Von Neumann und Morgenstern

Hallo Overcards-Community,
 
Martin Sturc ein österreichischer Pokerfreund mit ausgeprägter Begabung und Interesse zur Theorie hinter unserem Lieblingsspiel gab mir seine universitäre Abschlußarbeit zur Durchsicht. Besonders hat mir folgende Passage gefallen:
 
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Vereinfachte Variante des Pokerspiels
 
Von Neumann und Morgenstern untersuchten das Pokerspiel und versuchten dabei folgende Fragen zu klären:
 
Wie plant jeder Spieler sein Vorgehen?
Über welche Informationen verfügt jeder Spieler in jeder Phase des Spieles?
Welche Rolle spielt ein Spieler, der über die Strategie des anderen unterrichtet ist oder über die gesamte Theorie des Spieles?
 
Die Autoren reduzierten zunächst die Komplexität des Pokerspiels ohne dabei die Grundidee und seine entscheidenden Eigenschaften zu verlieren: Die Spieleranzahl wurde auf zwei festgesetzt und die Spieler erhielten ihr Blatt bereits vollständig zu Beginn des Spiels. Zudem hatten sie keine Möglichkeit alle oder einen Teil der Karten zu tauschen. Um die reinste und einfachste Form des Pokerns zu untersuchen, mussten in diesem spieltheoretischen Modell des Weiteren beide Spieler gleichzeitig Anfangsgebote machen. Hierbei konnten die Spieler zwischen einem „hohen“ (a) oder einem „niedrigen“ (b) Gebot wählen. Erst nachdem beide Spieler ihre Gebote gemacht haben, wurden sie darüber informiert, für welche Variante (a oder b) sich der Gegner entschieden hat.
 
Weiters wurde das Spiel dahingehend vereinfacht, dass nur die Wahl zwischen „Passen“ (Fold) und „Aufdecken“ (Call) zugelassen wurde, also das „Überbieten“ (Raise) ausgeschlossen wurde. In der Tat ist das „Überbieten“ nur ein deutlicherer und intensiverer Ausdruck für die Tendenz, die schon in einem hohen Anfangsgebot lag. Ein weiterer Kanal für die gleiche Tendenz wurde im Sinne der Vereinfachung nicht gewährt.
 
Das Spiel beginnt zunächst mit zwei Zufallszügen, und zwar dann, wenn beiden Spielern Karten ausgeteilt werden. Die nächste Phase des Spiels besteht aus persönlichen Zügen, indem die Spieler ihre Entscheidung über die Höhe des Gebotes treffen.
 
Bieten beide Spieler „hoch“ oder „niedrig“, so werden die Karten verglichen und der Spieler mit dem stärkeren Blatt erhält den Betrag (a) bzw. (b) von seinem Gegner. Sind die Blätter gleich, so wird nichts gezahlt. Bietet jedoch ein Spieler „hoch“ und der andere „niedrig“, so hat der Spieler mit dem niedrigen Gebot die Wahl zwischen „Passen“ und „Aufdecken“. „Passen“ heißt, dass der Spieler mit dem „niedrigen“ Gebot seinen Einsatz verliert und damit auch auf einen Kartenvergleich verzichtet. Die Karten sind in diesem Fall belanglos. „Aufdecken“ heißt, dass er von seinem „niedrigen“ Gebot zum „hohen“ übergeht, und die Situation so behandelt wird, als hätten beide sofort „hoch“ geboten.
 
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Ein Anfang ist nun gemacht. Super interessant finde ich, wie viel des Spiels trotz der Einfachheit erhalten bleibt und wie wenig damit offenbar nur nötig ist, um pokern zu können. Es bedarf nicht einmal einer Nennung des Verhältnisses zwischen hoch und niedrig. Notwendig ist hingegen, dass es einen minimalen  Einsatz größer Null gibt. Hinterfragt alles einmal! Welche Spielelemente bleiben und was denkt ihr warum? Was ist entbehrlich und geht ihr damit konform? Was sind gute Strategien für dieses Spiel? Bis bald, Martins Text geht noch weiter...
 
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer für
 
the-gambling-institute.eu
- calculated gaming -

Kommentare

Veröffentlicht von Angela am 04:48 PM, April 30, 2010 | Antwort hinzufügen

:-)  Ich bin für "hoch bieten"! Ist bei der Variante bestimmt +ev!  :-)) 

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