Fragen über Fragen...

Fragen über Fragen die natürlich provozieren, aber auch zum Nachdenken anregen sollen.

1) In vielen Foren liest man immer wieder von „Profis“ wie einfach doch der eine Call, Raise, Check oder Fold des Anfängers gewesen wäre. Pustekuchen! In der Theorie stimmt das vielleicht alles, doch wenn der Stack dann wieder mal zum Gegner wandert ist einem auch der so oft zitierte „Longrun“ ziemlich egal, denn im „Shortrun“ wurde die korrekte Spielweise mal wieder bestraft. Die ganzen Tippgeber die sagen „Mund abwischen und weitermachen“ sollten sich mal an ihre Anfänge erinnern und überlegen wie schmerzhaft es ist einen großen Pot zu verlieren. Kann es sein, dass viele den Bezug zum Geld ein wenig verloren haben? Wenn ein NL400 Spieler sagt, dass man auf einem bestimmten Flop mit einem Overpair einfach Broke gehen muss, spielt meiner Meinung oft die Tatsache eine Rolle, dass der Pot um den es dort geht vielleicht maximal $40 groß ist. Für den NL400 Spieler sind das mal gerade 10BB, für den fragenden Spieler oft aber ein kompletter Stack. Schonmal darüber nachgedacht? Verlieren tut vielen Microspielern anscheinend mehr weh als den Highrollern.

2) Mal ganz davon abgesehen, dass es in jedem Homegame unzählige verschiedene Spielertypen gibt, so fällt zu Beginn bei der Festlegung der Blinds eines auf: Einige wollen nur zum Spaß spielen, einen netten Abend verbringen und nicht allzu viel verlieren, andere hingegen wollen die Limits anheben, denn sonst macht ihnen das keinen Spaß und sie reißen u.U. auch noch nicht sehr nette Sprüche gegen die Befürworter von kleinen Limits. Will man die zweite Sorte dann mal mit ins Casino nehmen um dort das unterste Limit zu spielen, ist ihnen das dann aber auch als einmalige Aktion zu teuer. Wäre an diese Stelle nicht mal ein wenig Selbstreflexion angesagt?

3) Warum rechtfertigen viele Spieler auf den Microlimits ihr schlechtes Spiel mit der Begründung „Geht doch um fast nichts“? Sollte man nicht versuchen unabhängig vom Limit gutes Poker zu spielen? Natürlich sollte man sich darüber freuen, dass nicht jeder nach Lehrbuch spielt, aber wenn die Asse mal wieder nicht halten weil die Villains einen fragwürdigen Call gemacht haben und man zu sechst den Flop sieht, darf man sich ruhig mal über die gegnerische Dummheit ärgern.

4) Pokerblogs werden zu Videoblogs. Mich stört es, wen noch? Bisher ist mir noch kein wirklich gut gemacht Pokervideoblog unter die Augen gekommen. Meistens stottert jemand vor einer schlechten Kamera mit unscharfer Einstellung, schlechter Beleuchtung und einem knacken im Ton ein paar unvorbereitete Sätze vor sich hin. Der Zuschauer ist hinterher oftmals dümmer als vorher, denn eigentlich hat er keine Ahnung um was es gerade ging. Wer schreibt macht sich bei der Wortwahl, den Themen und der Gliederung meiner Meinung nach mehr Gedanken und bringt den Inhalt in vielen Fällen besser rüber, oder etwa nicht?

Das war es erstmal. Ich würde mich über eine kleine Diskussion freuen und vielleicht gibt es irgendwann auch noch einen zweiten Teil.

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Kommentare

Veröffentlicht von Angela am 08:44 AM, October 01, 2009 | Antwort hinzufügen

Hi Ghost! Du sprichst mir aus der Seele.... 3 Punkte nochmal von mir!

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