Von einem Laydown und einem Call

Hallo Overcards-Community,

Phil Hellmuth hat sich eben verdoppelt. Er vertraute seinen Instinkten und behielt Recht. Mein Kollege Sven Lucha, den ich heute unterstütze, musste eine gute Hand weglegen, sehr wahrscheinlich ebenfalls zu Recht...

Vor dem großen Phil Hellmuth aus Palo Alto erzähle ich von Sven Lucha aus Altötting. Er war heute mit 161k und damit etwa 2/3 über Average in Tag 3 gestartet. Die Blinds lagen bei 600–1.200 mit 200 Ante.

Sven callt die UTG Raise von 2.600 im Cutoff mit AQ. Der Button hat in etwa 100k und bezahlt ebenfalls. Der Flop ist toll: Q72 mit Flushdraw, allerdings nicht in Svens Farben. Der preflop Aggressor contibettet 5k und Sven raist auf 16k. Nun geht der Button All In. Alle folden.

Ein wenig hadert Sven mit der Situation, doch postflop ist das völlig ok. Ein richtiger, notwendiger Fold von Top-Top. Sven kann nicht orten, ob der Button den Flushdraw oder ein Set pusht. Etwas anderes schliesen wir praktisch aus, da der Push cold kommt und gegen zwei Spieler geht, die sich beide schon erfreut über den Flop gezeigt haben.

Selbst wenn man nur nach Equity rechnet und Turnieraspekte außen vor lässt, muss der Button einfach unrealistisch viel öfter den Draw als das Set halten, um einen Call profitabel zu machen. Denn catcht Sven den Semibluff, so ist er nur etwa 2:1 Favorit. Läuft er aber ins Messer, so ist er faktisch tot.

Sven hat sich jedenfalls von der Hand und dem Frust darüber lösen können, strich andere Pots ein und cruste relaxed in Break 1 mit 170k.

Nun zum großen Phil: Er zwitscherte dies, nachdem man ihn so sah:

Just made my call of the year!! FLOP 10-9-3, I have Qh-Jh in BB, i check call 6k. Kd, ck, he bets 6k, i make 16k, calls. 3 pairs i bet 15k

He moves all in! 104,900 more and i have around 125 left easy to fold and make end of day, but i study 8 mins, and go w instincts and call!

Auch hier wurde natürlich bei Blinds von 600-1.200 und 200 Ante gespielt. Preflop hat Phil seinen Big Blind mit QJs verteidigt. An einem T93 Board spielt der Aggressor gegen Phil eine 6k Conti. Phil bezahlt für seinen guten Open-ender. Als Phil am Turn die Nuts macht, check-raist er die Bet von erneut 6k auf 16k und wird bezahlt. Nun pairt das Board mit einer 3 und Phil setzt 15k for Value. Sein Gegner shipt, was Phil 105k abverlangt und ihn im Falle einer Niederlage mit 20k in den Push or Fold Modus schicken würde. Er überlegt volle 8 Minuten. Nahezu jeder mit Mediaausweis ist am Tisch. Phil zahlt und gewinnt vor laufenden Kameras. Er weiß schon, was er tut – am Tisch und auch drum herum.

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan M. Kalhamer
the-gambling-institute.de

 

Kommentare

Veröffentlicht von zawi am 09:57 AM, July 14, 2009 | Antwort hinzufügen

Was könnte er gehabt haben, AA, AK, KQ, T9s, viel mehr fällt mir nicht ein. Statistisch ist das Full eher unwahrscheinlich (6 %) und seine Overbet am River weist auch nicht zum Full.

Am Ende wird Phil seinen Gegner wohl körperlich gelesen haben
was seine größte Stärke ist.

Veröffentlicht von Angela am 12:16 AM, July 12, 2009 | Antwort hinzufügen

Ja, macht Spaß zu lesen!

Veröffentlicht von wissewer am 12:45 AM, July 11, 2009 | Antwort hinzufügen

schöner bericht! tolle und aktuelle infos - weiter so!

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