Wo ist denn da der Hebel?

Hallo Overcards Community,

 

folgendes fragte mich ein netter und talentierter Kunde von mir. Er überlegt ins SnG Lager zu wechseln und machte eine Versuchsreihe. Danach bilanzierte er und und verglich den Ist-Zustand mit dem Soll. Da braucht es wahrlich noch massig Hebel...

 

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Hier die Originalaufstellung des Tests:

 

5x 1. Platz (Preisgeld 31,5)

2x 2. Platz (Preisgeld 18,9)

0x 3. Platz (Preisgeld 12,6)

14x Bust (Preisgeld 0,0)

Spiele insgesamt 21

Einnahmen 195,30

Ausgaben (Buyin inkl. Rake) 157,50

operativer Gewinn 37,80

Rake 10,50

Rake back 2,84 (27% bei ftp)

Überschuss 40,64

 

Hier die Zielvorgabe:

 

...denn wenn ich nur mal rein hypothetisch annehmen würde, dass ich vollzeit poker spielen würde, dann würde ich an 20 arbeitstagen im monat vielleicht 6 stunden pro tag spielen (3 stunden vormittags, 3 stunden nachmittags). und wenn ich das ganze top line betrachte, müsste ich mindestens 6.000 netto im monat machen, damit das spannend wird. bei 120 stunden im monat sind das 50 profit pro stunde.

 

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In dem Pokermagazin Royal Flush (Ausgabe 6/2009) habe ich ein paar Beispiele aufgezeigt, wie man auf unterschiedlichste Weise auf den gewünschten Stundensatz kommen kann - wenn es denn die Fähigkeiten zulassen. Die wesentliche Frage lautet: Wo liegt der persönliche Flaschenhals im Produkt von

 

(Umsatz pro Tisch) x (Überlegenheit am Tisch) x (simultan bespielte Tischanzahl)

 

Spielt man Buyins von 50, schlägt die gewählte Spielform unter 5% ROI und das an 5 Tischen simultan, wobei ein Turnier 1 Stunde dauere, so kommt man ohne Rakeback auf einen Satz von 12,5 die Stunde. Man braucht also von dieser Basis ausgehend noch zwei „Double Ups“ bzgl. Skills um wie gewünscht zu verdienen. 10 Tische und 100er Buy Ins täten es. Aber schlägt man die 100er ebenfalls zu 5%? Kann man an 10 Tischen genauso gut entscheiden als an 5? Verkraftet die Bankroll die nun massiveren Swings? Viele Fragen, oft ernüchternde Antworten. Auch in der Pokerbranche muss man sich sein Brot verdienen. Es bleibt ein tolles Spiel und wer es schafft, damit etwas zu reißen, der kann auch was. Das ist die Upside dieses vielleicht unerwartet schweren Weges. Viel Erfolg!

 

Zahler zocken – Könner kalkulieren

 

Stephan M. Kalhamer

the-gambling-institute.de

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