Gedanken

In den letzten 2 Wochen habe ich mir einige Dinge durch den Kopf gehen lassen: Was will ich beim Pokern überhaupt erreichen? Warum möchte ich gerade das erreichen, was ich erreichen möchte?Sind meine Ziele realistisch?Welcher Erfolg steht mir vom Leistungsvermögen überhaupt zu?Wie ist mein Leistungsstand im Vergleich zu anderen "erfolgreichen" Spielern?Wielange möchte ich noch Poker spielen?
Diese Fragen sind nur ein kleiner Auszug aus einem riesigen Katalog, mit dem ich mich beschäftigte und auseinandersetzte und ich nehme es vorweg: ich fand keine Lösungen auf die meisten Fragen, die sich mir stellten!
Meine schlechte Form während der Europameisterschaft in Baden und die recht erfloglose Zeit davor, bewegten mich zu einer tieferen Analyse, aber je mehr ich über Taktik, Strategie,Spielcharaktere,Turniere, Pläne und Ziele nachdachte, umso mehr spürte ich, dass ich mir manchmal viel zu viel Gedanken über dieses Spiel und die Begleiterscheinungen mach(t)e!
Es gibt Dinge im Leben, die man nicht erklären und analysieren kann, es gibt Erfolge oder Misserfolge, die einfach passieren und sich nicht logisch oder notwendigerweise begünden lassen und dennoch gibt es Menschen, die in ihrem Leben und/oder Beruf auf Dauer efolgreicher als andere sind!
Meine Ruhe und Befriedigung fand ich (aus)schließlich, als ich mich mit mir selbst einigte, was mir wirklich wichtig ist! Ich kam zu dem Entschluss, dass der erfolgreiche Spagat zwischen kurzfristigen Zielen(Turniersiege, Ranglistenplätze, "gutes Spiel", körperliche und geistige Fitness,hochprozentiger Wille und Ausdauer und und und...) und langfristigen Motivatonen (finanzieller Erfolg,Spaß und Freude am Spiel,Freiheit und Unabhängigkeit durch unterschiedl. Casino-, Turnier-, und/oder Cashgamemöglichkeiten und und und..) das für mich entscheidende und wichtige und allem übergeordnete Ziel ist!
Die langfristigen Ziele stehen dabei ganz klar im Vordergrund und die kurzfristigen Ziele dienen dabei ganz klar als Mittel zum Zweck , die langfristige Zielsetzung möglichst "sicher" zu erreichen.
Ich hatte eingesehen, dass ich mich besonders in den letzten Monaten extrem in den unbedingten"Turniererfolg" verrannt hatte, mich zu sehr unter Druck setzte und zu oft das Bestmöglichste erreichen wollte! In Baden war der Karren dann so verfahren, dass ich mich zum ersten Mal bei einem Turnier in meiner Karriere erlöst fühlte, als ich aus dem 4000er NL-Holdem Event ausgeschieden bin.
Nun fühle ich mich wieder viel lockerer und freier, ich habe meinen "Gesamtplan" im Hinterkopf und freue mich auf die noch ausstehenden diesjährigen Turnierwochen In Budapest, Amsterdam,Warschau, Bregenz und Prag!
Sollten sich die Erfolge nicht wie gewünscht einstellen, habe ich kurzfristig überhaupt kein Problem damit, mich etwas intensiver und vermehrter auf interessante Cashgames oder Onlinesitzungen einzulassen!
Heute habe ich noch ein poetisches Schmankerl für Euch, eines meiner Lieblingsgedichte, das ich vor ca. 10 Jahren entdeckte(vielleicht weiß ja jemand von Euch,wer der Verfasser ist!?) und ganz gut zu meinen Gedanken, die ich mir machte,passt:
LEBEN

Ist alles Zufall,ungewollt
und hat uns niemand hergeholt
ist alles Schicksal und durchdacht
und gibt es eine höhere Macht
wenns Zufall ist dann muss man leben
wenns Schicksal heisst nach noch mehr streben
doch was ist falsch und was ist richtig
das ist entscheidend und sehr wichtig
es kommt auf tausend Dinge an
und nicht auf das nur was man kann
Freude Spaß und Zuversicht
und wenn dann alles doch zerbricht
ist Hoffnung Kraft und Mut gefragt
ganz leicht alles dahergesagt
oh nein so einfach ist das nicht
zumindest aus des Menschen Sicht
es gibt nur einen Rat von mir
sei froh Du bist ein Mensch und hier
sei froh du darfst hier einfach leben
und dabei noch nach Höherem streben
das Schicksal hat es so gewollt
und dich deswegen hergeholt!

In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute vom für Euch Wichtigen beim Pokern und abseits davon!
Euer Andreas vom Team Betway

Kommentare

Veröffentlicht von zawi am 01:29 PM, October 30, 2008 | Antwort hinzufügen

Dank Quantentheorie wissen wir: Die Welt im Kleinsten ist unbestimmt. Daher ist auch die Welt im Großen zufällig und unbestimmt. Dieses Zufallsprinzip geht viel tiefer, weil in jedem kleinsten Baustein existent, als seine statistische Bedeutung.

Daher macht es wenig Sinn über Schicksal zu hadern.
Wenn man den Zufall einfach annimmt, im Guten wie im Schlechten, dann verlieren moralische Begriffe wie Schuld, Gewissensbisse, Misserfolg, etc. gleich viel an Bedeutung.

Daher gefallen mir die ersten beiden Zeilen des Gedichtes besonders gut!
lg, zawi

Veröffentlicht von Tutschi am 09:21 AM, October 28, 2008 | Antwort hinzufügen

Hallo Andreas,

es gibt da nur eins was Du machen kannst. Finde denn Spaß am Spiel wieder und mache Dir die Gedanken frei von Turniersiegen und dem Riesenerfolg. Spiele einfach Dein Poker. Schreibe Dir doch mal auf wie Du die Hand gespielt hast oder mache es wie Gus spreche ins Micro. Kalr sieht das etwas doof aus aber hey da fragt keiner mehr nach wenn Du damit wieder in Dein Spiel findest wenn Du dann dein Spiel analysiert hast. Andy go back to the future

Best regard Florian

Veröffentlicht von ChanticoN am 01:48 AM, October 28, 2008 | Antwort hinzufügen

Irgendtwas stimmt nicht... ein ehmaliger Spitzensportler welcher das Pokern äusserst seriös nimmt und auch enstprechend lebt (Nichtraucher - Alkahol nur zu gegeben Anlässen - gesunde Ernährung - Top - Fitness etc.etc.) Ich bin mir fast sich dass du physisch zu den den TOP 5 (antonius-hanson-negreanu-phelps... :-)gehörst... über das Handwerk an und für sich nämlich das Pokern will ich gar nicht nachdenken denn das kannst du ja unzweifelhaft... Deine Gedankengänge sind umfassend und gut strukturiert! Nach einer guten Turnierphase dozierst du über die Varianz... Aber nach einer Durststrecke hast du diese sogar aus dem Augenwinkel verloren und hinterfragst alles!? Pokern ist halt doch was anders als Spitzensport wo ich mit meiner Leistung dem Willen und dem Können das Resultat besser beeinflussen kann und ich prozentual weniger vom Wettkampfglück abhängig bin.... Wenn doch eine Erfolgsbilanz 25% ITM bedeutet dann bist du bei 100 Turnieren 75 x neben den Schuhen und wenn es ganz versch... läuft kann dies in 15 Turnieren hintereinander der Fall sein also wo liegt das Problem... Ich denke nur mal laut - einfach mal an die nächsten Turniere gehen zwar fokussiert jedoch stets locker und ohne selbstauferlegten Druck und übertrieben Ehrgeiz und Erwartungshaltung.. einfach nur mit Freude spielen und Gas geben!? Erlaube mir diesen Kommentar weil du mich als Mensch u Spieler interiessert und ich deinen Weg verfolge - und ich weiss dass man sich manchmal in einer Sackgasse befinden kann und inputs von aussen - auch wenn sie noch so trival sind - manchmal positives bewirken können! in diesem Sinn GL in Budapest!

Veröffentlicht von SvenB am 12:24 AM, October 28, 2008 | Antwort hinzufügen

Hallo Andreas, Monsieur Krause,

gute Idee diese Selbstreflektion. Hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass die Pro`s (sind ja anscheinend auch nur Menschen *schmunzel) in dieser Form über sich nachdenken.

Vermutlich bist du da auch eher die Ausnahme - kann das sein?

Über das Spiel denken sicher alle nach, über ihr Leben erstaunlicherweise deutlich weniger...

Wünsch`dir Glück. lg Sven

Veröffentlicht von Marc am 02:53 PM, October 26, 2008 | Antwort hinzufügen

hallo andreas,
ich wünsche dir für die zukunft privat und beim pokern alles gute. unter druck spielen ist immer schlecht, versuche deine innere mitte zu finden, und befreit aufzuspielen.
gruß marc

Veröffentlicht von mat_luke am 02:43 PM, October 26, 2008 | Antwort hinzufügen

Schöner Eintrag. Die richtige Lebenseinstellung haste! (i.V.m. Poker auch) :)

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Erlaubte HTML tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd><iframe>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen