A8 preflop oder lieber Toppair am Flop?

Hallo Overcards-Community,

 

welch unpräzise Frage! Doch eine Überschrift bietet eben auch nicht viel Platz. Ähnlich wenig Raum bietet live Kommentieren in Pokersendungen. Heute Abend ab 18:45 strahlt das DSF die erste Folge der neuen Staffel Heads Up - das Pokerduell aus.

 

Natürlich darf ich nichts verraten, aber etwas kann ich schon anteasern. So gibt es zwei Spiele in denen  Entscheidungen getroffen werden, die etwas wichtiges über die Denkweise vieler Spieler aussagen. Nämlich, dass zu wenig in Ranges gedacht wird.

 

Es sind insgesamt 10k in Jetons am Tisch, die Blinds sind in beiden Spielen bereits auf  300 – 600.

 

Spiel 1: Mit 4.400 vor dem Spiel limp-foldet der Spieler A8 am Button gegen direktes All In. Somit hat er 3.800 nach dem Spiel.

 

Spiel 2: Der selbe Spieler checkt das Limp-In seines Gegners mit Q5o und 2,3k behind. Am Flop von QJ9 in zwei Farben bet-callt er 600+1.700 ums Überleben.

 

Ich sehe die Spiele so:

 

Spiel 1 ist für mich ein klarer Push, weil ich nur A9+ und 88+ fürchte, was weniger als 10% Auftrittswahrschenlichkeit hat und ich nur etwa 7 BB halte. Ein klares for Value Szenario. Wenn hier Limp gespielt wird, kann ich einfach nicht glauben, dass hier die Intention ist, den Flop zu schauen. Wenn ich das so spiele, dann klar als Bluffinduce und somit calle ich dann auch. Selbst wenn ich den Gegner weit weg von einem hier durchaus möglichen Any-Two-Push sehen würde, dann ist A8 immer noch weitaus öfter vorne als hinten. Ich bezahle also, auch wenn ich im vorliegenden Setup falsch läge.

 

Spiel 2 ist für mich wieder ein Push. Ich habe 5 BB, ein super tightes Image und der Gegner limpt. Warum hier nicht den Pot stehlen? Er entspricht  über 1/3% meines Reststacks! Was will ich denn mehr? Am Flop trifft der Spieler glücklich Toppair, aber die Situation ist sehr draw-lastig und er zeigt durch das Anspiel, dass er nicht mehr rausgeht. Schlägt er hier also wirklich um so viel mehr als er es langfristig auch mit A8 preflop getan hätte? Betrachtet man den Range mit dem der Gegner nun All In spricht, ist die Downside im Verhältnis zur Upside nicht zu verachten:

 

Jede Hand, die besser ist als Q5 ist sicher dabei. Schlechtere Damen gibt es nicht wirklich,weil für diesen Fall ohnehin oft gesplittet wird. Andere Coinflips sind alle „Hit plus Draw“-Hände. Draws ohne Extras besiegt man knapp 2:1, einzig schlechtere Hits ohne Extras könnten mitmachen. Das halte ich aber für sehr fraglich.

 

Was ich hier herausstellen will ist folgendes: Poker ist immer relativ zu sehen! Was sagt die Situation übder die möglichen Hände beim Gegner aus? Welche davon habe ich wie stark im Griff? Welche dominieren mich und dies wie stark?

 

Ich spiele also beide Spiele ohnehin gänzlich anders,. Was aber wenn ich beides so anspielen würde wie geschehen und dann zu entscheiden hätte wo ich mein Geld platziere? Dann lieber im A8 Szenario (und das schreibe ich natürlich nicht deshalb, weil in Spiel 2 der Gegner doch glatt... na seht es euch an! Viel Spass!)

 

Zahler zocken – Könner kalkulieren

 

Stephan M. Kalhamer

the-gambling-institute.de

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