7-Card-Split Poker?!

Hallo Overcards-Community,

ich hoffe euch heute eine interessante Anregung zum Ausprobieren, Nachspielen und vor allem auch Diskutieren anzubieten. Es würde uns freuen, wenn dies ein Anlass wäre, diese einst so diskussionsfreudige Community wieder aufleben zu lassen.

Das Thema gäbe es her. Folgende Email hat mich erreicht und nach Absprache mit dem Verfasser und Ersinner dieser Variante (Marc Benkert) veröffentliche ich sie hier für euch:

 

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Hallo Stephan,

 

mein Name ist Marc und du bist mir vor allem durch den FT Pokerblog bekannt.

Wie du bin ich ebenfalls ein pokerbegeisterter Mathematiker!

Und in Bezug auf Poker staendig auf der Suche nach neuen Herausforderungen ...

 

Vor kurzem hatte ich die Idee zu einer neuen Pokervariante, die ein Mix aus Holdem, Omaha, Chinese Poker und dem Potsplit-Gedanken der H/L Varianten ist, bloss dass in meiner Variante zwei high Haende gebildet werden muessen.

 

Du bist der ideale Ansprechpartner fuer mich um ueber die Variante selbst sowie Verbesserungen und Schwaechen zu diskutieren. Ich wuerde mich ueber deinen Input sehr freuen! :)

 

Also, los gehts, ich hoffe, ich hab dir mit meiner obigen Kurzbeschreibung genug Appetit gemacht, um dich durch die nun folgenden Ausfuehrungen zu kaempfen.

 

7-Card-Split Poker

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Wie Holdem und Omaha wird mit wandernden SB/BB's gespielt.

7-Card-Split kann mit maximal 6 Spielern gespielt werden

Ich denke die sinnvollste Bettingstruktur waere PL (unten dazu mehr).

 

Das Spiel laeuft wie folgt ab:

 

1. Jeder Spieler erhaelt verdeckt 7 Karten.

2. Erste Setzrunde preflop (Ablauf wie Holdem/Omaha)

3. Der Flop wird aufgedeckt, wie immer 3 Karten

4. Die Spieler muessen nun 6 Karten benutzen, um eine Holdem (2 Karten) und eine

  Omahahand (4 von der Holdem Hand verschiedene Karten) zu bilden.

  Die siebte Karte wird abgelegt. WICHTIG: Die Zusammensetzung der Haende

  darf danach nicht mehr veraendert werden!

5. Zweite Setzrunde postflop

6. Turn wird aufgedeckt

7. Dritte Setzrund Turn

8. River wird aufgedeckt

9. Finale Setzrunde

10. Showdown: jeweils eine Haelfte des Pots geht an die ranghoechste/n Holdem

  Hand/Haende und an die ranghoechste/n Omahahand/haende.

  Wobei fuer die Omaha Hand wie ueblich gilt: Benutze 2 Karten deiner Omaha

  Hand und 3 Karten des Boards.

 

Der spannendste Teil ist natuerlich das Zusammensetzen der Holdem und der Omaha Hand.

Sollte man beim Splitten versuchen, seine Hand so aufzuteilen, um die Wahrscheinlickeit zu maximieren, den Pot zu scoopen oder sollte man beim Split darauf bedacht sein, zumindest eine Haelfte des Pots zu sichern?

 

Gegnerkenntnis koennte hier auch eine entscheidende Rolle zukommen. Kenne ich meinen Gegner und seine Vorlieben fuer das Zusammensetzen von Haenden auf gewissen Flops, kann ich mir Gegenstrategien fuer das Splitten meiner Hand ueberlegen, die meinen Gewinn maximiert.

Oder sollte doch alleine die Mathematik das Aufteilen der eigenen Hand bestimmen? Vom Gefuehl her wuerde ich sagen nein, aber das ist natuerlich nicht mathematisch.

 

Die PL Bettingstruktur ist denke ich deshalb vonnoeten, da es ansonsten zu einfach waere auf dem Flop eine fast unschlagbare "Ein-Weg-Hand" zu basteln

und dann einfach ueber alle moeglichen Drawinghaende zu fahren, indem man auf dem Flop ohne grosses Risiko All-In geht.

Auf dem Papier koennte dies auch mit der PL Bettingstruktur eine Schwaeche der Variante sein, aber bei meinen bisherigen Tests hat sich das bis jetzt nicht als Problem rausgestellt (allerdings nur HeadsUp und kleine Samplesize).

 

Auch denke ich, dass es wichtig ist, dass auf dem Flop das Entscheiden der eigenen Haende (4.) vor dem Setzen (5.) kommen sollte, da man ansonsten durch das Bettingpattern auf dem Flop zuviele Informationen bekaeme und seine Handaufteilung dann dementsprechend waehlen koennte.

 

Es waere auch denkbar, die Teilnahme an 4. mit einem fixen Beitrag zum Pot, z.B. 0.5BB, zu belegen. Dies wuerde dem Spielfluss entgegenkommen, da ich in meinen Beispielen insbesondere gesehen habe, dass es am schwersten ist, darueber zu entscheiden, wie man "Crap-Haende" aufteilen sollte.

Es liesse einem also die Moeglichkeit seine Craphand einfach zu folden, und so nicht den Spielfluss durch unnoetig langes Nachdenken aufzuhalten, wenn man danach ohnehin auf jeden Bet folden wuerde.

Andrerseits denke ich - wenn man das Spiel einer breiten Masse zugaengig machen wollte - sollten die Regeln so einfach wie moeglich sein und obige, zusaetzlich eingefuehrte FixedLimitBettingRunde wuerde die Regeln nicht vereinfachen.

 

Bisher habe ich nur mit meiner Freundin HeadsUp gespielt und obwohl sie nicht wirklich eine Pokerspielerin ist, haben wir doch angeregte Diskussionen darueber gehabt, wie gewisse Haende optimal zu splitten sind.

Deswegen wuerde ich mich ueber weiteren Input sehr freuen.

 

Gruesse,

Marc

 

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Die Idee finde ich sehr gut. Sie erwächst aus bereits bekannten Bausteinen und bringt durch kombinatorische Kartentechnik und den daraus ableitbaren Tells und Pattern weiteren Skill ins Spiel. Ein unmittelbares Leak im Design sehe ich nicht. Wie viel Spaß es bringt und ob es eine bereichernde neue Variante ist, kann aber nur die Praxis zeigen. Mal sehen...

 

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan M. Kalhamer für

 

the-gambling-institute.eu

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