"Vote with your feet"...

"Vote with your feet" sagen die Amerikaner gerne. Auch bei uns gibt es den Spruch "mit den Füßen wählen gehen" allerdings ist dieser hierzulande weit weniger verbreitet. Gemeint ist das man zeigt etwas, meist ein Produkt oder eine Organisation, nicht zu unterstützen indem man etwas nicht mehr kauft, benutzt oder an einer Veranstaltung teilnimmt.

Mit etwas schmunzeln muss ich daher die aktuellen Blogeinträge und Berichterstattungen über die EPT Dortmund lesen. So schreibt der von mir sehr geschätze FTP-Kollege Erich Kollmann "Ich habe mir letztes Jahr geschworen, nie wieder in Dortmund eine EPT zu spielen, mich nie wieder so verarschen zu lassen wie in den beiden letzten Jahren." und kurz darauf "Meine Abneigung gegenüber der EPT in Dortmund ist ja bekannt und dennoch versuche ich es heuer noch einmal..."

Wie gesagt Erich ist ein Beispiel unter Hunderten. Alle haben vor zwei Jahren gekotzt, alle haben letztes Jahr gekotzt, und "alle" sind dieses Jahr wieder da! Dieses Jahr scheint alles noch schlimmer zu sein und man darf gespannt sein ob dann nächstes Jahr einige Pokerspieler mit den Füßen wählen gehen, bzw. indem sie daheim bleiben und die besagten Füße hochlegen.

Birdie jedenfalls hat mir am Telefon bereits versichert dass er nächstes Jahr definitiv nicht mehr den Weg auf die Burg finden wird auch wenn er dieses Jahr den Finaltisch erreichen würde. Da ich Birdie als einen sehr konsequenten Menschen kenne kann man sich darauf auch sicherlich verlassen. Jedenfalls drücke ich ihm jetzt für heute und die nächsten Tage gleich doppelt die Daumen. Denn das hätte nun wirklich Stil, ein Sieger der dem Veranstalter den Stinkefinger zeigt und nie mehr zurückkehrt. :-)

Jedenfalls werde ich mich auch selbst bemühen bei meinen Reportagen über meine Live Turniere weniger zu jammern, den man hat es sich ja selbst ausgesucht und die meisten Thematiken (Struktur, Fee, Gastro-Package) sind vorab im Internet zu erfahren und Erfahrungsberichte über die Vorjahre gibt es ebenso zuhauf.

Ansonsten habe ich für mich selbst entschieden weiterhin kosequent mit den Füßen zu wählen, das CCC in Wien mit seinem Horse Event (toll!) genauso zu unterstützen wie die CAPT Salzburg (Einführung von Shuffle Machines für mehr Spiel finde ich sehr lobenswert) und Dortmund Hohensyburg eben zu "bestrafen". Klar ich alleine werde nichts verändern, aber wenn mal hunderte verärgerte Spieler nicht wiederkehren und sich nicht dem (vermeintlichen?) Gruppenzwang beim größten deutschen Pokerturnier dabei sein zu müssen beugen sähe die Sache doch schon ganz anders aus.

In diesem Sinne, Euer Buzzer

Kommentare

Veröffentlicht von bisquitgun am 11:12 AM, March 14, 2009 | Antwort hinzufügen

egoistisch, egoistischer, am egoistischen, Pokerspieler....., diese Steigerung erklärt am besten aus welchem Grund niemals ein alleiniges Sprachrohr gefunden werden kann. Sollte nicht Pokerstars den feinen Herren in der Burg den Schuh gepflegt in den Hintern treten, passiert da gar nix. 2010 werden wieder 600 Unbelehrbare nach Dortmund pilgern, 2 Stunden am Check-in stehen, überhöhte Fees bezahlen, sich mit einem fragwürdigem Rahmenprogramm zwangsbeschäftigen und sich die letzten 5 Euro für den Eintritt aus der Tasche ziehen lassen, kurz: Treffpunkt kollektive Verarsche. Das es anders funktioniert zeigen die Casinos Austria. Als Deutscher sage ich es nur ungern, aber die dort in den Alpen haben uns nicht nur "pokertechnisch" um Längen geschlagen.

Veröffentlicht von Renzi am 12:57 PM, March 13, 2009 | Antwort hinzufügen

Naja wir Pokerspieler sind nunmal ein etwas merkwürdiger Menschenschlag der dazu einlädt ausgenommen zu werden... ob WSOP im großen über Hohensyburg bis zu den kleinen Jedermann-Turnieren. Die fairen Angebote sind die Ausnahme...

Veröffentlicht von dundee am 12:36 PM, March 13, 2009 | Antwort hinzufügen

Hallo zusammen,

in der Tat darf man keine Registrierung für den nächsten Tag vornehmen. Denn mit der Registrierung und Freigabe für den Turnierstart ist die Eintrittskarte für den jeweiligen Tag verbunden. (und dass ist lt. Spielbankengesetz von NRW verboten!) 300 (eigentlich waren es ja mehr Teilnehmer) aufgeteilt auf 4 Angestellte zum Check In sind schon einmal 75 Registrierungen pro Angestellten; X 1 Minute zur Bearbeitung (wenn es denn glatt gelaufen wäre) = ??. Man hätte vieles besser machen können.......
Weiterhin viel Erfolg bei der EPT !

Veröffentlicht von Ghostwriter0 am 09:09 PM, March 12, 2009 | Antwort hinzufügen

btw: ich wünsche mir ne edit-funktion für kommentare...

Veröffentlicht von Ghostwriter0 am 09:08 PM, March 12, 2009 | Antwort hinzufügen

Das Problem ist, das deutsche Casino, aus welchen Gründen auch immer, recht unflexibel sind. So muss sich jeder Spieler jeden Tag aufs neue registrieren und auch das Gastro-Package erwerben. Da man das nicht schon am Vortag erledigen kann gibt es jeden Tag lange Warteschlangen.
In gewisser Weise ist es also Schuld des Casinos und der deutschen Rechtssprechung, für die das Casino aber nichts kann.

Veröffentlicht von escobar2203a am 07:38 PM, March 12, 2009 | Antwort hinzufügen

würde auch gerne mal wissen was so schlimm an der ept is.
ok das gastro package is irgend wie jedes jahr wieder ärgerlich. aber wer 5k€ fürn seat latzt kann doch auch noch nen fuffi für was zu trinken vertragen. kann mir zumindest vorstellen, dass es woanders noch schlimmer ist. also von der struktur her kann man sich doch nich beschweren. ich meine 8 handed wird doch sonst nur stud gespielt.

Veröffentlicht von Alex am 07:14 PM, March 12, 2009 | Antwort hinzufügen

EPT in Österreich geht nicht mehr. Hats glaub ich bis vor 2 Jahren noch in Baden gegeben aber seit der Staat jetzt in seinen Casinos Poker anbietet (gibt auch eine eigene Internetplattform dafür) ist es irgendwie rechtlich nicht möglich dass dort wieder eine EPT stattfindet. Stattdessen haben sie halt die CAPT eigeführt, dessen letztes Event in Baden fast gleichzeitig mit der Poker-EM (1 Woche später) jedes Jahr endet.

Veröffentlicht von Posemuckel69 am 03:36 PM, March 12, 2009 | Antwort hinzufügen

Ich weiß jetzt wirklich nicht, was jetzt so skandalös sein soll?

Vielleicht das sich um 14 Uhr 300 Leute gleichzeitig für das Turnier anmelden wollen. Ist das die Schuld des Casinosß

Bitte klärt mich auf!

Veröffentlicht von Cincinnati Kid am 11:53 AM, March 12, 2009 | Antwort hinzufügen

Dortmund bietet das einzige Casino in Deutschland an, wo man eine EPT in dieser Größenordnung problemlos spielen lassen kann, ohne das es noch einem Tag 1c bedarf. Alternativ hieße es in einem anderen deutschen Casino, eine CAP 250-300 zu machen und das ist denke ich bei den EPT-Verantwortlichen weniger gewünscht. Eine örtliche Veränderung würde es dann wohl nur mit einem Wechsel in das Nachbarland Österreich geben.

Veröffentlicht von Raimus am 11:22 AM, March 12, 2009 | Antwort hinzufügen

Eine wirklich zutreffende Bestandsaufnahme, Herr Biehl. Das von Ihnen beschriebene Phänomen kann man bei vielen Turnieren, nicht nur auf dem (Buy-In)Niveau der EPT Dortmund beobachten.

Ich habe in meinem Leben schon viele (allerdings preiswertere) Turniere gespielt und es dabei so gut wie noch nie (!) erlebt, dass aus den Reihen der Spieler keine Kritik kam: zu wenige Startchips, zu kurze Blindintervalle, zu hohe Entry-Fee, miese Organisation, etc.

Derartige Kritik hat nach meiner Erfahrung aber auch noch nie dazu geführt, dass durch Boykotthandlungen Turniere wegen schwindender Teilnehmerzahlen ausfallen mussten.

Nur ein Beispiel dazu: Im letzten Sommer war die Anmeldeprozedur für die täglichen Turniere des Berliner „Pokerfloor“ unerträglich. Spieler standen bis zu zwei Stunden Schlange, nur um im Extremfall zu erfahren, dass der letzte Turnierplatz an den Typen drei Positionen vorn in der Schlange vergeben worden war. Es herrschte extreme Unzufriedenheit unter den Spielern, ständig waren Bemerkungen wie: „… eigentlich müsste man das hier boykottieren“ zu hören. Es dauerte fast drei Monate, bis sich an dem Zustand etwas geändert hatte. Konsequenzen in Form von Boykott? Keineswegs! Im Gegenteil, die Spieler sind einfach früher erschienen, um einen besseren Platz in der Warteschlange zu ergattern und die Turniere waren weiter nahezu täglich ausverkauft.

Was zeigt uns das? Solidarität unter Pokerspielern ist verdammt schwer herzustellen. Das sieht man auch daran, dass zahllose Versuche zur Gründung von Interessenverbänden nie richtig gefruchtet haben. Wie denn auch? Das Fundamentalprinzip des Spiels ist doch, andere zu übervorteilen. Innerhalb des Spiels zwar mit Methoden und Verhaltensweisen, die akzeptiert sind, außerhalb jedoch durchaus „schief“ angesehen werden, teilweise sogar gesellschaftlich sanktioniert sind (Täuschung, Irreleitung). Bei einem Pokerspieler muss daher doch zunächst einmal per se eine gehörige Portion Egoismus vorhanden sein. „Zuerst ich, dann Ihr“.

Und selbst wenn es so etwas wie Boykottsolidarität gäbe – auch daraus würden wieder sehr viele Spieler versuchen, Vorteile zu ziehen. Nach dem Motto: „Hoppla, 100 Pros haben angekündigt, dem Turnier XY in Z fernzubleiben? Da könnte man sich doch genau deswegen anmelden, immerhin wäre dann weniger ernstzunehmenden Konkurrenz dort.“

Zum Schluss möchte ich betonen, dass ich mich selbst dabei nicht als Ausnahme betrachte.

Veröffentlicht von joker_poker am 06:39 AM, March 12, 2009 | Antwort hinzufügen

ich habs angedroht...

Das ist der feine Unterschied... Die einen sind "satt" und können sich die Events aussuchen und die anderen würden alles dafür geben, einmal dabei zu sein. Mir persönl. wären die Bedingungen völlig egal, wenn man sich vor Augen hält, das man die Chance hat, in wenigen Tagen Millionär zu sein.

jokerpoker

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