Samstagmorgen, 6.40 Uhr. Die Bahn kommt. Die Anreise mit dauerte gute 3 ½ Stunden und unglaublich aber wahr, es gab keine einzige Verspätung. Um kurz nach 10 Uhr erreichten wir das Messegelände und uns stockte erstmal der Atem.
Nicht, weil die Messehalle von außen schick her gerichtet wurde, nein es sah eher so aus als ob wir nochmal drei Stunden mit tausenden anderen Spielern in der Schlange stehen müssten. Zum Glück ging es aber zügig voran und keine halbe Stunde später war man in der Halle. Das Einchecken verlief problemlos und man bekam sogar noch ein Full Tilt Cappy.
In der Halle dann wo man auch hinsah wieder lange Schlangen. Ich wunderte mich, und musste erstmal den Grund für diesen Menschenauflauf in Erfahrung bringen. An allen Ecken und Enden haute FTP Merchandise-Artikel raus (fast ausnahmslos von hübschen jungen Damen, gutes Casting FTP!). Ob nun sinnvoll oder nicht ist egal, erstmal mitnehmen was man bekommen kann. Stressball und Laptopfolie gehören wohl eher zu den nutzlosen Dingen, die Trinkflasche ist bestimmt brauchbar, aber auf meiner sind jetzt ein paar Autogramme, so dass das gute Stück wohl nie benutzt werden wird. Ein Kartenspiel kann man auch immer gebrauchen, da es sich um Pappkarten mit französischem Blatt handelt, wird damit aber wohl eher Mau Mau gespielt werden. Das Bild mit den FTP Profis, wahlweise den deutschsprachigen oder den internationalen, ist ein nettes Gimmick. Das Feuerzeug war weit und breit nicht zu finden, und das Poster der Stars gab es während der Autogrammzeiten.
Die Autogrammstunden sorgten auch für meine persönliche Enttäuschung des Tages. Dies bisherigen Autogramm-„Heats“ verliefen total chaotisch, Menschenmassen umlagerten die Bühne und niemand wusste wo man sich anstellen soll. Für die Autogrammstunde um 17.00 Uhr lies die Security aber nur einen Zugang zu Bühne zu, so dass man endlich eine Schlange bilden konnte (anscheinend bestätig sich das Gerücht, dass deutsche, oder zumindest ich, Schlangen mögen). Um 16.50 reihte ich mich dort ein. Es waren nur 25 Meter bis zur Bühne. Das sollte locker zu schaffen sein! Pustekuchen! Jeder wollte noch ein Foto mit den Profis machen und es dauerte somit Ewigkeiten bis es voran ging. Kaum war ich ganz vorne und wäre als nächste durchgewunken worden, machte die Security dicht. Die Autogramm“stunde“ dauerte keine 25 Minuten und gefühlt haben im vorhergehende Chaos mehr Menschen ein Autogramm bekommen.
Ich hatte keine Zeit noch länger zu warten (um kurz vor 18 Uhr sollte es wohl die nächste Chance auf Autogramme geben), denn wir mussten einen Zug erwischen. Dann geschah ein kleines Wunder. Phil Gordon merkte, dass sich hinter der Absperrung Unmut breit machte. Er kam zu uns und meinte nur „Ich unterschreib soviele wie ich schaffen kann“. Danke Phil!!!
Genauso nett war Patrik Antonius. Nachdem er von einem TV-Tisch SNG ausgeschieden ist nahme er sich noch die Zeit und gab viele Autogramme.
Auch wenn ich es schon vor Ort getan hab, möchte ich mich auch hier auch nochmal bei Birdie für die Wildcards und den netten Plausch nach eurem (Buzzer war auch dabei) Seminar bedanken. Ohne die Wildcard wäre ich wohl niemals nach Hamburg gefahren.
Aus Pokertechnischer Sicht lohnt sich die MEC eigentlich überhaupt nicht. Pokern kann man maximal in den ersten drei Level, danach ist es vorbei und man hat vor dem Flop so gut wie keine Alternative mehr. Push or Fold.
Meinen Heat gibt es jetzt als kurze Zusammenfassung. In Level zwei bekomme ich die Chips mit AA auf einem 347 Flop in die Mitte. Villain hat 77. Turn 6 River 5. Lucky me! Ich halte mich bis Level 5 konstant auf Starting Stack (5.000), folde in Level 5 bei Blinds von 500/1000 die erste Hand, openpushe aus UTG dann TT, bekomme keinen Call. In meiner letzten Hand sitze ich genau eine Hand später im BB. Alle folden zum SB, der pusht, ich gucke mir meine Karten an, finde KQo, entscheide mich zu gambeln und calle. Er zeigt JJ. Im Flop gleich der dritte böse Bube, Turn blank, das wars, c’est la vie, arrivederci und good bye
An einem der TV-Tische konnte ich gegen Mittag auch einmal Platz nehmen, leider ohne FTP-Spieler, aber interessant wars schon. Die Tische müssten nur mal ein wenig stabiler gebaut werden. Lehnt man sich auf der einen Seite auf, verbiegt sich der komplette Tisch.
Alles in allem war es eine nette Veranstaltung, die man aber in erster Linie nicht besuchen sollte um Poker spielen zu wollen, sondern um am Event als solches teilzunehmen. Lässt man sich darauf ein hat man seinen Spaß.
Tags: MEC, FullTiltPoker, Hamburg, Crapshot, PhilGordon, PatrikAntonius, Bahn, FTP, Autogrammstunde.
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