Unglaubliches!

Hallo Overcards-Community,

 

ein Fallschirmspringer, bei dem beide Fallschirme ausfallen, fällt in einen Ameisenhaufen und überlebt! Wer „Hugh Williams“ heisst, dem jagen Schiffsunglücke keinen Schrecken ein. Ich habe einen interessanten Artikel für euch!

 

Herzlichen Dank an Angela, die mir diesen Bericht über spektakuläre Zufälle zuschickte.

 

Mein persönliches Fazit ist: Es gibt einfach nichts, was es nicht gibt. Das zu verinnerlichen, ist wichtig für uns als Pokerspieler. Letztlich ist das heutige Thema „selektive Wahrnehmung“. Würden wir unser Gehirn mit allen geglückten Fallschirmsprüngen fluten wollen? Würde sich die Info festsetzen, wenn wir hörten, dass Fallschirm 1 irgendwo nicht aufging, Fallschirm 2 aber wohl? Selbst wenn auch der Zweite zublieb und wir erfahren müssten, was wir alle erwarten, wenn ein solches Unglück passiert, würden wir es uns nicht merken. Doch etwas so Unwahrscheinliches ist passiert, dass wir es bisher für unmöglich gehalten haben. Deshalb merken wir es uns.

 

Wir überschätzen deshalb fortan die Wahrscheinlichkeit dafür massiv. Denn Wahrscheinlichkeiten bildet man in dem man alles, was uns für die Wahrscheinlichkeit interessiert, durch alles, was wir für möglich halten, teilen. Wollen wir wissen, wie wahrscheinlich es ist, eine Eins am normalen Würfel zu werfen, so teilen wir das eine brauchbare Ergebnis durch die sechs denkbaren Ereignisse. Bliebe der Würfel einmal auf der Kante oder gar einer Spitze in einem seiner instabilen Gleichgewichte stehen, so läsen wir sicher eine  Bericht darüber...

 

Also: Nur weil wir es uns besser merken, wenn der Gegner den Flush komplettiert, ist es noch lange nicht so wahrscheinlich wie es die Bauchschmerzen dazu suggerieren. Auch fallen nicht alle Asse gegen Q4o nur weil wir diese Geschichten so oft hören oder selbst erzählen. Wer spricht schon über die vier Fälle, wo sie halten. Es hört ja doch keiner zu. Wenn ich aber als 4:1 Favorit buste, dann muss ich es erzählen und dann finde ich auch Gehör. Wenigstens das...

 

Auch das andere extreme Beispiel mit dem immer selben Namen des Überlebenden findet sein Pokeranalogon. Der im englischen so häufige Name„Hugh Williams“ hiese in Deutschland wohl Michael Müller, in unserem Umfeld aber knapp AK. „Ich setze dich auf AK.“ Diesen tollen Read hört man fortlaufend. Doch er ist ungefähr so viel wert wie der „Read“ „Bayern wird Meister.“ Warum etwas anderes sagen, wenn man möglichst oft Recht haben will? Das AK ausgeteilt wird, ist einfach fast dreimal so wahrscheinlich als AA. Damit ist es in etwa so wahrscheinlich als AA, KK und QQ zusammen. Oft liefert mir die Line des Gegners so viel an Info, dass ich ihn auf diesen Range setze. Innerhalb dieser Hände dann, habe ich quasi einen Coinflip, ob er AK hat oder nicht.

 

Statistik bringt Erstaunliches zu Tage. Es liegt an jedem einzelnen, mit der Info sinnvoll umzugehen.

 

Zahler zocken – Könner kalkulieren

 

Stephan M. Kalhamer

the-gambling-institute.de

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