Phelps kann Hold’em! Sechs Stunden zu spät! One-Outer!

Am Sonntag kam ich in Vegas an und machte mich gleich auf den Weg zum Studio von realdeallv.com, um für die Eröffnung zu üben. Daniel und ich sind am Dienstag dabei, und Doyle wird dann gegen den Gewinner der Show spielen. Gegen 17.30 Uhr versuchte mich jemand anzurufen, aber weil ich auf der Bühne stand, konnte ich leider nicht rangehen. Wie sich herausstellte war es Lisa Wheeler, die mir mitteilen wollte, dass Phelps in der Stadt ist und sich mit mir treffen möchte. Um 18.30 Uhr rief mich dann Kenna James an und sagte mir, dass Phelps am Final Table des Ceasar’s Palace Poker Turniers sitzt. Ich bat Kenna mal im Ceasars anzurufen und nachzufragen, ob er noch da ist. Nein, war er nicht. Ich rief also Todd Brunson an, und dieser sagte mir, dass Phelps gerade im Palms Poker spielt. Später, so gegen Mitternacht, bekam ich von Wheeler die Nachricht, dass Phelps im Palms ist und ich kommen soll. Layne, Kenna und ich machten uns also auf den Weg, um mal „Hallo“ zu sagen. Normalerweise jage ich Stars ja nicht nach, aber in diesem Fall ist das was anderes. Phelps steht ganz oben auf der Liste der Leute, die ich unbedingt mal treffen möchte. Sonntag ging es dann mit Phelps ins „Tryst“ im Wynn, wo ich so gegen 3.00 Uhr von Dannen zog. Vorher habe ich Phelps und seine Leute aber noch eingeladen zum $15.000 Bellagio Event mal vorbeizuschauen, damit ich sie ein wenig herumführen kann und Phelps auch mal die ganzen Spieler treffen kann. Phelps ist ein Pokerfan, was cool ist, denn eigentlich ist doch auch jeder ein Fan von Phelps.

Am Montag bin ich so gegen 13 Uhr aufgewacht und hab dann erstmal ne Stunde nichts getan und gefaulenzt. Das Turnier hat zwar schon gegen Mittag angefangen, aber wen interessiert das schon… Um 14 Uhr machte ich mich dann für eine Stunde auf ins Fitnessstudio, um 15.15 Uhr ging ich erstmal Kaffee trinken und lag dabei am Pool. Gegen 16 Uhr entschied ich mich noch ein kurzes Nickerchen zu machen, aber just in dem Moment rief mich Phelps an. Ich zog mich also noch schnell an und führte ihn eine gute Stunde lang durch den Raum. Phelps kannte einfach jeden! Er ist wirklich ein Pokerfan, und dazu noch ein junger und guter Spieler. An seinem Final Table am Sonntag im $1.500 Ceasar’s Turnier brachte er seine 90.000 Chips bei Blinds von 4000/8000 mit Ah Kh gegen KJo in die Mitte. Der J auf dem River beendete leider alle Siegträume, dennoch wurde er als Neunter mit Standing Ovations verabschiedet.

Um 17 Uhr hab ich es dann doch noch geschafft, mich kurz hinzulegen und schaffte es so gegen 17.50 endlich im Pokerraum aufzutauchen, um meine erste Hand zu spielen. Mein Starting Stack betrug $45.000, davon waren jetzt ein paar Stunden später noch $39.000 übrig. Es tat also nicht wirklich weh, etwas später gekommen zu sein. Meine erste Hand konnte ich dann auch gleich gewinnen und war rauf auf $42.000. Bei Blinds von 200/400 und einer Ante von 50 limpten zwei Spieler, Alan Goehring raiste von Platz 7 auf 1.200, Jennifer Tilly callte vom CO (Platz 8), ich callte vom Button (Platz 9) mit Qs Ts, und auch die beiden Limper callten. Fast hätte ich Preflop gefoldet, aber ich entschied mich ein wenig zu gambeln. Der Flop (Qc 8d 4c) wurde zu mir gecheckt. Ich setzte 4.100, woraufhin alle bis auf Tilly foldeten. Sie begann mit ihren Chips zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich sie zu 100% geschlagen habe, denn ein Set, eine Dame, oder auch einen Draw hätte sie angespielt – kenne deinen Gegner! Sie callte und am Turn kam die 6h. Jennifer setzte ungefähr 7.200, die ich sofort callte. Der River brachte die Td, woraufhin sie 12.000 setzte. Ich überlegte nun ob ich vielleicht raisen sollte, entschied mich aber nur zu callen, da sie ein Set haben könnte. Sie drehte dann auch TT um, und ich war erstmal bedient. Durch einen One-Outer habe ich die Hälfte meiner Chips verloren. Trotzdem respektiere ich Jennifer und mag sie auch, deswegen habe ich auch nicht soviel rumgeheult.
Eine knappe Stunde später, nachdem ich Interviews und den ganzen anderen Kram erledigt hatte, spielte ich mit Eli Elezra Chinese Poker in Bobby’s Room, als der Doug Dalton, der Cardroom-Manager, an meinen Tisch kam und erzählte, dass Phelps im Raum sitzt, No Limit Hold’em spielt und eine ganze Menge Aufmerksamkeit auf sich zieht. „Warum lasst ihr ihn nicht hier im legendären Bobby’s Room spielen?“ fragte ich Doug. Dalton meinte zwar, dass sie eigentlich einen Tisch mit solch kleinen Einsätzen nicht in Bobby’s Room spielen lassn würden, aber für den Kerl kann man ja mal eine Ausnahme machen. Ich habe Mike

gefragt, ob er wechseln möchte, und natürlich war der ganze Tisch einverstanden und wechselte mit. Vorher hat Mike aber, bescheiden wie er nun mal ist, den Tisch gefragt, ob sie damit einverstanden sind. Mike verließ den Tisch später mit einem Plus von $5.000, ich konnte gegen Eli $17.500 beim Chinese Poker gewinnen. Wir machten uns dann auf den Weg zum Abendessen ins „Nove“ im Palms. Mike brachte dort einen ziemlich guten Spruch: „Phil, deine elf Bracelets sind wirklich beeindruckend, (ich wusste was jetzt kommt…) aber du weißt ja, ich habe 14 Goldmedaillen.“ Er hatte wohl Angst, dass ich das falsch verstehe und schob sofort ein „Bitte versteh das jetzt nicht falsch“ nach, aber ich war von dem Spruch schlichtweg begeistert. Etwas Ähnliches habe ich letztes Jahr zu Michael Jordan gesagt. Der wollte mir damals erst eine verpassen, fing dann aber an zu lachen und klatschte mit mir ab.

Während der zwei Tage fielen auch noch ein paar andere Sprüche. Ich sagte Mike z.B.: „Neben der Tatsache, dass wir beide Hold’em lieben, haben wir noch etwas gemeinsam. Wir wollen beide Geschichte schreiben, wobei dich aber niemals jemand einholen wird. Ich hab gleich eine ganze Horde von Spielern hinter mir, wie z.B. Chan, Brunson, Seidel, Flack, Ivey, Ferguson, Cunningham und Negreanu“. Beim Essen gesellten sich dann Layne Flack, Antonio Esfandiari, Phil Laak, Gavin Smith, Yosh Nakano und Shun zu uns. Auch ein paar der bekannten Online-Spieler waren dabei, wie auch einige von Phelps Freunden, die übrigens alle super nett sind. Später ging es dann noch zum Tanzen und ein paar Drinks ins „Prive“. Während der Zeit mit Phelps habe ich ihn als einen bescheidenen, respektvollen jungen Mann kennengelernt, mit dem man eine Menge Spaß haben kann und der das Rampenlicht in dem er steht genießt, wie ein kleiner Bub im Süßwarenladen.

Ich freue mich jetzt schon auf die Premiere von The Real Deal. Ich bin ja nicht nur einmal zu sehen, sondern auch noch in beiden Shows am Mittwoch, dann zusammen mit Gavin Smith.

(translated by 'Ghostwriter')

Kommentare

Veröffentlicht von EddyFan am 11:09 AM, October 30, 2008 | Antwort hinzufügen

bester spruch ever hahaha :D

"Phil, deine elf Bracelets sind wirklich beeindruckend, (ich wusste was jetzt kommt…) aber du weißt ja, ich habe 14 Goldmedaillen.“

Veröffentlicht von Carsten am 11:44 AM, October 28, 2008 | Antwort hinzufügen

Gibt es eigentlich auch beim Pokern Dopingmittel die Phelps helfen koennen, ohne wirds bei ihm ja wohl nicht mehr gehen.

Veröffentlicht von Ghostwriter0 am 02:21 AM, October 28, 2008 | Antwort hinzufügen

irgendwo hab ich nen bild von phelps, chan udn hellmuth gesehen. ohne den schwimmanzug hätte ich den fast nicht erkannt. das kreuz wirkt da mal nicht ganz so breit :-)

Veröffentlicht von Göpfi am 01:40 AM, October 28, 2008 | Antwort hinzufügen

ich nicht :P

Veröffentlicht von admin am 10:35 PM, October 27, 2008 | Antwort hinzufügen

ich auch. :-)

Veröffentlicht von mat_luke am 05:09 PM, October 27, 2008 | Antwort hinzufügen

verdammt ich hab sehr lange gebraucht um zu kapieren, von wem er hier ständig spricht ^^ olympia is halt schon ne weile her :)

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