Hurra, ein Skandal!

 

Da freuen sich die Bild Reporter der Pokerszene wieder. Ein Pro installiert einen Trojaner auf den Laptops anderer Pros und zockt sie beim pokern ab. Na toll, immerhin hatten wir ja schon mindestens zwei skandalfreie Wochen hinter uns.

Als wäre der Vorfall noch nicht schlimm genug, beschließen die Bestohlenen auch noch gleich Lynchjustiz zu üben. Zuerst wird der Beschuldigte im Hotelzimmer „überfallen“ zu einem Geständnis „gezwungen“ und danach sofort an den Ohren zur nächsten Polizei geschleift.

Doch siehe da, der böse Betrüger dreht den Spieß um und leugnet alles. Wenn der Dieb jetzt auch noch seine Hausaufgaben gemacht und alle elektronischen Spuren verwischt hat, dann bleiben am Ende nur die „Entführer“ als Kriminelle übrig. Nötigung und Entführung sind zumindest meines Wissens nach immer noch strafbar in Mitteleuropa.

Mein Mitleid mit den möglicherweise Betrogenen hält sich allerdings in Grenzen. Wer so blöd ist und Anderen Zugang zu seinen Bankkonten (und ein Laptop mit einem Poker Account ist schließlich nichts anderes) gewährt, dem gebührt diese Strafe.

Den Vorfall auf die ach so bösen Betrüger beim Online Poker zu schieben ist ebenfalls Schwachsinn. Wenn ich meine Geldbörse auf der Straße offen liegen lasse, darf ich mich nicht wundern, wenn der Inhalt gestohlen wird. Das hat mit Online Poker gar nichts zu tun. Tagtäglich werden Passwörter, Kreditkartennummern und noch vieles mehr gehackt und gestohlen. Wer da nicht ein Mindestmaß an Vorsorge trifft, muss die Konsequenzen tragen.

Mein Mitleid gilt einzig und alleine dem neuen Poker Manager der Casinos Austria, Stefan Gollubits. Kaum in seiner neuen Funktion, muss er den ganzen Tag den Medien erklären, warum die Poker EM mit dem neuen Skandal einfach gar nichts zu tun hat. Seinen Start hat er sich bestimmt anders vorgestellt.

 

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