Poker Strategie – ein kurzer Überblick

Auch wenn immer wieder darüber diskutiert wird: Poker ist ein Geschicklichkeitsspiel, ein strategisches Spiel und weniger vom Glück bestimmt. Es entscheidet nicht nur das Kartenblatt ob ich gewinne oder verliere, sondern vor allem die Art und Weise, wie ich mein Spiel spiele. Ohne die geringste Kenntnis an Poker Strategie wird es schwierig auf Dauer beim Pokern zu gewinnen. Denn auch wenn es manchmal so aussieht, z.B. wenn ein Poker-Fisch (=blutige Anfänger) eine Glückssträhne hat, ist der dauerhafte Gewinn beim Pokerspiel immer mit strategischer Raffinesse gleichzusetzen. Ein guter Lauf, reißt auch wieder ab und was dann? Dann sind meine Fähigkeiten gefragt.

Anders als bei Roulette oder Black Jack kann ich zu einem hohen Grad selbst beeinflussen, ob ich mit einem Blatt gewinne oder verliere. Die Poker Strategie ist der Schlüssel dazu. Das faszinierende an Poker ist, dass das Erlernen der Strategie nie aufhört. Ein/e Pokerspieler/in wird sein/ihr ganzes Leben an der eigenen Spielart arbeiten. Wer seinem Gegner immer ein Stückchen voraus ist, hat bessere Chancen diesen zu besiegen. Wer ein besseres strategisches Wissen besitzt als andere Mitspieler, wird am Ende als Gewinner vom Tisch gehen. Zu diesem  Wissen kommt dann noch die Psychologie ins Spiel – denn Poker ist ein Spiel mit den Emotionen. Aber zuerst müssen die strategischen Basics stimmen.

Nun stellt sich für Anfänger bestimmt die berechtigte Frage, wo denn dieses wichtige Poker Strategie Wissen zu erlernen ist. Da gibt es viele Wege und Möglichkeiten. Der erste Schritt sind sicher Poker Bücher. Es gibt hunderte solcher Ratgeber – von Poker Legenden, die ihr Wissen weitergeben oder Spieler der jüngeren Generation, die sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht haben. Die Palette der Werke reicht von einem Sachbuch bis hin zu persönlichen Geschichten als Autobiografien oder Memorien. Am besten ist es, zu Beginn verschiedene Poker Strategie Bücher zu kaufen, dann wird schnell klar, welche Art von Stil einem am besten liegt. Und wobei die Aufnahmefähigkeit am besten ist. Und die gibt es bei Amazon oder für den deutschsprachigen Raum ist der AniMazing Verlag eine gute Adresse. Auch Poker Räume wie z.B. PokerStars bieten Poker Strategie Bücher an.

Neben dem guten alten Buch, ist es immer hilfreich auch das Spiel anderer Teilnehmer zu studieren. Ich sollte in diesem Fall gerade NICHT auch am Tisch sitzen und mitspielen, ansonsten wäre das für den Anfänger eine Überforderung seiner/ihrer Konzentration. Für meine Beobachtungen muss ich nicht einmal ins Casino, sondern kann mich bequem vor dem Computer in einen Online Poker Raum einloggen.

Ein altes Sprichwort besagt: „Durch Reden kommen die Leute zusammen“ – das gilt auch für Poker Strategie. Denn im Gespräch mit anderen Spieler/innen kann ich eine Menge lernen – wie ich es besser machen kann und wie ich es mit Sicherheit nicht machen werde. Ein Lernen aus positiven und negativen Austausch-Erfahrungen. Das Gespräch muss auch nicht immer persönlich sein, es kann auch via Chat, Blog oder Forums-Diskussion sein. Gerade in einer Forum Community gibt es die Möglichkeit viele Spieler/innen unterschiedlicher Level anzutreffen.

Die richtige Sportwetten Strategie findet Ihr bei Wettfreunde.net.

Das de.PokerNews Forum hat derzeit fast 6.300 Mitglieder und 12 Hauptkategorien in der Rubrik Poker Strategie. Bei der Kategorie „Anfänger“ gibt es viele weitere Forumsthemen wie „Bankrollmanagement“, „Was tun in dieser oder jener Situation?“ oder „wie spielt man diese Situation am besten“.  Viele Hände und Spielsituationen werden hier erklärt und diskutiert. Natürlich gibt es selbige Unterkategorie auch für „Fortgeschrittene“, hier geht es um ähnliche Fragen, aber auf einem geübteren Level und bei höheren Limits.

Es gibt kaum einen strategischen Aspekt, der im PokerNews Forum nicht besprochen wird. Und natürlich gibt es einige Poker Profis, die auch ihren eigenen Blog betreiben und dort ihre Erfahrungen posten – aber so direkt im Gespräch ist ein Forum oder Chat wohl eine gute Anlaufstelle.

Apropos Poker Profis: Es gibt internationale Spitzenspieler, die von aktiv erlernter Poker Strategie wenig halten, wie z.B. Phil Ivey. Für ihn bringt das Spielen an sich die Übung und das Wissen. Also immer und immer wieder spielen und dabei mehr und mehr dazu lernen. Natürlich ist gerade Ivey ein scharfer Beobachter und sieht genau, was seine Gegner da machen und passt dahingehend auch seine Strategie an. Es ist die goldene Mitte: nur strategische Poker Theorie zu büffeln bringt genauso wenig, wie blind eine Partie nach der anderen zu spielen. Viel üben und daneben Wissen sammeln – das lässt eine/n ambitionierte/n Pokerspieler/in weiterkommen und immer besser werden. Und ausgelernt ist beim Pokern nie, dazu ist mehr als ein Menschenleben nötig.

Strategie ist nicht gleich Strategie – jede Spielsituation wird neue Möglichkeiten aufwerfen und neue Möglichkeiten meine Poker Strategie beeinflussen. Schließlich ist Poker nicht nur reine Mathematik, sondern vor allem die psychologische Komponente spielt eine große Rolle. Das Spielverhalten meiner Gegner zu studieren, sie zu „lesen“ und ihr Verhalten am Tisch zu beobachten – wird hier gerade geblufft oder hat er/sie wirklich ein gutes Blatt? Es ist meine Einschätzung, die meine Poker Strategie bestimmt.

Gerade als Anfänger ist es da manchmal schwierig Situationen richtig einzuschätzen, denn viele Anfänger/innen wissen oft nicht, mit welchem Blatt es sich lohnt überhaupt mitzugehen, ein „Raise“ zu bezahlen oder selbst zu erhöhen. Natürlich gibt es hier Poker Strategien, mit denen berechnet werden kann wie hoch die mathematischen Chancen für ein jeweiliges Blatt sind, aber um diese in der Praxis anwenden zu können, wäre es wohl besser promovierter Mathematiker zu sein.

Es gibt aber einige Rechen-Strategien, die relativ simpel sind, und gerade für Anfänger/innen eine Hilfe sein können. Eine davon ist das „Hutchison Punkte System“:

Jeder Kartenwert steht für eine bestimmte Anzahl von Punkten:
A = 16 Punkte
K = 15 Punkte
Q = 14 Punkte
J = 13 Punkte
T = 11 Punkte
Die restlichen Karten stehen mit ihrem Zahlenwert für ihre Punkteanzahl, z.B. Acht = 8 usw…)

Zusatzpunkte gibt es für Karten mit folgenden Kriterien:
Halte ich ein Paar = plus 10 Punkte
Gleiche Farbe („suited") = plus 4 Punkte
Verbindungskarten („Connectors"), z.B J/10 oder 9/8 = plus 3 Punkte
Verbindungskarten mit einem Abstand, z.B. J/9 oder 9/7 = plus 2 Punkte
Verbindungskarten mit zweifachem Abstand, z.B. J/8 oder 9/6 = plus 1 Punkt

Werden die Punkte nun zusammengezählt ergibt sich eine Zahl, die nach folgendem Schema bewertet wird:
30 und mehr Punkte: hochwertige Karten, können von jeder Position am Tisch gespielt werden
27 bis 29 Punkte: mittel-starke Karten, sollten nur von einer mittleren bis späten Position am Tisch gespielt werden
25 bis 26 Punkte: niedrige Karten, sollten nur in einer späten Position am Tisch gespielt werden

Mit welchem Zahlenwert kann ich „callen" oder „raisen"?

34 und mehr Punkte: ich kann von jeder Position am Tisch „callen" oder „raisen"
31 bis 33 Punkte: eher aus einer mittleren Position spielen
29 bis 30 Punkte: nur in später Tisch-Position „callen" oder „raisen"

Bei einer Hand mit 30 Punkten und mehr steigt, laut Hutchison Regel, die statistische Gewinnchance auf durchschnittlich 17%. Doch diese Poker Strategie hat natürlich auch seine Tücken, denn laut dieser Berechnung dürften kleine Paare dann überhaupt nicht gespielt werden: ein Paar 6en ergeben 22 Punkte – laut dieser Formel also ein unspielbares Blatt. In der Praxis stimmt das natürlich nicht. Die Hutchison Formel kann Anfängern auf rein mathematischer Ebene eine Hilfestellung geben, gerade wenn die spielerischen Fähigkeiten selbst noch nicht so gut eingeschätzt werden können. 

Auch die Berechnung der sogenannten „Pot Odds“ kann nie schaden, gerade wenn ich mir nicht sicher bin ob ich setzte und vor allem wie viel ich setzen soll. Um die Pot Odds zu berechnen brauch ich meine „Outs“. Damit werden jene Karten bezeichnet, die mir fehlen, um mein Blatt zum Besten im Spiel zu machen. Ein Beispiel:

Meine Pocket-Karten: J/10
Der Flop am Board zeigt: J/10/K
Outs: 2x J und 2x 10 für ein Full House
Jetzt werden die Outs zusammengezählt und mit zwei multipliziert und dann noch zwei dazugerechnet: 2+2*2+2=10. Das heißt, dass es zu 10% wahrscheinlich ist, dass noch ein J oder eine 10 am Turn oder River des Boards kommt.

Meine Pocket-Karten: 10h/10d
Der Flop am Board zeigt: Ah/Qh/Jh
Outs: 1x Kh, 1x 9h, 1x 8h, 1x 7h, 1x 6h, 1x 5h, 1x 4h, 1x 3h, 1x 2h für ein Flush oder Royal Flush und 2x 10 für ein Set. Das heißt: 11*2+2=24. Es ist also zu 24% wahrscheinlich, dass ich entweder noch Karten für mein Flush oder mein Set mit 10 erhalte.

Wenn ich nun meine Pot Odds wissen will, dann nehme ich den Wert des Pots und multipliziere ihn mit meinen errechneten Outs: 0.24 * Pot. Zum Beispiel: 0.24 * € 500,- (= Pot) = 120. Das bedeutet, dass € 120,- der maximale Betrag sein sollte, der es wert ist gesetzt zu werden. Sollte vor mir jemand höher setzen, dann wäre es von einem strategischen Standpunkt betrachtet, mit meinen Pot Odds, nicht ratsam zu bezahlen oder gar zu erhöhen.

Diese beiden Rechen-Beispiele sind ein kurzer Anreißer für die große Welt der Poker Strategie. Bände wurden geschrieben, tausende Stories stehen im Netz und jeder Spieler hat auch noch den ein oder andern Tipp. Die Poker Strategie besteht aber nicht nur aus Mathematik und Zahlen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist meine Position am Tisch, sitze ich in „early“ , „middle“ oder „late position“? Mit „early position“ werden die ersten drei Plätze links vom Dealer-Button bezeichnet – also die Blinds und der Spieler gleich danach (under the gun). Die „late position“ bezeichnet den Spieler rechts vom Dealer Button (cut off) und den Spieler am Dealer Button. Alle anderen Positionen werden als „middle position“ bezeichnet.

Warum ist es so wichtig zu wissen wo ich sitze? Natürlich sehe ich als Spieler in mittlerer bis späten Position viel besser was an Spiel-Action schon passiert ist und kann meine Poker Strategie darauf anpassen. Durch die Spiel-Action der Anderen kann ich Rückschlüsse auf deren Karten oder Strategie ziehen.

Bevor ich mich aber überhaupt an einen Tisch setzte – ob nun Live-Poker oder Online Poker, muss ich meine Bankroll bestimmen. Das Bankroll Management ist neben der spieltechnischen Strategie wohl eines der wichtigsten Punkte, die eine/n erfolgreiche/n Spieler/in ausmacht. Grundsätzlich gilt – übernimm dich nicht! Verwende nur soviel Geld für dein Spiel auf, wie du dir wirklich leisten kannst – auf Risiko zu gehen, kann gerade als Poker Anfänger böse ins Auge gehen. Also nicht Haus und Hof setzen, auch nicht das neue Auto, sondern mit Geld spielen, dass „entbehrlich ist“, also nicht überlebenswichtig ist. Und auch nicht von anderen Mitspielern unter Druck setzten lassen mit „Ach, komm schon spiel eine Runde mit“. Schließlich geht es als Anfänger in erster Linie nicht darum ein paar Spiele zu spielen, es zu vermasseln und dann kein Geld mehr zu haben. Sondern mit einem gewissen Betrag so viele Spiele wie möglich spielen zu können – um die Übung zu bekommen und die eigene Poker Strategie zu entwickeln. 

Die Höhe meiner Bankroll bestimmt das Limit am Tisch. Zu Beginn sollte ich lieber bei Mikro-Limits bleiben und auf kleinen Tischen bis maximal 6 Spieler/innen. Und bei „Limit“ Varianten kann mit maximal drei Erhöhungen pro Setzrunde noch weniger schief gehen – allerdings sind dann auch wieder die Möglichkeiten begrenzt. So lange wies geht ein All-in hinauszögern, oder wer weiß vielleicht sind noch größere Anfänger am Tisch und die ersten Gewinne stellen sich ein?
Turnier mit kleineren Buy-Ins bieten sich zu Übungszwecken ebenfalls sehr gut an – das Verhältnis zwischen finanziellem Einsatz und der Länge des Spiels stimmt. Jedoch ist die Chance auf einen Gewinn im Verhältnis zur hohen Spieler/innen Anzahl wieder niedrig.

Haben sich meine ersten Gewinne eingestellt und kann ich dadurch meine Bankroll erhöhen ist es Zeit die Limits zu steigern – Schritt für Schritt gut überlegt.

Ob ich Live- oder Online Poker spiele, beeinflusst natürlich auch meine Poker Strategie. Im Live-Game habe ich den Vorteil meine Mitspieler/innen zu sehen. Hier wiegt die psychologische Komponente viel höher als im Online-Game. Ihre Bewegungen, Blicke, Reaktionen vor einem Bet oder als Ergebnis auf einen Bet von mir, oder ein Raise oder andere Action. Beim Online Spiel muss ich mir die Spielarten viel besser einprägen, meine Gegner erst kennenlernen – wer setzt wann und wie viel? Wie oft kommt es zum Showdown, ist die Action eher Pre-Flop oder erst später? Wer erhöht gerne, wer ist eher zurückhaltend, wer blufft, wer geht auf Nummer sicher?

Es sind die Spielertypen, auf die ich mich beim Online-Game stützen kann um meine Poker Strategie zu bestimmen. Beim Pokern wird zwischen vier Spieler-Typen unterschieden:

-    Loose-Passive
-    Tight-Passive
-    Loose-Aggressive
-    Tight-Aggressive

Ein “looser” Spieler spielt wesentlich mehr Hände, als ein “tighter” Spieler, denn es werden auch weniger gute Hände gespielt. Ein „tighter“ Spieler wird im Gegensatz zum „loosen“ Spieler immer nur mit guten bis überdurchschnittlich guten Karten spielen. Ein passives Spielverhalten drückt sich durch wenig Eigeninitiative aus – mehr eine Reaktion durch Aktion. Ein aggressiver Spieler wird versuchen die Action am Tisch zu bestimmen und die Richtung dirigieren wollen.
Auch ein Anfänger wird nach den ersten Poker-Gehversuchen eine eigene Poker Strategie und Typisierung entwickeln. Auf jeden Fall macht einen guten Pokerspieler bzw. Pokerspielerin eine gesunde Mischung aus Poker Strategie und psychologischen Kenntnissen aus.

Dieser Überblick soll nur ein Gefühl dafür geben, wie umfangreich die Poker Theorie wirklich ist – ein Abriss ein „Lokalaugenschein“, wenn man so will. In unseren PokerNews Foren wird täglich über aktuelle Situationen diskutiert und gechatet. Die Registrierung ist kostenlos und wird jeden Spieler, egal welches Level, mit hilfreichen Tipps & Tricks und Erfahrungsberichten bieten.

Wenn sie wissen wollen, wie man Sportanbieter bewertet, sollten sie sich diesen Blog nicht entgehen lassen!