Was für ein Jahrzehnt!

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, und ich finde es ist an der Zeit, das vergangene Jahrzehnt einmal Revue passieren zu lassen.
Auch wenn 2009 aus Pokersicht das schlechteste Jahr war, das ich jemals gespielt habe, so kann ich doch was Poker und mein Privatleben betrifft, auf ein tolles Jahrzehnt zurückblicken. An dieser Stelle möchte ich mich für all dies einmal bedanken: Meine Familie und ich sind gesund, seit 20 Jahren bin ich glücklich verheiratet, ich konnte fünf WSOP Bracelets und eine NBC Heads-Up Meisterschaft gewinnen, ich hatte zudem massenweise Plätze im Geld und an Finaltischen der WSOP, ich habe UB.com mit aufgebaut, habe an Poker-Wohltätigkeitsturnieren mitgebarbeitet, die mehr als 10 Millionen eingebracht haben, ich habe selbst mehrere Hunderttausend Dollar gespendet, zusammen mit meiner Frau habe ich zwei tolle Söhne großgezogen, ich habe meine eigene Kleiderkollektion herausgebracht (die PokerBrat Clothing Line), meinen eigenen Verlag gegründet (Phil’s House Publishing), ein Handyspiel herausgebracht, das mehr als 1,3 Millionen Nutzer hat(PHTH Phil Hellmuth’s Texas Hold’em), gerade jetzt kommt ein neues Spiel heraus, das auch auf dem iPhone nutzbar ist, ich bin Teilhaber an über 15 Firmen, darunter u.a. „Iovation“, „Card Player Magazin“, „Milwaukee’s Best“ (wo ich auch auf über 12 Millionen Bierdosen zu sehen war), ich bin der Star des WSOP Videospiels auf allen Systemen von der XBOX zu Nintendo, ich habe mit meinen 4 ½ stündigen Pokerkurs auf philssecrets.com mehr als eine Million Dollar verdient,  ich konnte 50.000 Exemplare meines zweiten Buchs „Bad Beats and Lucky Draws“ verkaufen, „Phil’s House Publishing“ hat mit „Deal me in“ sein erstes Buch herausgebracht und davon schon 15.000 Stück verkauft, meine Poker-Kolumne wurde in über 50 Zeitungen veröffentlicht, darunter u.a. in der USA Today mit über sieben Millionen Lesern und USA Online, irgendwie habe ich bestimmt auch geholfen, dass Poker so populär geworden ist,  ich habe tolle Menschen um mich herum, die mir mein Leben einfach machen, darunter u.a. einen Assistenten, eine Haushaltshilfe und jemanden der sich um  meine Rechnungen kümmert, zudem habe ich mit „Play Poker like the Pros“ einen New York Times Bestseller geschrieben. Was für ein Jahrzehnt!
Stolz sein darf ich aber auch auf meine Freunde. Glückwünsche gehen an Howard Lederer, der auch eine großartige Dekade hinter sich hat. Er gewann WSOP Bracelets, WPT-Titel und war auch fernab vom Pokertisch im Geschäftsleben sehr erfolgreich. Doyle Brunson schrieb zwei weitere Bücher, schlug die teuersten Cash Games der Welt und war mal wieder für ein weiteres Jahrzehnt der König des Pokerns. Chris Ferguson startete die 2000er mit dem WSOP Main Event Titel, und beendete es mit ein paar WSOP Bracelets, während er nebenbei  mit seinem Spitznamen „Jesus“ eine neue Marke für sich selbst erschuf. Phil Iveys Jahrzehnt war einfach unglaublich. Er gewann sechs WSOP Bracelets, ein WPT Event und mehrere zehn Millionen beim Onlinepoker. Nicht vergessen darf man aber auch seine ganzen Wettgewinne, die auch in die Millionen gehen. Ivey ist zudem auch Teilhaber von „Phil’s House Publishing“.
Auch wenn er zu meinen größten Kritikern gehört, bin ich auch auf Daniel Negreanu stolz. Er gewann mehrere WPT und WSOP Events und erreichte massenweise die Final Tables. Zudem wurde er innerhalb und außerhalb der Pokerwelt zum Star. Mein Freund Layne Flack konnte ebenfalls ein paar WSOP Bracelets gewinnen. Annie Duke holt auch eins der begehrten Armbänder, war in der Geschäftswelt erfolgreich, und sollte im letzten Jahr „Celebrity Apprentice“ gewinnen. Jennifer Harman gewann an nur einem Tag gegen einen einzigen Spieler neun Millionen Dollar beim Fixed Limit Hold’em, holte ein paar WSOP Bracelets und wurde Mutter. Johnny Chan (10 Bracelets) und Erik Seidel (8 Bracelets) waren bei ihren ganzen Seitenwetten und vielen Turnieren auch in diesem Jahrzehnt wieder  verdammt erfolgreich. Sly (Seidel) gewann alleine in den letzten 10 Jahren vier Bracelets! Gus Hansen hält mit vier Siegen den Rekord für die meisten WPT Titel. Dann wäre da noch Mike Matusow, der der bei vielen Turnieren erfolgreich war und seinen Gegner oft den Hintern versohlt hat. Erik „Edog“ Lindgren konnte einige Turniersiege einfahren, wurde 2008 WSOP Spieler des Jahres und gehört wohl auch zu den besten Sportwetten-Experten auf diesem Planeten.  Poker Superstars wie Chau Giang, David Oppenheim, Tom Dwan, Barry Greenstein, John Hennigan, John Juanda, Phil Galfond, Ilary Sahamanies, Eli Elezra, Sammy Farha, und Patrick Antonious gewannen nicht nur an den Pokertischen viel Geld, sondern auch bei ihren unzähligen Seitenwetten.
Anfang und Abschied: Im letzten Jahrzehnt habe ich mit John „Bono“ Bonetti nicht nur einen Rivalen am Pokertisch, sondern auch einen Freund verloren. Leider mussten wir zudem noch von Hans „Tuna“ Lund, Bob Stupak und der Legende Chip Reese Abschied nehmen. Auf der anderen Seite konnten wir eine Reihe von neuen Superstars in unseren Reihen begrüßen: Tom Dwan, Ilary Sahamies, Yevgeniy Timoshenko, Patrick Antonius, Jason Mercier und noch viele andere.
Am 30. November habe ich mit meinem Freund Robert Mailer Anderson das Spiel der Golden State Warriors gesehen und mich daran erinnert wie aufregend es doch sein kann, sich die Warriors anzusehen. Sie laufen, sie werfen, sie spielen hart und sie punkten wie verrückt. Monta Ellis traf einen Wurf bei noch fünf Minuten verbleibender Spielzeit und hätte seinen 48. Punkt gemacht. Leider wurde Foul gepfiffen, er musste raus und beendete die Partie somit nur mit 46 Punkten. Das Wochenende danach habe ich an meiner Biographie „Poker Brat“ gearbeitet und dabei viel zu viel Fernsehen geguckt (Footbal). Auch bei meinen ganzen aufgezeichneten Serien (Heroes, Dexter, Flash Forward, The Closer) bin ich jetzt endlich wieder auf dem aktuellen Stand. Eine Woche später war ich wieder auf meiner „Tour Across America“ unterwegs nach Eugene, Portland und Madison (Daten gibt es auf www.pokerbrat.com). 
Nachdem ich die Autobiographie von Agassi gelesen hatte, beschloss ich für den Rest des Jahres alle fünfe gerade sein zu lassen  und habe sogar das Turnier im Bellagio im Dezember ausfallen lassen. Anstatt Poker zu spielen habe ich mal wieder zu viel Fernsehen geguckt und mehrere tausend Wörter für meinen Kolumne und Biographie geschrieben. Am 21. Dezember flog ich mit meiner Frau und den Kindern nach Minneapolis, um die Familie zu besuchen. Leider infizierte sich mein jüngster Sohn Nick mit dem H1N1 Virus, so dass wir nach Wisconsin flogen und ihn für ein paar Tage in einem netten Hotel einquartierten. Meine Frau war geimpft, so konnte sie sich also um ihn kümmern. Leider verpasste Nick somit das komplette Weihnachtsfest mit der Familie. Armer Junge! Mittlerweile geht es im aber wieder besser und er hat auch das OK vom Arzt bekommen, wieder mit uns rumhängen zu dürfen.
Sonntag spielten wir unser jährliches „Holiday Poker Game“ mit PokerHo, Jon Green, Eric Baldwin (Card Player Magazine „Spieler des Jahres“), John Orr, Pizza Jimmy, Jon Ferraro, Timmy, Chad und noch ein paar anderen. Es handelt sich dabei um eine $5-$5 Pot Limit Hold’em Variante, allerdings hatten wir nach neun Stunden Spielzeit über $50.000 am Tisch. Deep Stack Poker macht sowas von Spaß! Ich kann ein Raise oder ein Reraise mit 86s, 54o oder noch ganz anderen Händen callen, denn ich weiß, dass ich ausbezahlt werde wenn ich treffe, oder ich bluffe einfach meine Kumpel aus der Hand, wenn ich nicht treffe. Ich kaufte mich für $1.000 ein, bekam einen Bad Beat, kaufte mich wieder für $1.000 ein, wurde wieder weggeluckt und saß nur noch mit $185 am Tisch. Ich entschied mich dafür nicht nachzukaufen und konnte meinen Stack innerhalb weniger Stunden auf $8.000 ausbauen. Es lief einfach für mich! Die letzten Stunden konnte ich jedoch nichts mehr reißen und als ich Schluss machte, hatte ich noch $5345 vor mir stehen. Das macht einen Gewinn von $3.345.
Eric Baldwin möchte, dass das Jahr nie zu Ende geht, da er der Card Player Magazine „Spieler des Jahres“ wurde, ein WSOP Bracelet gewann, bei der WSOP einen zweiten Platz erreichte und einen Vertrag mit www.UltimateBet.com unterschrieben hat. Auf der anderen Seite möchte ich, dass diese Jahr möglichst schnell vorüber geht! Nachdem ich über 12 Jahre lang jedes Jahr einen Final Table bei der WSOP erreichen konnte, ging ich dieses Jahr leer aus. Ich hatte generell nicht einen einzigen Final Table im Jahr 2009. Mein Highlight war die „Elite Eight“ Platzierung bei den NBC Heads Up Championships.

Sylvester verbrachten meine Frau und ich zusammen mit Eva und Tony Parker und Kim Kardashian im Restaurant Beso des neuen „Mandarian Oriental Hotel“. Danach ging es auf ein Gläschen Champagner  mit Fifty Cent ins „Pure“. Am 6. Januar werde ich wohl mit Mike „The Mouth“ Matusow zum Spiel der Lakers gehen und mit Jerry Buss in dessen Box sitzen. Einen Tag später wird dann Football geguckt. Am 14. Januar bin ich Gastgeber des „Julep Ball“, der sowas wie die Vor-Party des Kentucky Derbys ist. Am 20. Januar startet Ultimatebet.com eine Turnierserie bei der ich definitiv an einigen Turnieren teilnehmen werde. Ich muss der Welt einfach mal zeigen, dass ich auch Onlineturniere gewinnen kann! Am 24. Januar bin ich auf einem Pokerturnier des Sundance Film Festivals für den „Boys and Girls Club“. Teilnehmen werden Denzel Washington (habe ihn nie getroffen, bin aber ein Fan), Ray Romano, Annie Duke und andere Stars werden auch dort sein.
Lernt Phil besser kennen auf www.PhilHellmuth.com und besucht den Webstore auf www.PokerBrat.com

(translated by 'Ghostwriter')

Kommentare

Veröffentlicht von Dennis am 12:49 PM, January 06, 2010 | Antwort hinzufügen

Diese Selbstbeweihräucherung ist einfach nur ätzend!

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