Mermaid Challenge 2009 in Wien

Knapp 1000 Kilometer lagen auf dem Hinweg vor uns. Es ging nach Wien zur Mermaid Challenge ins Montesino. 21 Spieler verteilt auf drei Bullis, wobei jedes Klischee bedient wurde. Der Rentner-Bulli lies es recht ruhig angehen, das Party-Mobil kennt nun auf Grund zahlreicher Pinkelpausen wahrscheinlich jeden Rastplatz zwischen Bielefeld und Wien, und dann waren da noch wir im Normalo-Bulli. Kurz nach der Abfahrt stellte sich dann heraus, dass eine unserer Mitfahrerinnen zwar ihren Freund nach Wien begleitet, aber kein Ticket hat. Jetzt ging das Rotieren los, denn ich hatte noch eins in der Hinterhand, allerdings hat man mich mit diesem Ticket in den in wenigen Stunden startenden Heat gesetzt (warum auch immer). UMTS-Flat und Laptop sei Dank konnten wir noch schnell eine eMail an Rupert Ecker von Mermaid Poker abschicken und hofften nun, dass alles klappt. Die Antwort kam innerhalb weniger Minuten, alles gut, Ticket ist übertragen. Das nenn ich mal prompten Service!

Die Hinfahrt verlief ohne größere Probleme, aber das Sidevent am Abend konnten wir uns abschminken, dafür war es dann doch schon zu spät. Der Großteil der Truppe verbrachte die Nächte im Etap Hotel in direkter Nähe des Montesino, fünf unerschrockene, darunter ich, hatten sich jedoch für eine Ferienwohnung in der Stadt entschieden. Hört sich toll an, ist es eigentlich auch, aber wenn man jede Nacht gegen 2.00 Uhr aus dem Casion geht, dann hat sich das mit dem Wiener Nachtleben auch erledigt.
Kurz in der Wohnung eingecheckt, Zimmer verteilt, und wieder runter um beim freundlichen Rumänen noch ne Pizza zu essen. Was waren das für Monster! Kaum alle zu bekommen, und dazu noch super lecker! In dem Laden war ansonsten aber nichts los, wird wahrscheinlich eher zur Geldwäsche genutzt. Uns war es egal, Pizza lecker und nicht teuer, was will man mehr?

Danach ging es dann aber doch noch ins Montesino wo wir uns mit dem Rest der Gruppe trafen. Eine Runde gedreht, und ab an den NL200 Cashgame-Tisch. An meinem Tisch saß dann auch gleich ein Spieler von uns. Ich konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen was an dem Tisch noch passieren würde…
Ein leicht angetrunkener Wiener auf der 4 raist vor dem Flop mit Wiener Akzent auf 22, alle folden. Nächste Hand wieder auf 22, er bekommt einen Call, spielt den Flop hoch an, und kassiert den Pot ein. Das geht natürlich nicht lange gut und er ist pleite. Er zückt einen 500er, lässt ihn klein machen und bleibt seiner Linie treu. Keine halbe Stunde später ist er wieder pleite. Jetzt fragt er den Dealer ob er sich auch mit 300€ einkaufen darf, da das Maximum eigentlich bei 200€ liegt. Der Dealer hat kein Problem damit wenn wir Spieler einverstanden sind, ruft aber trotzdem den Floorman. Dieser hat auch kein Problem damit wenn es für uns ok ist, und nachdem wir alle einstimmig und lautstark dafür waren ging es weiter.
Ich finde kurze Zeit später mit KK im BB endlich mal eine Hand und hoffe schon wieder darauf gleich „22“ zu hören, leider limpt er nur. Ein weiterer Limper in LP und der SB füllt auf. Ich raise auf 12 und bin glücklich als mir vom Wiener-Spezi ein Raise auf 66 um die Ohren gehauen wird. LP uns SB folden, ich schiebe rein, und nachdem er mal wieder seine Hand im Showdown nicht zeigen wollte (das Umdrehen haben irgendwann die Spieler neben ihm übernommen, da er wirklich NIE freiwillig umgedreht hat und auch nicht auf den Dealer gehört), gewann ich schlussendlich den Pot gegen AJo.
Nachdem er einen weiteren mittleren Pot gegen meinen Mitfahrer verloren hatte, ging er richtig auf Tilt. Seine Standard Line war jetzt der PF Raise auf 22, und eine Flopbet von 272. In der Zwischenzeit hatte er leider, bzw. gut für mich, rumgeluckt und seinen Stack nicht nochmal verloren. Der komplette Tisch spielte nur noch gegen ihn, was das Pokern ziemlich einfach gemacht hat. Ist mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack, aber rumsitzen und auf Monster warten mit denen man die Chips garantiert in die Mitte bekommt hat auch mal was. So ging das dann eine ganze Zeit weiter, unser neuer Freund blieb seiner Linie treu und traf leider auch nach Belieben. Ich bekam keine Hände mehr und ging mit leichtem Minus vom Tisch, wohingegen der Wiener sogar noch ca. 300€ Gewinn gemacht hat. Nachdem er weg war löste sich auch der Tisch ziemlich schnell auf. Wir machten uns dann auf den Weg zur Wohnung denn, am 12 Uhr am nächsten Tag startete ja unser Heat der Mermaid Challenge.
 

Am nächsten Morgen entschieden wir uns erstmal ins Casino zu fahren um uns anzumelden. Kaum angekommen begrüßte uns im Montesino schon ein wirklich gutes Frühstücksbuffet. Für 4,50 Euro schlugen wir natürlich zu und bis unser Heat losging habe ich nur gegessen.
Mein Heat verlief recht ereignislos, ich hatte in den ersten beiden Leveln viele starke Hände, konnte aber keine großen Pötte gewinnen. Nach der Pause ging gar nichts mehr und irgendwann war ich im Push or Fold Modus und konnte mich so über Wasser halten.
Nachdem ich dann an meinen insgesamt dritten Tisch versetzt wurde lief es wieder richtig gut, ich konnte meinen Stack gut ausbauen, leider bekam ich dann eine halbe Stunde vor Tagesende meine einzigen Suckout des Turniers verpasst.
Die Spieler waren alle ziemlich Short, ich finde AA in MP, eine junge Dame mit der ich mich zwischendurch auch schon unterhalten habe Minraised rechts von mir, ich habe nur noch 12BB übrig und schiebe rein. Alle folden, da ich in den 40 Minuten die ich am Tisch saß Hand um Hand auch mal ohne Showdown gezeigt habe. Sie hat noch ca. 35.000 dahint, und callt nach einer Ewigkeit mit 77. Ich fands gut, aber als der Flop mit 568 kam ahnte ich Böses. Die 7 auf dem Turn besiegelte mein Schicksal, kein Splitpot auf dem River und so war ich draußen.
Leicht angefressen spielte ich am Samstag keine Hand mehr und konnte mir nun am Sonntag Wien anschauen. Einem Kumpel von mir habe ich gesagt, dass ich genau das mache wenn ich am Samstag rausfliege. Seine Frage daraufhin „Rapid oder Austria?“, seine Freundin guckt komisch, ich gucke komisch, und meine nur „die Stadt“, jetzt guckte er komisch!

Den Stadtbummel gabs bei bestem Wetter, am interessantesten fand ich, dass es in Österreich immer noch Eduscho-Shops gibt. Tja, dort hat die Marke anscheinend überlebt.
Abends ging es dann nochmal ins Casino um unsere Spieler anzufeuern die immer noch dabei waren. Der Beste schaffte es im Main Event auf Platz, ein paar andere konnten in den Sidevents ganz ansehnlich cashen.
Montag ging es dann auf zurück. Einer unserer Mitfahrer hat uns auf dem Hinweg vorenthalten, dass er eine Menge Black Stories auf Lager hat. Mit dem Lösen dieser Geschichten wurde das eine sehr kurzweilige und lustige Rückfahrt. Er musste sogar in seiner WG anrufen um uns Black-Story-Süchtigen neue Geschichten erzählen zu können.

Auch wenn am Pokertisch nicht viel ging war es ein super Wochenende mit tollen Leuten und einer guten Atmosphäre im Montesino. Vielen Dank an Pokerwildleague.de für das schöne Wochenende.

 

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