Ein Euro Gelegenheitsjober 2

Hallo Overcards-Community,

nun geht sie also weiter (Link zu Teil 1), meine kleine Geschichte zur Mini-CG-Session im Grand Casino Baden. ;-)
 
Ich spiele inzwischen deep und sehe eine wirklich spektakuläre Hand. Taktisch gesehen hat sie nur den Wert, den Tisch etwas zu beschreiben. Sie ist vor allem einfach witzig:
 
Die Hand geht mit vier Parteien preflop All-In. Es spielen Asse gegen JT und 2x(!) Q7. Der Flop kommt mit Ass und zwei Babys, Turn und River komplettiert das Board zu einem Wheel. Alle splitten. Die Asse rauchen! Auch der Dealer tiltet, denn nun muss er vierfach splitten und kann wohl kaum Trinkgeld erwarten. ;-)
 
Der Spieler, der eben seine Asse gesplittet bekommen hat, eröffnet wenig später auf 20 und ich sitze am Button mit AK. Ich 3-bete auf 45 und werde erneut cold aus dem Blinds bezahlt, was meine Freude über die Spielsituation stark schmälert. Nach langem Überlegen bezahlt der Initialraiser nach und commitet sich damit klar. (Er hat nur mehr 45 behind.) Der Caller und ich sind relativ deep (400+ behind).
 
Es kommt AJT mit einem Flushdraw. Der Caller donkt 60 und der Initialraiser bezahlt für sein All In. Ich habe eine wichtige Entscheidung und calle: per Raise vertreibe ich alles, was ich noch schlage, aus dem Pot und gewinne dann doch nicht so oft, weil der Initialraiser hier leider auch häufig massiv getroffen haben kann (insb. JJ, TT, AJ, AT). Weiter muss ich mich nicht gegen einen Flushdraw schützen, weil dieser beim Spieler aus den Blinds nicht realistisch ist: das Ass zum Flush liegt am Board, somit kann der Coldcaller keinen Flushdraw außer den aktuellen Nuts halten. Ich muss mich also nicht schützen (und kann es gleichzeitig eh nicht).
 
Der Turn blankt und ich bezahle erneut 60. Der River blankt nochmals, wir checken beide und splitten den Sidepot (beide Top-Top). Der Mainpot geht an den Initialraiser für AT.
 
Meine letzte wichtige Hand in dieser Session schließlich ist erneut taktisch und auch etwas witzig. Die Seats 2 und 3 sind neu besetzt von einer sehr fröhlich aufspielenden Dame und einem Herrn, der auffallend deutlich macht, zu welchen Mannövern er taktisch in der Lage ist. Sie openlimpt, wie sie es eben gerne tut, und er tut es ihr nach. Da ich am Cutoff sitze und der Button ebenso tight ist wie mein eigenes Image, raise ich hier mit A6 auf 25 for Isolation, Value und Position.
 
Wir sehen leider zu dritt den Flop von 854 und alle checken. Der Turn bringt mir eine 6 zum Paar, aber macht auch jeder (unplausiblen) Sieben eine Straße. Seat 3 spielt 30 an und ich zahle, weil ich ihm hier oft Nonhits gebe und der Spielertyp durchaus einfach die bisher kollektiv gezeigte Schwäche am Tisch ausnutzen könnte. Die Dame bezahlt mit ihrem restlichen Jetons. Der River bringt eine 9 und ich mache einen schweren Call für 80. Ich gewinne den nicht zu verachtenden Sidepot, verliere aber den Mainpot gegen eine Straße der Dame.
 
Na, dann war doch für jeden was dabei: für ihn ein schicker Bluff, für sie der Mainpot und für mich der Sidepot. ;-)
 
Schlussendlich gewinne ich nach Abzug aller Spesen 2 Eur in dieser Session von 2 Spielstunden und mache mich auf die Socken. Ich will ja ausgeschlafen sein fürs Coaching am nächsten Tag.
 
Zahler zocken – Könner kalkulieren
 
Stephan Kalhamer für
gaming-institute.de

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Erlaubte HTML tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd><iframe>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen