Henkerslohn

Ist es vorstellbar, dass ein zum Tode Verurteilter seinen Henker selber bezahlen muss? Ausserdem seine letzte Mahlzeit, sowie alle Getränke. Für das Betreten der Todeszelle ist ein Eintrittspreis zu entrichten.
Unvorstellbar? Aber nicht in deutschen Casinos. Dort sind diese Praktiken Alltag. Trifft ein Roulettespieler mit einem Jeton auf Zahl, gewinnt er den 35fachen Einsatz zuzüglich seinem Gewinnchip. Theoretisch jedenfalls. Denn die Angestellten erwarten ein Trinkgeld in Höhe des Einsatzes. Stammspieler tippen meist ohne Diskussion. Gästen, die sich nicht so gut auskennen, erklärt ein Croupier, "dass ein Stück für die Angestellten" vom Gewinner erwartet wird. Bei widerspenstigen Gästen wird ein Saalchef gerufen, der nochmals das Procedere freundlich erklärt. Widersetzt sich der Gast weiterhin, wird ihm diskret mitgeteilt, dass seine Anwesenheit nicht weiter erwünscht ist. Offiziell leugnen alle Casinoangestellten diese Vorgehensweise, denn Trinkgeld wird ja "freiwillig" gegeben. Vor einigen Jahren gab es in deutschen Casinos hauptsächlich französische Roulettetische mit vier Croupiers. Der Gast gab einem Croupier Jetons oder Bargeld und annoncierte seine Wetten. Daraufhin wurden seine Chips stilvoll mit einem Rateau platziert. Hier ist ja noch eine gewisse Dienstleistung zu erkennen, die der gewinnende Gast mit einem Trinkgeld honorieren kann. Momentan gibt es zumeist amerikanische Tische mit nur noch einem Dealer. Witzigerweise übernimmt hier der Spieler die Arbeit des Dealers und platziert seine Chips selber. Trotzdem wird ihm Trinkgeld abgepresst. Seitens der Casinos wird argumentiert, dass auf Grund der hohen Ertragsbesteuerung (bis zu 90%), die Angestellten komplett aus dem Tipptronc bezahlt werden müssen. Die Zocker, die sich nach und nach finanziell hinrichten, müssen also auch noch die Gagen der Angestellten bezahlen. Absurd!
Die grösste Frechheit erlauben sich einige ausgewählte Casinos. Wenn man im Automatensaal Roulette spielt und einen Einsatz auf Zahl trifft, wird einem der entsprechende Gewinn elektronisch auf seinem Terminal gut geschrieben. Allerdings abzüglich eines Stückes für die Angestellten ...

Kommentare

Veröffentlicht von Insanoflexx am 03:55 PM, September 10, 2008 | Antwort hinzufügen

Vielleicht liegt der Fehler nicht bei den Angestellten die sich erdreisten ihr Monatsgehalt zu sichern, sondern bei den Casinos die die Gehälter trotz Amroul und trotz der starken Zunahme des Automatenspiels immernoch aus dem Troncaufkommen bezahlen...

Veröffentlicht von Anonym am 09:52 PM, September 03, 2008 | Antwort hinzufügen

@kafka:
finde eher kleinkariertes querulantentum hoch 7 sich über so was aufzuregen. ist das hier ne wissenschaftliche arbeit oder ein blog?

Veröffentlicht von willy am 01:12 PM, September 01, 2008 | Antwort hinzufügen

hier sieht man, dass hr. walczewski so gut wie kein roulette spielt. die methoden sind heute viel subtiler. keiner wird heute mehr aus diesem grund vom spiel ausgeschlossen.
hr. walczewski sollte jedoch einmal an sein eigenes verhalten denken: er spielt ausschließlich poker und zwar in konzessionierten casinos. warum? weil eine serviceleistung geboten wird. diese sollte von ihm dann auch angemessen honoriert werden.

Veröffentlicht von Antonym am 05:26 PM, August 28, 2008 | Antwort hinzufügen

als langjähriger ex--deutsch-staatlicher-casinogänger verstehe sehr wohl den text und die dort angestellten vergleiche. bei genauerer überlegung ist das, neben der immer nach grob nach oben gerundeten zweihändigen ungefährtaxierung, genau der grund, dass ich diese etablissements nicht mehr besuche. jedem, der der diesem blog ohne verständnis gegenüber steht, empfehle ich, die in dieser beziehung weitaus angenehmere umgebung ausländischer casinos, wobei der grundsatz gilt: um so privatisierter desto kundenfreundlich.

Veröffentlicht von SaintLong am 12:56 PM, August 26, 2008 | Antwort hinzufügen

Die ganze Todesstrafenmetaphorik ist ein Griff ins Klo! Da streiten wir eifrig um eine Liberalisierung des Glücksspiels und Selbstbestimmung - und dann kommt hier Herr Walczewski und vergleicht den Gang ins Kasino mit dem Schicksal eines Delinquenten!!
Soll das lustig sein?? Oder etwa gelungener Sarkasmus?? Das ist einfach peinlicher Mist!

Veröffentlicht von Wie wahr kafka am 04:04 PM, August 25, 2008 | Antwort hinzufügen

Gut erkannt Kafka! Ein Casinobesuch ist nichts anderes als ein Gang ins Kino, man zahlt fürs Vergnügen.

Veröffentlicht von sry for strategy am 04:00 PM, August 25, 2008 | Antwort hinzufügen

Der Text ist sehr wohl gut durchdacht, da ist jemand einfach nur zu dumm ihn zu verstehen!

Veröffentlicht von ankl am 12:58 PM, August 25, 2008 | Antwort hinzufügen

hoffentlich findet keiner der hohen westspielherren diesen blog, sonst müssen wir plötzlich die nächsten 7 jahre ohne deine geschichten auskommen.

Veröffentlicht von kafka am 12:26 PM, August 25, 2008 | Antwort hinzufügen

und nun?

Welcher zum Todeverurteilter geht denn freiwillig zum Henker??

Wer soo dumm ist, der kann auch gerne dafür noch bezahlen.

Undurchdachter Text hoch 7.

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