Twitter, Golf, NBC Heads Up, große Swings auf UB

Hier kommt er, der längste Blog der Welt! Ob ihr es glaubt oder nicht, aber nun hat auch mich das Twitter-Fieber erwischt. Besucht doch auch mal meinen stark gekürzten Twitter-Blog auf

http://www.twitter.com/phil_hellmuth

Als ich letzten Dienstag auf UB mit $36.000 in den Miesen war, entschloss ich mich erstmal mit meinem Sohn Nicholas eine Runde Joggen zu gehen. Kaum waren wir wieder zuhause, ging ich auch schon wieder an die Tische. Denn bis die Limo kommen sollte, um mich zum Flughafen zu bringen, hatte ich ja noch eine halbe Stunde Zeit. Mir gelang ein unglaubliches Comeback! Ich ließ die Limo eine Stunde warten, schickte sie dann jedoch fort, verpasste meinen Flug und musste nach nur drei Stunden Schlaf einen anderen Flieger um 9:30 Uhr (Gnarf… ) am nächsten Morgen nehmen. Auch wenn mir diese online Session ein Paar Unannehmlichkeiten beschert hat, bin ich vollkommen zufrieden. Ich konnte alles wieder reinholen und ging ohne Verluste ins Bett.

Kaum in Vegas angekommen ging es dann auch sofort auf den Golfplatz für die „High Stakes Golf Runde“. Beim „High Stakes Golf“ wurden wir vom „Golf Magazine“ begleitet und starteten mit $10.000 pro Loch. Es traten an: Erick „EDOG“ Lindgren und Gavin „Gavvy“ Smith gegen Layne Flack und mich. Da Gavvy und EDOG die klar besseren Golfer sind, bekamen wir 2,5 Schläge Vorsprung, was gar nicht mal so wenig ist. Ausgetragen wurde das Duell auf dem Cascada Golfplatz in Vegas, wo das Grün nach einer Stimpmetermessung bestimmt auf einen Wert von 13 kommen würde. Mit anderen Worten: Das war das schnellste Grün, auf dem ich jemals gespielt habe. Der Platz ist wirklich schön, aber leider ist es in Vegas immer recht windig, und dieser Tag machte da dummerweise keine Ausnahme. Es war sogar so windig, dass das Putten davon beeinflusst wurde.
Layne spielte leider eine für seine Verhältnisse grauenvolle Runde, so dass ich die Hauptarbeit leisten musste und der Druck auf meinen Schultern lastete. Ich bin einfach nicht so gut, aber an diesem Mittwoch war alles anders. Seit sechs Monaten hatte ich keinen Schläger mehr in der Hand, aber als Layne Ball um Ball in die Wüste schlug, war ich bereit es allen zu zeigen und mein Bestes zu geben. Von den 20 Bällen, die Layne verschlug, konnte ich dafür 18 perfekt treffen. Normalerweise bin ich mit einem Eisen gar nicht gut, aber als Layne auf einem Par 3 Loch den Ball ins Wasser schlug, holte ich alles aus mir raus und schaffte es mit einem Wedge 129 Yard weit zu schlagen und bis auf 20 Fuß an das Loch heranzukommen. Ähnliches gelang mir später noch an einem anderen Loch. Dort schlug ich 169 Yards mit einem Siebener Eisen und kam bis auf 15 Fuß heran. Das war dann auch das entscheidende Loch. Denn mit Gleichstand hier, konnten wir das Loch mit einem halben Schlag Vorsprung gewinnen.
Einen meiner besten Schläge machte ich aus dem Bunker von Loch 16 (Par 3). Wir waren zwar nur 25 Fuß vom Loch entfernt, aber vor uns war ein steiler Abhang. Laynes Schlag ging total daneben und der Ball rollte zurück zu seinen Füßen. Mir gelang dann aber der perfekte Schlag. Hoch mit viel Rückwärtsspin landete der Ball zwar immer noch 17 Fuß vom Loch entfernt, aber wenigstens lagen wir nicht hinten.
Auf dem 18. Loch erhöhten wir noch einmal den Einsatz. Layne gelang wieder rein gar nichts, doch ich schaffte den besten Abschlag des Tages. 250 Yards, genau mittig und geradeaus. Bei seinem zweiten Schlag verzog Layne den Ball so stark, dass er über die Bäume auf eine andere Bahn flog. Nachdem ich aber jetzt mal dran war Mist zu bauen, waren wir happy, seinen Ball wiedergefunden zu haben. Er lag 170 Yards vom Loch entfernt im hohen Gras (Gavvy und EDOG waren nur 80 Yards weit vom Loch entfernt, kamen mit dem schnellen Grün aber auch nicht gut klar) und Layne schlug mal wieder ins Wasser. Zum ersten Mal machte sich jetzt der Caddy bemerkbar, als er sagte, dass ich es mit meinem Schläger niemals auf das Grün schaffen würde. Ich hatte ein Siebener Eisen in der Hand, allerdings verbesserte er mich, denn es war wohl ein Sechser. Ich glaubte ihm, sammelte trotzdem meine Kräfte und machte einen richtig blinden Schlag. Ich hoffte, dass der Ball weit kommt wenn ich ihn in einem flachen Winkel schlage, und erstaunlicherweise kam ich bis auf 19 Fuß ans Loch heran. Josh Sens, der Journalist des „Golf Magazine“, erzählte mir später, dass Gavvy und EDOG ganz schön am Fluchen waren „Was ist das für eine S*****e? Das darf doch nicht wahr sein…“ EDOG und Gavvy kamen mit ihrem nächsten Schlag bis auf 22 Fuß ran, trafen dann aber nicht. Ich sagte daraufhin zu Layne: „Ich schaffe es, den mit einer Hand zu putten, vertraust du mir?“. Ich hab auf dem 18. Loch schon oft einhändig eingelocht, das können auch meine anderen Golfkumpel bestätigen, ist jedenfalls beängstigend. Layne daraufhin: „Bitte nimm beide Hände“, ich erwiderte: „Ich schaff das schon mit einer Hand, vertrau mir.“ Nachdem ich ihn nochmal um Erlaubnis gefragt hatte, sagte er: „Mir wäre es lieber wenn du beide Hände benutzen würdest.“ Ich schaute mir die Situation nochmal genau an und kam dann aber auch zu dem Entschluss, dass ich besser beide Hände benutzen sollte. Der Ball ging leider nur fast rein, wir spielten auf diesem Loch Unentschieden und konnten die Wette somit gewinnen. Nur mal so am Rande: Layne hat auch ein paar Löcher einhändig gewonnen, auch wenn er einen schlechte Tag erwischt hat.
Auf dem Nachhauseweg waren EDOG und Gavvy bestimmt durchgehend am Kopfschütteln. Wahrscheinlich haben sie sich auch gefragt, wie sie nur gegen uns verlieren konnten, wo wir wirklich grottenschlecht gespielt haben. Wärt ihr dabei gewesen und hättet das Match gesehen, hätte wahrscheinlich jeder gedacht, dass die beiden uns auseinandergenommen haben. Nur durch die beste Golfrunde meines Lebens konnten wir einen kleinen Gewinn einstreichen.

Mittwochabend traf ich mich dann mit dem Vorstandsvorsitzenden von Zappos.com, Tony Hsieh und seinem Mitarbeiter Aaron Magness. Wir aßen im „Yellowtail“ im Bellagio, und es war einfach fantastisch. Tony ist ein super positiver Mensch, und wenn ich auch dabei bin, wird das dann ansteckend. Ich mag es, mich mit Menschen wie Tony zu treffen. Er hat sich alles erarbeitet und denkt, er kann alles erreichen. Tony ist gerade dabei das Geschäftsprinzip von Zappos.com zu verändern. Tausende von Firmen auf der ganzen Welt tun es ihm schon gleich, kopieren sein Modell und schauen sich an, wie Zappos.com Geschäfte macht. Die Firma gehört im Moment zu den Top Ten der „Firmen bei denen man arbeiten will“ in der Fortune 500 Liste. Am nächsten Tag habe ich mir den Laden mal angeschaut und eine Tour bekommen, die mich umgehauen hat. Auf einem Plasmaschirm wird in Echtzeit eine Weltkarte angezeigt, und jedesmal wenn etwas über Zappos.com bestellt wird, erscheint dort ein kleiner Fußabdruck und man sieht von wo die Bestellung kam. Mein Vater sagte währenddessen: „Oh, guck mal, da hat gerade jemand aus Milwaukee etwas bestellt.“ Auf einem anderen Schirm sieht man wie viel am Vortag verkauf wurde ($2.457.000). In 2008 waren es mehr als eine Milliarde Dollar. Tony und Zappos.com glauben, dass man den Käufern entgegenkommen und kundenfreundlich sein muss. Wenn ihr z.B. Schuhe bestellt, sind sie am nächsten Tag bei euch. Sollten sie nicht passen, dann ruft einfach bei Zappos an, und einen Tag später wird auch schon die passende Größe geliefert! Tony möchte jedenfalls einen außergewöhnlichen Kundenservice bieten.
Wie dem auch sei, ich war ganz schön beeindruckt von Tony und Aaron. Tony hatte irgendwie auch einen positiven Einfluss auf mich. Warum sollte es in meinem Leben überhaupt etwas Negatives geben? Ich bin doch schon ein total positiv eingestellter Mensch, aber warum sollte ich denn nicht noch ein bisschen positiver werden? Der „neue Phil“ wird sich jedenfalls die größte Mühe geben, keinen anderen Spieler mehr zu beschimpfen. Das verletzt doch nur den anderen und auch mich selbst.

Donnerstag war die NBC Heads Up Party, wo mir Mike Sexton in der ersten Runde zugelost wurde. In unserem Match am Freitag suckte ich ihn dann aus! Mit der schlechteren Hand, A-J, konnte ich ziemlich glücklich sein Q-Q schlagen. So wollte ich eigentlich nicht gewinnen… Sexton ist ein guter Spieler, aber den Sieg nehme ich dann natürlich trotzdem entgegen. In der zweiten Runde bekam ich es mit einem Onlinequalifikanten zu tun. Netter Kerl, ein Geschäftsmann namens Jeffrey Ishbia. Ich nahm ihn ziemlich ernst, konnte aber eine Menge guter Hände machen und somit schnell gewinnen. Ich floppte ein Set, eine Straße, mehrmals Top Paar und schon war alles vorbei. Danach bekam die Welt das Match, auf das sie gewartet hat. Mir wurde in der dritten Runde Tom „Durr“ Dwan zugelost. Ich legte mich vor der Partie aufs Ohr, wohingegen Dwan in der Nacht zuvor weg war und seine Stimme verloren hatte. Er spielte allerdings immer noch großartig. Unser Match war lang und gut. Ich denke Durr ist der beste Spieler der Welt unter 30 (Patrik ist doch schon über 30, oder?), und möglicherweise wird er eines Tages sogar der Beste sein. Für dieses Match werde ich später noch eine „Hand der Woche“ schreiben. Solange sei einfach gesagt, dass wir beide unser Bestes gaben, uns gegenseitig Fallen zu stellen, zu bluffen und zu re-bluffen. Schlussendlich konnte ich mit einer recht interessanten Hand gewinnen. Das Board zeigte A-J-9-5-9, ich hielt 9-5, Durr K-9. Seine Bet auf dem Turn callte ich nur, was schon ziemlich kreativ war. Die 9 auf dem River beendete dann das Match.
Sonntag trat ich gegen „Elky“ an. Es war ein schnelles Match, denn in der fünften Hand war schon alles vorbei. Ich bekam Q-Q, Elky A-A. Ich blieb dann noch, um meinem alten Freund Huck Seed zuzuschauen und mich mit ihm über seinen Turniersieg gegen Vanessa Russo zu freuen.
Mir wurde übrigens eine weitere Hand geschickt, die in den europäischen Foren heiß diskutiert wurde:

http://www.matchroompoker.com/handofweek.php?video=1

Hier endet nun auch mein fast 1.700 Wörter langer Eintrag, und ich denke, dass es jetzt wirklich der längste Blog der Welt ist!!!

 

(translated by 'Ghostwriter')

 

Kommentare

Veröffentlicht von redondo-j am 10:54 AM, August 17, 2009 | Antwort hinzufügen

Sehr interessant das ganze, man muss auch mal was wagen.

Greetz, euer redondo-j

Veröffentlicht von Ghostwriter0 am 02:20 AM, March 18, 2009 | Antwort hinzufügen

ich hab mir mal gerade die hand angeschaut. in der neuen staffel von hsp würde dwan niemals nen drilling folden, beim turnierformat in der premiere league aber schon.
ich werde aus dem nicht wirklich schlau. der spielt normalerweise sowas von aggro, dass zumindest ich seinen stil überhaupt nicht leiden kann. da passt der fold jetzt überhaupt nicht ins bild.

Veröffentlicht von Göpfi am 04:30 PM, March 17, 2009 | Antwort hinzufügen

Ich les das auch gerne.
Selbst die Golfgeschichten sind cool.
Weiter so!

Veröffentlicht von escobar2203a am 05:49 AM, March 17, 2009 | Antwort hinzufügen

patrik is afaik 29. aber trotzdem sehr nicer blog. is echt nice wie regelmässig er zzt blogt. vor allem immer sehr detailliert. würde mich mal über neue greg grunenberg (heroes) anekdoten freuen

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