POKERKRISE ! ?

Nach dem die Teilnehmerzahlen monentan in vielen Turnieren rückläufig sind und bei den Cashgames die Fische nicht mehr in Schwärmen an den Tischen sitzen, wird in der Szene und unter Insidern diskutiert, wie es mittel- bis langfristig um den Fischbestand bestellt sein wird und ob sich eventuell der ein oder andere Hochseefischer ernsthafte Sorgen um seinen dis dato recht einfach erzielten reichhaltigen beständigen Ertrag machen müsse!Befinden wir uns etwa nicht nur in einer Finanz- sondern auch in einer Pokerkrise?
Die letzten 2 bis 3 Jahre waren von einem aussergewöhnlichen Pokerboom geprägt und vor allem die Medien sorgten in Kooperation mit den Marketingmaschinerien der Onlinecasinos dafür, dass sich zum Teil Menschen an die Pokertische verirrten, die nicht einmal das Board lesen konnten oder dazu in der Lage waren,ihre Karten so einzusehen, dass sie ihren Tischnachbarn verborgen blieben!Elementare technische Fertigkeiten, wie das Ausnützen der Position, die Provokation eines Bluffs, das Über-oder Unterwetten eines Potts, das ins Verhältnissetzen der eigenen Wette zum bereits im Pott vorhandenen Kapital oder viele andere Dinge, die ein durchschnittlicher Spieler aus dem Effeff beherrscht, waren diesen Neulingen, Interessierten oder Neugierigen so fremd, wie einem Eskimo das Benutzen einer Sonnenschirms!
Natürlich waren eben diese Spieler in ihrer nicht geringen Quantität de facto eine Gewinngarantie für den durchschnittlichen Spieler vor allem in den Cashgames!
Natürlich konnte dieses Szenario, dass sowohl der durchschnittliche als auch der überdurchschnittliche Spieler und selbstverständlich dazu noch der Profi ewig von den schlechten beziehungsweise unerfahrenen Spielern zehren konnten, nicht auf Dauer gut gehen!
Nicht nur die erfahrenen Spieler witterten ihre Chance, auch viele Casinos forcierten ihre Spiel-und Rahmenbedingungen, um möglichst produktiv an dieser Einnahmequellen beteiligt zu sein!
Im kleineren Rahmen schossen die Sachpreisanbieter wie Pilze aus den Böden, hiesige Casinos veranstaltetenn nun ausser Sonntags- und Montags- , auch noch Dienstags-,Mittwochs-, Donnerstags-, und Freitagsturniere, die Turnierwochen im internationalen Circuit wurden immer zahlreicher und länger und die Buyins für große Turniere schossen in astronomische Höhen bis hin zu 100 000 Dollaren(bei einem Event der Aussie Millions)!
Es ist trivial, dass diese Umsätze auf Dauer nicht finanziert werden konnten, zumal in den vergangen 2 Jahren sichtlich Fischraubbau betrieben wurde und es deshalb momentan dem Lauf der Zeit obliegt , dass sich der Pokermarkt auf natürliche Weise regelt!
Vor über 10 Jahren diskutierten u.a. Hausfrauen über diverse Aktien vom Neuen Markt und gaben Tipps, ob man dieses oder jene Papier kaufen oder verkaufen sollte, obwohl die meisten von ihnen wahrscheinlich nicht einmal wussten, wie sich der Preis einer Aktie bildet!
Natürlich existieren heute kaum noch Hausfrauen, die über Aktien diskutieren und schon gar nicht mehr über Aktien vom Neuen Markt!
Mit dem Pokerbusiness war und ist es teilweise ähnlich: die meisten Spieler, die einmal an einem Tisch saßen und irgendwie ein Spiel gewannen, dachten, dass sie gewisses Verständnis und Können besitzen.Sie besaßen dieses Denken und das Verständnis genau solange, bis sie nicht mehr über die ökonomischen Ressourcen verfügten, um am Pokerspiel teilzunehmen!
Da es vielen Spielern beim Pokern so ergangen ist wie nicht nur den Hausfrauen am Neuen Markt, befinden wir uns momentan in einem Umbruch!
Es findet sozusagen eine natürliche Selektion statt:
Qualität wird sich sowohl bei den Online-als auch Offlinecasinos durchsetzen, von den schwarzen Schafen im lukrativen Pokerbusiness werden einige geschlachtet werden und viele Spieler werden in Zukunft wieder viel härter um ihr täglich Pokerbrot kämpfen müssen!
Ich sehe diese Entwicklung keineswegs dramatisch, ich finde es sogar gut, dass das Zuckerschlecken im Pokerschlaraffenland langsam und sicher ein Ende nimmt und sich ein jeder in der Szene "bewegen" und entwickeln muss, um nicht still zu stehn oder ins Hintertreffen zu geraten!
Ausserdem bin ich überzeugt, dass sich der Pokermarkt durch diesen momentan stattfindenden Umbruch positiv entwickelt und auf Dauer sowohl für Profis, Amateure, Anfänger und seriöse Geschäftemacher interessant sein kann!
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen beim Umbrechen viel Erfolg,
Euer Andreas vom Team Betway

Kommentare

Veröffentlicht von Anonym am 02:19 PM, August 02, 2009 | Antwort hinzufügen

Sehr guter Artikel Andreas.
Für überdurchschnittliche Hobby Spieler ist kaum noch was zu
verdienen. Meistens findet man auch schon an den unterern
Limit Tischen ausgezeichnete Spieler. Es gibt nur eine Möglichkeit für die Poker Room Besitzer zu überleben. Weniger
Rake. Breitere Gewinnausschüttung !! Nicht nur 10 % bei Tunieren und 30% bei 10 SNG. Wenn die Gewinnverteilung
breiter ist kehren mit Sicherheit auch die schlechteren Spieler
zurück. Aber solange die Pokerroom Besitzer das nicht verstehen
wird das wohl zum verschwinden vieler Pokeranbieter führen.
Der Boom ist definitiv zu Ende!!
Gruß
Thomas

Veröffentlicht von Anonym am 01:29 PM, January 09, 2009 | Antwort hinzufügen

um weitere parallelen aus der wirtschaft zu ziehen: auto, pharma, immobilien... der boom hier ist vorbei, doch der neue boom ist in den emerging markets. wenn es gelingen sollte, in asien online pokern breit anzubeiten, dann wird noch mal ein goldrausch einsetzen. ansonsten konsolidiert sich der markt unter härteren bedingungen, aber gewisse limits werden auch weiterhin für disziplinierte durchschnittsspieler zu schlagen sein.

Veröffentlicht von niki_i am 10:28 PM, November 24, 2008 | Antwort hinzufügen

kann meinen vorrednern nur beipflichten. wenn ich mir die durchschnittsturniere so anschaue - z.B. Pokerstars - nehmen ja bis zu 2.000 Spieler teil. Und wie die Chancen zu gewinnen (zumindest Final Table) bei 2.000 Teilnehmern stehen, könnts euch ja denken. zudem spielen so viel irre mit, dass wenn dich nicht der erste ....., machts dann der zweite, oder 100ste. deshalb verlagere ich meinen schwerpunkt auf live-turniere.

Veröffentlicht von bisquitgun am 12:02 PM, November 24, 2008 | Antwort hinzufügen

Lieber Andreas,
solange die größeren Pokeronlineportale bei SnGs+Turnieren bis zu 10 % an Fees kassieren können, die bei realer Betrachtung selbst Profis kaum schlagen können, kann es keine Krise geben. Erst wenn die Masse erkennt, dass sie über den Tisch gezogen wird und den Konsum einstellt, dann gibt es eine Krise. Doch diesen Trend erkenne ich nicht. EPT-Budapest 2008 hat sagenhafte 8,75% an Fees abkassiert, Ergebnis: Ausverkauft+Warteliste. Solange es genug Bekloppte gibt, die solche Strukturen unterstützen, nenne ich das nicht Krise, sondern Lizenz zum Geld drucken für die Veranstalter.

Veröffentlicht von Tutschi am 09:41 PM, November 23, 2008 | Antwort hinzufügen

ICh denke auch nicht das es so langsam dem ende zu geht in meinem Freundeskreis bildet sich immer mehr leute heraus die das Cashgame für sich entdecken und die SnG Spielerei verlassen

Veröffentlicht von escobar2203der gerade nich angemeldet ist am 01:24 PM, November 23, 2008 | Antwort hinzufügen

ich weiss nich woher dieser eindruck kommt, dass poker sich zzt wieder verkleiner. bon da immer noch anderer meinung. tuniere zeigen rückläufige teilnehmerzahlen?! nehmen wir ept polen: für die ept recht kleines buyin und nebenbei ist warschau ja wohl nich der atraktivste paltz der welt. (will hier keinem auf die füsse treten glaube nur, dass montecarlo, barcelona, london, rtc. bei der masse besser ankommen) zur deutschen pokermeisterschaft muss ich ja dank eines bloogers(will keine namen nennen) dieser seite ja nichts mehr sagen.
gelichzeitig sieht man immer noch raab und konsorten mehrmals im jahr den oben beschriebenen spielstil praktizieren. pokeranbieter sind mittlerweile trikotsponsor von namenhaften fussballvereinen. boris becker is preist poker weiter als leistungsport an. obama is prsident und die leute haben im winter eh nich viel zu tun von daher freue ich mich nächsten sommer aufs erste me mit 10k teilnhemern :P

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