Poker – Warum spielen wir dieses Spiel überhaupt?

Ist „Spiel“ überhaupt der richtige Begriff? Müsste es für einige nicht eher „Arbeit verrichten“ heißen, für andere „Spaß haben in geselliger Runde“ und leider auch für einen Teil „Suchtbefriedigung“?

Warum pokern wir also?

Die meisten von uns pokern sehr wahrscheinlich aus Spaß. Was ist aber wenn Poker zu Arbeit wird? Ist es dann auch noch Spaß, oder wird es immer mehr zum bitteren Ernst? Rechnungen müssen bezahlt werden, die Krankenversicherung möchte Geld, Essen muss man auch, und ein Leben neben dem Pokern möchte man auch haben. Der finanzielle Aspekt ist aus meiner Sicht jedoch nur die eine Seite der Medaille. Ein lang anhaltender Downswing könnte nicht nur an der Bankroll, sondern auch an den Nerven zehren. Bezieht man dann noch die Tatsache mit ein, dass jeden Tag mehrere Stunden Poker zu spielen auf die Dauer sehr ermüdend und auch langweilig werden kann, sollte man sich gut überlegen ob Poker die richtige Arbeit ist. Ich denke, dass sich das sehr gut mit einem Fließbandarbeiter vergleichen lässt. Tagein und Tagaus wird relativ stumpf immer nur das gleiche gemacht. Will man so etwas wirklich? Natürlich besteht die Möglichkeit „groß abzusahnen“, aber das schaffen wohl nur die wenigsten und für den Rest heißt es „grinden, grinden und nochmals grinden“.

Dem Spaßspieler ist das Geld entweder egal, oder er versucht in kleinen Schritten seine Bankroll zu vergrößern. Was macht er dann aber mit dem Geld das er (hoffentlich) gewinnt? Viele Spieler sehen nur ein Ziel, nämlich das stetige Wachstum der Bankroll. Teilweise wird vergessen, dass sich dabei um Geld handelt, dass auch genutzt werden kann um zu konsumieren oder zu sparen. Was bringt die größte Bankroll wenn man das Geld nicht abseits der Pokerräume nutzt und gelegentlich auch mal etwas auszahlt? Der Bezug zu den digitalen Zahlen wird dann gleich ein ganz anderer.
Gerade in privaten Homegames oder wenn Onlinespieler zum ersten Mal im Casino sind bekommt das Geld plötzlich eine ganz anderen Wert, da man es jetzt in gewisser Weise fühlen kann und der Verlust auf einmal schmerzhafter wird.

Leider gibt es auch die Suchtspieler. Hier erinnere ich mich an einen Bericht der vor einigen Jahren im TV lief. Dieser Spieler wollte seine Mitspieler am Tisch zerstören und ihnen Schmerzen zufügen. Jede Hand auf ein Neues. Pokerstrategie war ein Fremdwort, es ging um Egobefriedigung und den Glücksfaktor. Diesen Menschen muss geholfen werden, aber ist das überhaupt mit dem Gewissen eines Pokerspielers vereinbar? Aus der Sicht des Nicht-Süchtigen sind solche Gegner doch ein Traum. Wahrscheinlich könnte man Seitenweise über dieses Thema schreiben, aber das würde den Rahmen einen einzelnen Blogeintrags sprengen.

Ich würde mich über ein paar Kommentare und vielleicht auch eine kleine Diskussion freuen!

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