Ein Euro Gelegenheitsjober

Hallo Overcards-Community,

 

heute coache ich mal wieder im wünderschönen Grand Casino Baden bei Wien. Gerne bin ich bereits gestern angereist und fand zumindest zwei Stunden Zeit für eine gerade eröffnete 2-5 NLH Partie.

 

Gleich in der Buttonverlosung beginne ich mein Glück zu bemühen und lasse mir auf Seat 4 sitzend  das Pik Ass dealen. ;-) Ich starte also am Button und die Action beginnt per early Openlimp und Raise einer Late Position auf 20 bei einem Reststack von 80.

 

Die meisten am Tisch (und auch ich) haben mit dem Minimum Buy In von 100 begonnen. Ich halte 99 und shove. Ein Spieler aus den Blinds bezahlt mich mit AQ und alle anderen folden. Ich gewinne den Flip und überlege, ob ich gleich nachkaufen soll, weil mir meine Stacksize nun nicht wirklich gefällt. Da ich aber effektiv weiter in einer Shortstackpartie sitze, belasse ich den Stack zunächst so wie er ist.

 

Ein Spieler auf Seat 10 macht durch permanantes Openlimpen klar, dass er viel Spielfreude in sich trägt. Es kommen zwei offensichtliche Regulars neu auf die Seats 2 und 3. Sie kaufen sich deep ein. Es macht weiterhin noch keinen Sinn für mich, deeper zu spielen, weil ich natürlich nicht wegen der Regs am Tisch bin.

 

Dann passiert etwas Interessantes: UTG limpt, der ständige Limper minraist aus UTG+1 auf 10 und der Reg vor mir auf Seat 3 bezahlt mit süffisantem Kommentar, etwa: “Logisch! Da bin ich dabei.”

 

Ich halte den Button und blicke in AJ. Ich folde. Diese Entscheidung will ich gerne ein wenig erklären: Ich halte 230. Ein Call induziert entweder einen Family Pot, der in Relation zu den Reststacks zu groß ist, um ihn gegen das ganze Feld noch profitabel bluffen zu können. Ich sollte also treffen. Leider werde ich in dieser Situation viele meiner Treffer nicht sauber lesen können: Ist ein Paar Asse gut gegen den Initialraiser? Gebe ich ihm also Kredit für sein Raise oder gebe ich ihm keinen Kredit wegen seiner auffallend hohen Spielfreude? Call macht also viele Probleme. Dann kann ich auch Roulette spielen gehen.

 

Wie stehe ich zu Raise? Damit sich Raise von Call dahingehend unterscheidet, dass manche der noch möglichen Gegner (vielleicht sogar alle) preflop folden, muss ich mindestens 50 setzen. Der Initialraiser spielt aber lustigerweise nur gut 80! Ich frage ihn also per Raise de facto nach einem All In. Will ich das? Meine Antwort darauf lautet "nein", denn ich gebe ihm für diese Hand einfach viel Respekt. Somit brauche ich über die anderen nicht mehr nachzudenken und folde.

 

Natürlich bin ich sehr gespannt, ob ich vielleicht das Glück habe zu erfahren, was insb. der Initialraiser hält. Denn in Zukunft möchte ich besser gegen ihn entscheiden können, gerade für den Fall, dass ich ihm aktuell zu viel Respekt zolle.

 

Es geht bis zum River und der Initialraiser zeigt AQ. Er verliert gegen den 9-hoch Flush des Regs und lädt angefressen 500 nach. Nun lege ich ebenso Jetons nach. Das Spiel kann beginnen. Ich mag tiltende Openlimper... ;-) (mehr dann in ein paar Tagen, muss nun zum Coaching.)

 

Zahler zocken – Könner kalkulieren

 

Stephan Kalhamer für

gaming-institute.de

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