Review der Full Tilt Poker.Net German Pro Challenge

Den nachstehenden Beitrag hatte ich bereits am 24.09. gepostet, war dann aber gebeten worden die entscheidenden Passagen zu löschen um das Ergebniss nicht vorwegzunehmen:

Am Freitag den 12.09. Morgens landete mein Flug aus Bangkok mit einiger Verspätung in Frankfurt. Für mich fühlte es sich eher an wie Freitag der 13., bzw. jedenfalls wie ein sch**ß Tag. Kalt, regnerisch, am Zoll und auf dem Weg nach Hause schlug mir Unfreundlichkeit ins Gesicht, tja, Deutschland hatte mich wieder...

Mir blieben genau 5 Stunden um heimzufahren, auszupacken, neu einzupacken und nach Mainz zur Generalprobe der am nächsten Tag stattfindenen Million Euro Challenge zu fahren. Obwohl ich mental, wie man so schön neudeutsch sagt, noch nicht angekommen war, konnte ich eine ordentliche Präsenz darbieten und auch den SnG Workshop in Zusammenarbeit mit Birdie souverän über die Bühne bringen. Zwar war es schön die deutschen und internationalen FTP Pro Kollegen wiederzusehen, insbesondere meinen Spezl und Spassmacher Roland "Eeeeedge" deWolfe, dennoch war ich letztlich froh als ich heil zuhause ankam.

Bereits 2 Tage später ging es für mich nach München zur "Full Tilt Poker.Net German Pro Challenge", einem fürs TV produzierten Turnier das in den DSF Studios aufgezeichnet wurde. In dieser Erstauflage wurden die 4 Bracelet Gewinner des Teams und 2 starke Pros aus Österreich zur Teilnahme eingeladen. Zu gewinnen gab es für den Sieger ein Paket zu Poker After Dark im Wert von USD 25.000, für die Plätze 2-6 gestaffelte "Aufwandsentschädigungen". Konkret sah der Draw dann wie folgt aus:

Seat 1: Markus Golser
Seat 2: Eddy Scharf
Seat 3: Martin Kläser
Seat 4: Thomas Bihl
Seat 5: Jens Vörtmann
Seat 6: Erich Kollmann

Mit dem Draw war ich nicht unzufrieden, insbesondere den mit Abstand loosesten Spieler, Martin, vor mir agieren zu haben war ein Vorteil. Weniger zufrieden war ich mal wieder mit meinem Blatt, mein Gejammer will keiner hören aber es ist einfach eine Tatsache das ich 5 Level lang wieder einmal ohne Pocket Paar und ohne ein einziges Ass (!) agieren durfte bzw. musste.

Es entwickelte sich eine interessante Partie in der sich niemand scheute einen Flop, Turn oder sogar River zu sehen. Ganz anders, und natürlich für den TV Zuschauer sehr viel interessanter, als die TV Turniere bei denen ich zuletzt teilgenommen habe. Der Veranstalter hatte 10.000 Chips Starting Stack und eine vernünftige Struktur aufgerufen und wurde durch mehr als ansehnliches Poker belohnt! Auch am Turnierdirektor hatte man nicht gespart und die Nr.1 der Szene, Thomas Kremser, engagiert.

Dank meines tighten Images gelang es mir mit meinen wenigen Raises gut durchzukommen und auch ein RR mit T3o (Gruß an Andreas Krause) und ein Anspiel am Turn mit 7 hoch zu landen. So gelang es mir meinen Stack konstant zu halten bzw. sogar leicht auszubauen. Der Reihe nach verloren wir Markus Golser, Erich Kollmann und Martin Kläser und die Chipsverteilung sah nun ungefähr so aus: Vörtmann 40K, Bihl 12K, Scharf 8K, bei Blinds von 500/1.000

Keine ideale Ausgangslage, aber auch nicht unmöglich. Ich hatte mich den ganzen Tag recht komfortabel gefühlt und sah keinen Grund dies zu ändern. Dann kam es bzw. kam es nicht zur ersten Key Hand:
Eddy pusht seinen Button, ich halte 55 im SB. Prinzipiell ein marginaler, aber letzlich doch Call unter dem Motto "Play to Win", oder etwa nicht? Man erinnere sich bei dieser Gelegenheit auch an den Call mit 55 beim Poker Nations Cup gegen den Push von Channing. Ich nahm mir lange Zeit und foldete letztlich. Den Ausschlag gab das Eddy mir kurz vorher einen Walk gegeben hatte und ich ihm daher mehr als für "Any Two will Do" Respekt geben musste, zudem sass ja anders als in Cardiff noch ein Spieler hinter mir. Eddy kam freundlicherweise meiner Anfrage nach und zeigte A7o, also genau den Coinflip den ich vermeiden wollte. => In Ordnung!

Genau eine Runde später pusht Eddy wieder den Button und diesmal bleibt mir mit TT im SB nur eine Möglichkeit: Ein Insta Fist Pump Snap Call der gegen Eddy`s A3o+A+3 leider in Flammen aufgeht. Schade eigentlich. Meine letzen Chips brachte ich mit Kx gegen QJ unter, aber ein +K wurde durch +Q+Q zunichte gemacht und es war wieder einmal viel zu früh Endstation für mich. Das Heads-Up gegen Jens mit 20-40 Chipsverteilung hätte ich schon gerne probiert.

Das Turnier fand in Jens Vörtmann einen verdienten Sieger. Er hatte sich früh eine Chiplead erarbeitet und dem Turnier seinen Stempel aufgedrückt. Jens, der diesen Erolg seinem Bracelet und FTOPS Sieg folgen liess, ist in den USA sicherlich alles zuzutrauen. Für mich ist er gegen die überschätzten US Pros sogar ein kleiner Geheimfavorit. Details wann und gegen wen er antritt stehen noch nicht fest, aber ich wünsche ihm hiermit bereits ein kräftiges GOOD LUCK!

Für mich ging es noch am selben Abend nach Hause und ich genoss ein paar ruhige Tage bevor die WSOPE auf dem Programm stand übder die ich nächstes Mal berichten werde.

Haltet die Ohren steif, Euer Buzzer

Kommentare

Veröffentlicht von buzzer am 05:25 PM, December 29, 2008 | Antwort hinzufügen

Witzig fand ich das mir einige Laien ganz im ernst gesagt haben "Vielleicht hättest Du doch mit 55 callen sollen?"

Das ist ungefähr so logisch wie einer Person die nachts auf dem Heimweg auf hellbeleuchteter Strasse nahe einer Polizeistation überfallen, vergewaltigt und ausgeraubt wird zu sagen "vielleicht hättest Du doch die Abkürzung durch den dunkelen Park nehmen sollen".

Veröffentlicht von buzzer am 05:17 PM, December 29, 2008 | Antwort hinzufügen

@Marco S.: Berechtigter Einwand

@Pokergott: Ein "IFPSC" ist ein lustiger/ironischer Begriff für sofortiges Bezahlen. Bzgl. der KK Hand sehe ich eigentlich keine Alternative und da Martin Kläser halt leider nur xx hielt hätte es so oder so kein geld gegeben

Veröffentlicht von Ghostwriter0 am 10:11 PM, December 23, 2008 | Antwort hinzufügen

hab gerade angefangen zu gucken. lustig, dass bei der vorstellung alle armbänder erwähnt werden, nur das von buzzer nicht...

Veröffentlicht von Marco S. am 06:02 PM, December 23, 2008 | Antwort hinzufügen

Hey Thomas, wie kann es sein, dass 2 Overcardler dort sitzen und weder Du noch Eddy haben einen overcards-Schriftzug am Leib? War das nicht erlaubt, oder habt ihr keinen Bock auf Werbung gehabt?

Veröffentlicht von Pokergott am 12:21 PM, December 22, 2008 | Antwort hinzufügen

Hört sich ja lustig an aber was genau ist ein "Insta Fist Pump Snap Call". Ach so tightes Image hin oder her. Aber die KK Hand fand ich suboptimal gespielt aber ich weis auch die Stacksizes nicht mehr.

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