"Dirty Poker"

Immer wenn ich ganz viel Langeweile habe - nein ich lese nichts bei den Pokerstrategen - klicke ich Youtube oder ähnliche Seiten wie Flurl und Metacafe an. Bei Stichwörtern wie "Casino Heist", "Poker Cheating" oder "Roulette Scams" werden unzählige Videos angeboten. Nicht alles ist sehenswert, aber oftmals finde ich genau das, was mich interessiert. So bin ich auf Richard Marcus gestossen. Dieser Mann hat mehr als zwanzig Jahre lang Casinos betrogen. Höchst professionell und offenbar so erfolgreich, dass er sich mittlerweile im Ruhestand befindet. Seitdem hat er mehrere Bücher veröffentlicht. Sehr empfehlenswert ist "Great Casino Heist", indem Marcus seine komplette Betrügerkarriere beschreibt. Eines seiner Bücher lautet "Dirty Poker". Kurioserweise hat die Auslieferung dieses Buches mit 8 Wochen am längsten gedauert. Wahrscheinlich weil es mich am meisten interessiert hat. Schon zu Beginn des Buches bezweifelt Marcus die Korrektheit des WSOP Sieges von Jennifer Tilly. Allerdings nennt er, sicher aus rechtlichen Gründern, nicht ihren Namen. Angeblich wurden Teilnehmer des Finaltisches von ihr und ihrem Freund Phil Laak "ausgekauft". Der WSOP Sieg hat Tilly eine riesige Publicity gebracht. Ein massiver Betrugsvorwurf seitens des Autors. Völlig auszuschliessen sind solche Praktiken sicher nicht. Vor vielen Jahren hat der Herausgeber vom Hustler Magazin, Larry Flynt, bei einem WSOP Event versucht, bei noch 2 verbleibenden Turniertischen Spielern ihre Turnierchips "abzukaufen". Daraufhin ist Larry Flynt lebenslänglich von WSOP Turnieren ausgeschlossen worden. Einige Jahre später ist er aber von Jack Binion begnadigt worden.
Ein Kapitel lautet "The Underworld Series of Poker". Hier merkt man, dass Marcus kein Pokerspieler ist. Für ihn erscheint es unmöglich, dass es Spielern gelingt, während einer WSOP mehrere Events zu gewinnen. Statistisch so unwahrscheinlich, dass Betrug im Spiel sein muss. Marcus beschreibt Teams von mehreren Spielern. Die sogenannten Supplier haben die Aufgabe ihre Turnierchips in der Endphase des Turniers an den sogenannten Receiver zu verlieren. Da frage ich mich, wie sowas funktionieren soll. Wie gross soll die Anzahl von Suppliern bei einer Turnierteilnehmerzahl von 500 sein? 20? Nur bei entsprechend grosser Anzahl von Suppliern besteht eine realistische Chance dass der Receiver und ein Supplier die letzten 2 oder 3 Turniertische ereichen. Und wenn man dann schon betrügen will, wäre es meiner Meinung nach lukrativer zu versuchen, beide Teamspieler an den Finaltisch zu bringen. Ich kann nicht ausschliessen, dass solche Teams versuchen sich bei Turnieren einen illegalen Vorteil zu verschaffen. Mir erscheint diese Methode aber sehr kostspielig und ein Erfolg ist unmöglich planbar.
Übrigens hat im Jahr 2006 hat der damals 21jährige Jeff Madsen zwei Events der WSOP innerhalb von einer Woche gewonnen. Teilnehmerzahl 1579 und 507. Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit ...

Kommentare

Veröffentlicht von Anonym am 07:21 PM, March 02, 2009 | Antwort hinzufügen

Beim Online-Pokern gibt es leider noch andere Möglichkeiten des Betrugs, welche Casions Sie meiden sollten, erfahren Sie hier: http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=140&meldung=Pokern-ohne...

Veröffentlicht von GefatterHain am 05:24 PM, October 03, 2008 | Antwort hinzufügen

Die Fantasielosigkeit und das intelektuell nicht nachvollziehen könnens der Unbedarften ist die Vorausetzung für den Erfolg des Betrügers.

Veröffentlicht von Bonushure am 08:02 AM, October 03, 2008 | Antwort hinzufügen

Mir scheint, der gute Richard Marcus ist auch nach seiner Karriere dem cheaten treu geblieben. Macht er halt jetzt in seinen Büchern. Ein Opfer hat er ja schon gefunden :-)
Schreib doch bitte mal was zu "Great Casino Heist".

Grüße

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