Return to Sacred

Ich kann jedem nur empfehlen mal “Return to the Sacred” von Jonathan Ellerby zu lessen, denn das Buch hat mir sehr geholfen. Machen wir mal eine kleine Zeitreise zurück in den März 2008. Ich war damals total gestresst und ausgebrannt. Der Druck zeitgleich einer der besten Pokerspieler zu sein und mit dem ganzen Starrummel umzugehen, machte mir damals ziemlich zu schaffen. Dieser Umstand schlug sich auch auf meine Gesundheit nieder (zum Glück nur ein wenig), doch konnte ich mir nicht erklären warum das so ist. Ich meine, ich halte doch so viele Pokerrekorde, habe ein tolles Leben, bin berühmt, habe eine wundervolle Frau, tolle Kinder, 12 Millionen Bierdosen mit meinem Konterfei waren auf dem Weg, ein Buch auf der Bestsellerliste („Play Poker like the Pros“), eine Million Teilnehmer beim „Phil Helmuth Texas Hold’em“ Handyspiel, eine Kolumne in mehr als 40 Zeitungen, bin Teilhaber an mehr als 18 Firmen, war täglich im Fernsehen und vieles, vieles mehr. Wo lag also das Problem? Warum geht es so vielen Stars, die eigentlich ihren Wohlstand und Erfolg genießen sollten, so schlecht? Nun ja, meine Frau überzeugte mich jedenfalls mit ihr eine Woche ins „Canyon Ranch“ Wellnes- und Gesundheitscenter in Tuscon zu fahren. Um dort hinzukommen, rief ich einen Freund bei „Taser“ an und lieh mir für den Trip ihren Jet. Wir wählten das „Life Enhancement“ Programm (Lebensverbesserungsprogramm), und zudem bestand ich darauf eins der besten Häuser zu mieten, das es dort gibt. Ich dachte mir halt „wenn wir schon $18.000 für eine Woche ausgeben, warum dann nicht gleich $30.000, um noch mehr Luxus zu haben?“
Da ich mittlerweile auch Schmerzen in der Brust und in der Magengegend verspürte (zum Glück nur für drei Tage), wollte ich, dass jeder nur erdenkliche Test mit mir gemacht wird. Die Ergebnisse sprachen dann eine eindeutige Sprache. Alles war absolut „perfekt“. Ich wusste jetzt also, dass mein Unwohlsein keine physischen Ursachen hat, sondern, dass das Problem wohl von psychischer Natur sein musste. Ich nahm dann an einem Workshop von Jonathan Ellerby teil und traf damit voll ins Schwarze. Ellerby nahm unser Leben auseinander und mir wurde bewusst, dass ich zu sehr eine Charakterrolle spielte, als einfach nur „ich“ zu sein. Es stimmt, der große Kerl mit den dunklen Klamotten, den ihr am Flughafen mit der schwarz-goldenen PH Kappe und einem Ipod-Kopfhörer im Ohr seht, ist die „Poker Brat“, zugleich bin ich aber auch Phil Hellmuth. Als „Poker Brat“ gönne ich mir Dom Perignon in den VIP Bereichen der angesagtesten Clubs, hänge mit Weltstars und hübschen Frauen rum - als Phil Hellmuth bleibe ich aber meiner Frau treu, gebe täglich Autogramme und erfülle meinen Fans ihre Fotowüsche. Die „PokerBrat“ gewinnt große Turniere, heult rum wenn ein Amateur durch schlechtes Spiel mal wieder ausgedrawt hat, kann den Mund auf ESPN nicht halten, spielt High Stakes Poker auf Ultimatebet.com, heult auch da in der Chatbox rum und sagt z.B. „Wenn Glück nichts damit zu tun hätte, würde ich immer gewinnen!“ Phil Hellmuth jr. ist im Gegensatz dazu ein totaler Familienmensch, der gerne mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen zuhause in Palo Alto bleibt, Bücher und Kolumnen im Coffeshop oder Büro schreibt, am Telefon Interviews gibt, „Heroes“, „Life“, „Lost“, „The Closer“ oder Sport im Fernsehen schaut und sich um die „Poker Brat“ Kleidungsfirma (PokerBrat.com), sowie den „Phil’s House“ Verlag kümmert. Anders ausgedrückt: Phil Hellmuth lebt ein recht ruhiges Leben.
Ellerby hat mir z.B. beigebracht, dass jemand der mich anstarrt es merkt, wenn ich zurückstarre, auch wenn ich meine Sonnenbrille aufhabe und dass das der Grund ist, warum sie dann meistens anhalten. Gehe ich jetzt also durch einen Flughafen, dann konzentriere ich mich nur auf den Punkt, den ich erreichen will, und schenke den ganzen Gaffern, Kommentaren, und Leuten die anhalten, wenn sie mich sehen, keine Beachtung. Ellerby machte mir klar, dass ich zu sehr als „Poker Brat“ lebte. Nach dieser „Diagnose“ ging es mit meiner Gesundheit, die ja zum Glück nur ein paar Tage wirklich angeschlagen war, in kürzester Zeit wieder aufwärts. Natürlich taten die überragenden Testergebnisse ihr übriges (mir wurden dafür insgesamt 14 Röhrchen mit Blut abgenommen…). Zudem weiß ich jetzt, dass ich weniger Zucker zu mir nehmen sollte und generell mehr Obst essen muss. Ellerbys Buch kann ich wirklich nur jedem empfehlen der sich die Zeit nimmt, es gründlich zu lesen.

Dieses Wochenende geht es zum „Teampoker“ ins Ceasar’s Palace. Meine beiden Teamkameraden sind Mike „The Mouth“ Matusow, und der Besitzer der LA Laker, Dr. Jerry Buss. Wir werden schwarz-gelbe Trikots tragen. Die sind meinen UB-Shirts recht ähnlich, auf dem Rücken steht aber noch unser Teamname, „The Favorites“. Das sagt glaube ich alles!

 

(translated by 'Ghostwriter')

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