Stand by your line

Hallo Overcards-Community,

 
die Tage nach meinem Sommerurlaub verbringe ich in Notthingham. Hier wird eine Amateur PokerWM gespielt. Unser deutsches Aufgebot kann sich sehen lassen. Die German Federation of Poker ist mit unserem Ligamanager Mike König, dem VicePräsident Jürgen Bachmann und mir am Start. Unsere Mannschaft stellt Five Diamonds Berlin - unser amtierender deutscher Heads Up Meister unter der Führung von Andreas Schönrock.
 
Während sich unsere Teamleistung mit einem 10. Platz eher mäßig gestaltet, haben wir durch Mike König allen Grund zur Freude. Er erzielte in der Heads Up Einzelmeisterschaft den zweiten Platz, ist Vize-HeadsUp-Weltmeister der Amateure. Herzlichen Glückwunsch, Mike!
 
Bisher sollte noch nicht klar sein, warum ich mit „Stand by your line“ title. Heute beim Frühstück habe ich mit Andreas eine Hand in einem seiner Heads Up Matches diskutiert und denke, dass dieser Stoff interessant ist. Es war gleich die zweite Hand im Match, beide hatten quasi ihren Stackstack von 50 BB. Der Button füllt auf und Andreas checkt Q4. Der Flop kommt mit QTx und Andreas checkt-callt. Am Turn kommt eine weitere Dame und Andreas check-callt erneut. Den River mit einem Buben spielt Andreas nahe Potsize an und bezahlt das gegnerische All In. Andreas verliert Spiel, Stack und Match, denn sein Gegner hält AQ.
 
 
Andreas entscheidet sich am Flop für Check-Call und damit gegen Betout oder Check-Raise. Damit  macht er manche Tür auf, andere aber zu. Sein Turnspiel ist die konsequente Fortsetzung seines am Flop nun einmal eingeschlagenen Weges. Dass er dann aber den River anspielt, stellt für mich ein Abweichen von seiner Strategie für diese Hand und damit einen taktischen Fehler dar.
 
Sein Weg baut klar auf den Showdownvalue seiner Hand, ist ein Bluffinduce. Gerade dann, wenn dieser Weg besonders sinnvoll ist, spielt sein Gegner Flop und Turn auch mit Luft an. (Wenn Andreas daran nicht glauben sollte, dann sollte er den Flop lieber anspielen oder zumindest check-raisen.) Nehme ich also (wie Andreas) an, dass sein Gegner am River oft nichts hält, dann muss er unbedingt ein drittes Mal checken und ggf. callen.
 
Ein Riverbluffbet seitens seines Gegners ist hier viel wahrscheinlicher als eine ohnehin nur von sehr wenigen und oftmals dann auch sehr guten Spielern performte River-Bluffraise. Dass Andreas den Push dann bezahlt finde ich für sich gesehen sogar OK, denn schliesslich trappt er dafür ja im Vorfeld. Aber viel besser wäre es, wenn er diesen taffen Call erst gar nicht zu entscheiden hätte, weil er keine Riverbet platziert.
 
So gewinnt er mehr, falls er vorne ist, und verliert weniger, wenn er hinten ist.
 
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer für
 
gambling-institute.de
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