Enge heiße Kiste

Finaltag. Expertentag! Natürlich sind wir heute wieder alle ganz besonders schlau und wissen, wer schon sehr bald wem zeigen wird, wie weltklasse Fußball wirklich aussieht. Das besonders Schöne daran ist: morgen hatte die Hälfte von uns „Recht“. ;-)

Heute Abend entscheidet sich also auch, wer morgen viel reden wird - und wer morgen ziemlich viel zuhören muss. Allein dieser Einfluss auf die mittelfristige Lebensqualität eines jeden von uns macht Wembley am 25. Mai 2013 zu etwas sehr Spannendem.

Eben sehe ich mir die eurpäischen Topquoten für eine klassische (1x2) Wette an.

4,91 für BVB, 4,10 für Unentschieden und 1,83 werden geboten, wenn man quer über die aktuelle Anbieterlandschaft wetten kann (und möchte). Diese hohen Zahlen haben unmittelbar zur Folge, dass die Anbieter als Ganzes gegen eine risikoverteilte Strategie ihre gesamte Marge einbüssen.

Was meine ich damit (I) und warum ist das interessant (II)?

(I) Angenommen man will 100 Eur quer über alle 3 möglichen Ergebnisse nach 90 Minuten setzen. Man könnte dies wie folgt tun: 20,37 Eur auf Dortmund, 24,39 Eur auf Unentschieden und 54,64 Eur auf Bayern. Dann erhält man als Spieler unabhängig vom tatsächlichen Ergebnis immer seinen Wetteinsatz von 100 Eur wieder.

(II) Diese Überlegung ist fürs erfolgsorientierte Wetten eine sehr Zentrale. Sie zeigt für alle Wettmärkte immer gut auf, welche „Reibung“ man als Wettspieler gegen den Anbieter überwinden muss. Im Gegensatz zu den Topquoten von eben liegen die Durchschnittsquoten für heute Abend bei: 4,67/3,86/1,75. Würde man unter diesen Bedingungen nach Quoten verteilt auf alles simultan setzen, so verlöre man knapp 5% seines Kapitals - was zeitgleich die Marge der Wettanbieter ist.

Je weniger Reibung, desto leichter lässt sich ein Spiel schlagen. Wird Reibung nicht nur aufgelöst sondern sogar überwunden, so entsteht ein echtes „Perpetuum Mobile“ auf dem Wettmarkt! – eine Surebet: man setzt sein Kapital analog dem Beispiel aus (I) risikoneutral ein - und bekommt unabhängig vom Ergebnis etwas mehr wieder raus!

Solche Phänomene treten von Zeit zu Zeit wirklich auf und werden von professionellen Sportwettern auch ausgenutzt. Für die meisten von uns sind Surebets allerdings nicht wirklich auszuspielen: Signifikante Gelder schnell, sicher und korrekt zu platzieren (und nach dem Spiel wieder liquide zu machen) produziert dann doch einen nicht zu verachtenden Aufwand...

Die Idee dahinter ist trotzdem auch für Spaßwetter und reine Fußballfans interessant. Denn gerade Spiele, die im Vorfeld sehr konträr betrachtet werden, schlagen auf die Margen des Wettmarktes. Beispielsweise wird ein lokaler Anbieter im Westen heute besonders gute Quoten für den FCB bieten können. Denn in seinem Wettbüro wird überproportional viel auf den BVB gesetzt worden sein, welches er gerne über Wetten auf die Bayern abgesichert haben möchte... Im Süden dagegen gilt genau das Gegenteil. Wer also „im Westen“ auf die Bayern und/oder „im Süden“ auf den BVB setzt, der hat beste Chance auf Wetten mit positiver Erwartung. Das wiederum ist dann doch mein Thema als Pokertrainer. ;-)

Viel Spaß uns allen heute Abend.

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan Kalhamer für

gaming-institute.de

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