns diese Hand mal etwas genauer betrachten. Ich mag es nicht mit JJ aus der ersten Position zu limpen, da ich eigentlich versuche nicht mehr soviel zu limpen. Seht ihr, wenn ihr limpt ist es schwer die Stärke der Hand eures Gegners genau einzuschätzen. Nach einem Limp kann euer Gegner auch mit 99 raisen, weil er denkt, er hat euch geschlagen (weil ihr gelimpt habt). Hingegen seid ihr aber mit JJ vorne. Jetzt setzt ihr den Gegner aber auf eine starke Hand, was die ganze Sache nun ziemlich kompliziert und verwirrend macht. Während man mit einem Raise als erster die Stärke seiner Hand zeigen kann (und damit zeigt man eine ganze Menge Stärke), zeigt der Reraiser mit 99 hoffentlich ein wenig Schwäche die man auch erkennen kann. In meiner Hand hätte ein UTG Raise auf ca. $3.500 Binger gezeigt, dass ich stark bin. Binger hätte daraufhin mit einem Reraise noch mehr Stärke gezeigt, was mir erlaubt hätte, JJ noch vor dem Flop zu folden und nur $3.500 zu verlieren. Bingers Bet von $12.000 auf dem Flop war sehr gut. Einige werden mit Sicherheit sagen, dass er eher mir Potgröße hätte anspielen sollen (ca. $21.000), um seine Hand zu schützen. Ich hingegen mag diesen Einsatz mit ungefähr 60% des Pottes. Warum soll er mich denn mit einer großen Bet aus dem Pot vertreiben wollen, wenn ich eine Hand wie AQ, JJ oder TT halte? Mein Call am Flop war nicht schrecklich, aber da ich falsch lag (Binger war vorne), war es ein schlechter Call. Hätte ich recht gehabt, wäre es ein großartiger Call gewesen, war es aber nicht. Ich war hinten und somit war er schlecht. Nur mal so am Rande, in der letzten Zeit habe ich leider die schlechte Angewohnheit, mir meine Gegner nicht so genau anzuschauen, wenn sie große Bets machen. Wie soll ich also einen guten Read haben, wenn ich nicht aufpasse? Ich finde Bingers Check am Turn nicht sonderlich gut, und würde ihn lieber setzen sehen. In einem Pot der mittlerweile so groß geworden ist, wäre es nun nämlich an der Zeit, seine Hand zu schützen. Zudem war die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich nur mit Händen eine Bet mache, die KK schlagen können und hingegen mit Händen checke, die schon geschlagen sind. Da ich wieder falsch lag, war meine Bet wieder schlecht. Hätte ich gecheckt, und Binger wäre am River als die 8 kam All-in gegangen, wäre ich unter Umständen in der Lage gewesen, mein JJ zu folden. Zusammenfassend habe ich die Hand einfach schwach und grauenvoll gespielt. Ich habe mich selber aus dem Turnier geworfen. Leider wird das wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass mir so was passiert.

Wieder Zuhause, noch mehr gegen De Wolfe verloren, neues Buch

Montagnachmittag flog ich nach Hause. Ich muss einfach mal wieder Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern verbringen. Sie sind für mich das wichtigste auf der ganzen Welt. Vermögen und Ruhm sind toll, aber ohne eine Familie zu haben, bedeuten sie rein gar nichts. Ich habe mich ein paar Tage mit geschäftlichen Sachen rumgeschlagen. "Phil's House Publishing Company" arbeitet gerade an einem Buch mit dem Titel "Call me in". Dort geht es dann darum, wie 10 bis 15 Spieler Poker für sich entdeckt haben. Es geht nicht um Strategie, sondern darum wie sie anfingen zu spielen. Wir haben schon Doyle, Howard Lederer, Patrick Antonius, Allan Cunningham und mich interviewt. Ich denke aber, dass Phil Ivey, Daniel Negreanu, Johnny Chan, Jennifer Harman und Annie Duke, um nur ein paar zu nennen, auch in dem Buch erscheinen werden. Garantiert werden davon Millionen von Exemplaren verkauft werden!
Am Mittwoch habe ich beim Heads-Up No Limit Hold'em auf Ultimate Bet ungefähr $4.000 gewonnen. Am gleichen Abend habe ich nochmal gegen Roland De Wolfe Chinese Poker gespielt und mit 58 Punkten für $500 pro Punkt verloren. Allerdings konnte ich gegen Mike "The Mouth" Matusow $11.000 bei $500 pro Punkt gewinnen, so schlecht war der Abend dann als doch nicht. Als ich dann um sechs Uhr in der Früh ins Bett ging, gab ich meiner Frau und den Kindern (die gerade aufstanden) noch einen Kuss.

Donnerstag: USA Today Baby!

USA Today hat mich gefragt, ob ich für sie während der World Series of Poker eine Kolumne schreiben würde. Für sie (oder die New York Times) zu schreiben, war schon seit neun oder zehn Jahren ein Traum für mich. Ich wurde heute angerufen, und sie haben mein Angebot sofort akzeptiert: Ich mache das umsonst!

Im Reisefieber

Freitag und Samstag bin ich in Calgary, wo wir für Ultimatebet.com auf der "Tour across Canada" Seminare zum Thema Poker geben. Samstagabend wird Vancouver unsicher gemacht, wo wir dann am Sonntag das Vancouver Event durchziehen. Am Sonntagabend habe ich dann noch einen kleinen Cameo (kleine Nebenrolle in einem Film) in einem kleinen Film der hier gerade gedreht wird. Montag geht es dann wieder nach Hause nach Nord-Kalifornien. Mittwoch fliege ich mit meiner Frau nach Louisville, Kentucky für das Kentucky-Derby, und für eine Wohltätigkeitsveranstaltung am Samstagabend: "The Kentucky Derby Poker Championships". Am Montag fliege ich dann nach Milwaukee, wo 12 Millionen Bierdosen (Milwaukee's Best Light) mit einem großen Bild von mir und einem meiner Sprüche ("I can dodge bullets baby") ins Rollen gebracht werden. Die Dosen werden für meine "Quest for Twelve" Dokumentation gefilmt. Dienstag fliege ich dann nach Kiawah Island, um an einem Event von "Bain and Company" teilzunehmen (Ich nehme $50.000 pro Abend für solch eine Veranstaltung, wenn es sich um Firmen wie Microsoft, Samsung, Pacific Crest usw. handelt). Zudem werde ich auf Kiawah Island auch noch ein wenig Golf spielen. Am Donnerstag geht's dann zurück nach Nor Cal. Fleißig, fleißig, oder etwa nicht!!!???

Calgary und Vancouver

Ich habe genau 26 Stunden in Calgary verbracht. Der Flieger landete Freitagabend um 18 Uhr, aufgebrochen bin ich am Samstag dann wieder gegen 20 Uhr. Das Event lief ohne Probleme und endete wie es bei jeder anderen Veranstaltung auch der Fall ist: Alle wollen Fotos und Autogramme. Ich finde es ja toll, wenn Leute ihren Moment mit mir festhalten möchten, aber nach 40 Minuten fängt so was immer an mir auf die Nerven zu gehen.

Woher wissen die eigentlich wann wir landen?

Als wir in Vancouver landeten waren dort Typen die Bilder der WSOP und Magazine mit mir auf dem Cover hatten. Ich gab allen ein Autogramm, habe sie aber auch gefragt woher sie denn wissen, dass wir hier ankommen würden. "Wir haben hier für ein paar Stunden gewartet, weil wir wussten, dass du heute oder morgen aus Calgary ankommen würdest". Letztes Jahr wartete jemand im Los Angeles International (LAX) auf mich, um mich zu bitten auf ein paar Bildern zu unterschreiben. Ich hatte das Ticket damals erst an dem Morgen gebucht an dem ich geflogen bin... Entweder hat er immer hunderte von Bildern von irgendwelchen Stars dabei, oder er kannte jemanden bei der Fluglinie.

Nach der Landung gingen wir dann geradewegs zum Abendessen mit Guess Jeans und Absoulute Poker Spokes-Modell Serindah Swan, Annie Duke, Mark "Poker Ho" Kroon, Sean Rice, und einigen anderen. Danach ging es in den VIP Bereich des "Republic", wo dann auch meine Frau zu uns stieß (ihr Flug hatte Verspätung). Zudem gesellte sich auch noch die kanadische Pokerlegende Brad Booth zu uns. Wir hatten Spaß, tanzten, hingen rum, aber ich finde die Bar-Bestimmungen in Vancouver ziemlich merkwürdig. Wir hatten einen eigenen Service am Tisch, aber wir durften uns, weil das Gesetz es verbietet, zum einen unsere Getränke nicht selber eingießen, zum anderen durfte auch die Flasche nicht auf dem Tisch bleiben. Wir mussten also jedes mal, wenn wir etwas wollten, die Kellnerin rufen, damit sie zur Bar geht und unsere Flasche holt. Es ist zwar die einzige Bar in Vancouver mit diesem Flaschen-Service, aber ich mag das...

Sonntag bin ich dann mit den Hühnern aufgestanden, um mit Serindah einen Werbespot zu drehen. Im Anschluss daran musste ich mich beeilen, denn im Marriot sollte ich einen Vortrag zu Pokertaktiken und Geld-Management halten. Um 17:45 Uhr ging es dann auf das Set von "Shark out of Water", wo dann für die nächsten drei Stunden mein Cameo gedreht wurde. Ho und Sean waren auch dabei, und wir schafften es sogar Sean in einer Szene als "Extra" unterzubringen. Ich spielte dann noch mit dem Regisseur Juan Riedenberger ein Heads-Up Match um die Frage, ob ich für meinen Auftritt bezahlt werde oder nicht. Natürlich nahmen wir dies auch wieder für meine "Quest for Twelve" Dokumentation auf. Ich gewann und mein Gehalt von $500 wurde mir ausgezahlt. Danach hatte ich noch ein Abendessen mit "Poker Ho", Brad und Sean Rice (meine Frau hatte leider einen Migräne-Anfall).

Als nächstes: Das Kentucky-Derby, und die Kentucky Derby Poker Championships

Am Donnerstag spiele ich um 10:40 Uhr im "Valhalla Country Club", wo die USA in ein paar Monaten den "Ryder Cup" austragen werden. Der Zeitplan und die Veranstaltungen, die wir über das Derby herum haben, sind einfach fantastisch. Am späten Donnerstagabend essen wir im eleganten "Al Capone"-Raum zu Abend, am Freitag schauen wir uns das "Kentucky Oaks" Pferderennen an, und danach geht es auf die "Black Tie" (Männer müssen einen Smoking tragen) "Mint Jubilee" Wohltätigkeitsparty, auf der ich Tickets für die KD Poker Championships am nächsten Abend verkaufen werde. Zudem steht danach noch Jenny McCarthy's Party auf dem Programm. Wir sind einfach die ganze Woche über auf jeder VIP Liste zu finden! Dabei ist auch immer ein eigener Sherrif, und das 24 Stunden am Tag. Beim Pferderennen am nächsten Tag habe ich einen Super-VIP Zugang in den Paddock (quasi das Fahrerlager der Formel 1 beim Pferderennen). Dort darf ich dann vor dem Rennen rumlaufen und mir die Pferde sowie die ganzen Millionäre anschauen, die dort rumhängen.

Die Kentucky Derby Poker Championships werden im Ceasars Palace - Indiana ausgetragen. Das Turnier startet um 20:30 Uhr. Aber jeder der mitspielen will, kann noch bis 22.00 Uhr vorbeikommen. Das Buy-In beträgt $2.500, von denen man aber mindestens die Hälfte, wenn nicht sogar alles, abschreiben lassen kann. An dieser Stelle möchte ich KD noch mal danken, dass wir ihren Namen im Turniertitel benutzen durften. Wir sammeln übrigens Geld für den Kampf gegen den Klimawandel und das "Red Cross Climate Center". Ich bin total begeistert von dieser Veranstaltung! Wir erwarten so viele Berühmtheiten, Jockies und Pokerspieler wie Layne Flack, dazu noch mein Co-Gastgeber Robert Williamson. Man kann spielen, etwas Gutes tun und sogar noch Geld gewinnen. Ich selbst werde $10.000 unserer eigenen Organisation spenden, und dazu noch einmal $15.000 an "Mint Jubilee'S - The James Graham Cancer Center".

Für wie viel gehen meine Baseballkarten wohl auf eBay weg?

25 meiner Karten werden für $350 das Stück auf eBay verkauft. Dabei handelt es sich um die ersten 25, die überhaupt rausgehen. Eine weitere, mit kleinen Stücken meiner Kleidung in ihr, gibt es für $80, wow! Wer sich für meine Kleidung und Mützen interessiert, kann sich die Stücke auch online unter clubhellmuth.com bestellen. Klickt einfach auf "Store".

(translated by 'Ghostwriter')

Kommentare

Veröffentlicht von mat_luke am 07:31 AM, April 30, 2008 | Antwort hinzufügen

long to read, but nice to read!
greetings
Matthias

Veröffentlicht von Göpfi am 01:07 AM, April 30, 2008 | Antwort hinzufügen

this blog is awesome!
Keep on writing!

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