Nobraincup in Duisburg

Viele Pokerspieler sind bei manchen Problematiken sicherlich überfordert. Ob ein Spieler im Turnier nach mehreren All-Ins und Calls und Reraise All-In noch einmal Rerereraisen darf, ist für den Anfänger genauso schwierig zu verstehen wie die Quantenphysik. Schon der normale Spielablauf überfordert etliche Spieler.
Erstes Beispiel: Im Casino Duisburg wird Spread Limit Texas und Omaha gespielt. Blinds sind 2,5 und 5 Euro. Das Limit ist 30 Euro. In der Texasrunde trifft ein Spieler einen Royal Flush Draw mit dem Flop. Bevor der Turn gedreht wird, brüllt er "Kreuz Ass" durch das ganze Casino. Kommt aber nicht. Vor dem River schreit er noch einmal 10 Dezibel lauter "Asssss Kreuuuuzzzz". Sein Wunsch wird erhört. Er wettet 30 Euro und zeigt dabei ganz stolz seine Karten. Die Diskussion beginnt. Es war ja noch kein Showdown. Ausserdem ist ein weiterer Spieler vor dem River All-In. Die Casinoleitung erklärt seinen Royal Flush für tot. Er gewinnt nicht den Pot von ca 700 Euro. Die Entscheidung ist für den betroffenen Spieler brutal, meiner Meinung nach aber regelkonform. Interessanterweise gibt es einen Jackpot im Texas Holdem. Mit einem Tagesbeitrag von 5 Euro qualifiziert man sich mit einem Royal Flush für die Auszahlung. Der "Quickroller" hatte den Jackpotfünfer bezahlt. Nach erneuter Diskussion wurde entschieden, das ihm die ca 1200 Euro ausgezahlt werden. Sicherlich eine Konzessionsentscheidung, aber dadurch ist der Pokergemeinde ein Mitglied erhalten geblieben.
Zweites Beispiel: Geschehen heute wieder in Duisburg in der selben Limitpartie. Diesmal sass ich mit am Tisch. Beim Omaha gucke ich mir mit folgender Premiumstarthand den Flop an: 256J doublesuited! Dass man beim Omaha mit jeder Tapete treffen kann, zeigt der Flop: A34 mit 2 Pikkarten und einem Kreuz. Nicht nur dass ich die Strasse mit Verlängerungsmöglichkeit geflopt habe, ich habe sowohl Flushdraw als auch Backflushdraw. Nach 3 Raises ist mein rechter Nachbar All-In. Insgesamt sehen 5 Spieler den Turn: 4 ! Zum Kotzen. Mein Nachbar sieht das Ganze natürlich entspannter und zeigt erst mir seine 2 Asse, danach allen anderen. ER ist ja All-In. Seine schwache Ausrede, er wäre zum Showdown aufgefordert worden. Diese Stimme hat er aber exklusiv gehört. Gleiche Konsequenz wie im ersten Beispiel. Die Karten landen im Muck. Weiter geht es. River uninteressant. Der glücklicher Gewinner klappt 34XX um und sammelt ca 800 Euro ein. Eigentlich ungewinnbar. Ausser mit Runner Runner 33 oder 44. Oder so wie geschehen ...

Kommentare

Veröffentlicht von Baskendoyle am 08:13 PM, May 26, 2009 | Antwort hinzufügen

lol germanments;

Veröffentlicht von Dealer am 12:03 PM, January 25, 2009 | Antwort hinzufügen

Tja, solange es keine einheitlichen Pokerregeln gibt wird das wohl immer Hausrecht bleiben.

Veröffentlicht von Anonym am 03:55 PM, December 15, 2008 | Antwort hinzufügen

Bei der EPT in Barcelona dieses Jahr waren gezeigte Karten vor dem Showdown automatisch gefolded. Ob man die Nuts hatte oder nicht. Was ich auch für vernünftig halte. Jeder halbwegs gute Spieler sollte auch bei einem Absolut Nut Hit seine Emotionen kontrollieren können !

Veröffentlicht von vhone am 03:45 PM, December 09, 2008 | Antwort hinzufügen

@MrBlack: Mitnichten, das entscheiden die Casinoregeln. In Wiesbaden war es früher wie von Christian beschrieben und seit diesem Jahr ist es so wie Du sagst - zumindest im Turnier.

Ich bin doch in Situationen wie der beschriebenen auch eher dafür, dass Dummheit bestraft wird. Manchmal gibt es grenzwertige Situationen, z.B. wenn einer seine Karten so zuhält, dass jemand es übersieht.

Veröffentlicht von CincinnatiKid am 10:50 AM, December 09, 2008 | Antwort hinzufügen

Geschichten aus dem Leben sind doch immer die Schönsten.

Veröffentlicht von Mr Black am 10:27 AM, December 09, 2008 | Antwort hinzufügen

Eine offene Hand ist nicht tot, sondern lediglich die Action wird für dieses Spieler eingefroren (keine weiteren Bets mehr für ihn oder aktive Beteiligung an späteren Wetten). Außerdem soll ein Öffnen der Karten unmittelbar mit einer 1 Round Penalty (also 1 Orbit) belegt werden.

In diesem Fall wären also die letzten 30 € nicht mehr in den Topf gegangen.

Noch expliziter ist der Fall geregelt, wenn es sich um eine zwingend gewinnende Hand handelt. Diese kann nicht vom Dealer gekillt werden.

Es macht übrigens einen Unterschied, ob die Karten nur geöffnet werden, oder über die Betting Line gefoldet werden...

Insgesamt also dumm gelaufen das Ruling in Duisburg.

Veröffentlicht von Willy am 03:26 PM, December 10, 2008 | Antwort hinzufügen

Hallo Mr. Black,
das Ruling in Duisburg ist nicht dumm gelaufen. Dumm ist derjenige, der sich für allwissend hält. Es gibt Regeln und an die habe ich mich als Spieler zu halten. Das diese in einzelnen Casinos voneinander in Nuancen abweichen mag sein. Wichtig ist jedoch, dass sie konsequent eingehalten werden, womit sich auch die Spieler daran gewöhnen können. Schon vor 12 Jahren, als in der WestSpiel-Gruppe Poker eingeführt wurde habe ich erlebt, wie Pokerspieler Streitigkeiten mit Hilfe ominöser Regeln immer zu ihren Gunsten auslegen wollten. Wenn die Casinos darauf eingegangen wären, würde Heute das reinste Chaos herrschen. Egal wo ich bin, ich muss mich an die dortigen Regeln halten, oder ich muss diesen Ort meiden. Diese Diskussion habe ich übrigens auch schon mit Herrn Walczewski geführt.

Veröffentlicht von Anonym am 02:48 PM, December 09, 2008 | Antwort hinzufügen

Das ist von Casino zu Casino und Turnier zu Turnier unterschiedlich Es gibt sehr wohl Casinos (offensichtlich Duisburg), in denen das Öffnen der Karten dazu führt, dass die Karten tot sind.

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