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Poker Abkürzungen und Begriffe: Das große Glossar

Über 50 Poker-Begriffe und Abkürzungen verständlich erklärt: von UTG, BB und C-Bet über Pot Odds, EV und GTO bis ICM, Nuts und Offsuit — zum Nachschlagen.

Redaktion · ·Aktualisiert 25. Mai 2026 · 12 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Vom Blind bis zu den Nuts: Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Poker-Begriffe und Abkürzungen — von Positionen (UTG, BTN) über Setzaktionen (3-Bet, C-Bet) bis zu Statistik-Kürzeln (EV, VPIP, GTO).

Poker hat eine eigene Sprache aus Abkürzungen und Fachbegriffen, die in Foren, an Tischen und in Strategieartikeln selbstverständlich verwendet werden. Wer neu einsteigt, stößt schnell auf Kürzel wie UTG, C-Bet oder ICM, deren Bedeutung sich nicht von selbst erschließt. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Ausdrücke verständlich und nach Themen sortiert. Es ergänzt die Poker-Regeln und die Poker-Strategie, in denen viele dieser Begriffe in ihrem Zusammenhang auftauchen.

Die Begriffe sind nach Themenbereichen gruppiert — Positionen, Setzaktionen, Pot und Einsätze, Karten und Hände, Statistik und Theorie sowie Turnier-Begriffe. Wer einen bestimmten Ausdruck sucht, findet ihn am schnellsten über die Browser-Suchfunktion.

Positionen am Tisch

Die Position beschreibt, wann ein Spieler in einer Setzrunde handelt. Sie ist eines der wichtigsten Konzepte überhaupt — mehr dazu in der Strategie.

  • UTG (Under the Gun) — die erste Position links vom Big Blind, die vor dem Flop zuerst handelt. Verlangt meist eine starke Hand.
  • EP (Early Position) — frühe Position, zu der unter anderem UTG zählt.
  • MP (Middle Position) — mittlere Position zwischen früher und später Position.
  • HJ (Hijack) — der Platz zwei rechts vom Button, eine späte Position.
  • CO (Cutoff) — der Platz direkt rechts vom Button, eine der wertvollsten Positionen.
  • BTN / Button — der Geberknopf; der Spieler handelt nach dem Flop als Letzter und hat damit den größten Informationsvorteil.
  • SB (Small Blind) — der kleine Blind, ein erzwungener Einsatz links vom Button.
  • BB (Big Blind) — der große Blind, in der Regel doppelt so hoch wie der Small Blind.

Setzaktionen

Diese Begriffe beschreiben, was ein Spieler tun kann, wenn er an der Reihe ist.

  • Check — keinen Einsatz tätigen und die Aktion weitergeben, sofern noch kein Einsatz in dieser Runde gemacht wurde.
  • Bet — einen Einsatz machen, wenn zuvor niemand gesetzt hat.
  • Call — einen bestehenden Einsatz mitgehen.
  • Raise — einen bestehenden Einsatz erhöhen.
  • 3-Bet — die erste Re-Erhöhung nach einem ersten Raise (die Blinds zählen als erste Aktion).
  • 4-Bet — eine erneute Erhöhung nach einer 3-Bet, meist Zeichen großer Stärke.
  • C-Bet (Continuation Bet) — ein Einsatz nach dem Flop durch den Spieler, der bereits vor dem Flop erhöht hatte.
  • Donk-Bet — ein Einsatz aus der Hand gegen den Spieler, der die Initiative hatte, bevor dieser handeln konnte; gilt als ungewöhnliche Aktion.
  • Limp — vor dem Flop nur den Big Blind mitgehen, statt zu erhöhen.
  • Fold — die Hand aufgeben und aus dem Pot aussteigen.
  • All-in — sämtliche verbleibenden Chips setzen. Wer All-in geht, kann nicht mehr zu weiteren Einsätzen gezwungen werden; setzen andere weiter, entsteht ein Side Pot.
  • Check-Raise — erst checken und nach einem Einsatz des Gegners erhöhen. Eine starke, oft täuschende Aktion, die Schwäche vortäuscht und dann Druck aufbaut.
  • Open / Open-Raise — der erste freiwillige Raise vor dem Flop, wenn vor einem noch niemand erhöht hat.
  • Squeeze — eine Re-Erhöhung vor dem Flop gegen einen Raiser und einen oder mehrere Caller; nutzt den größeren Pot und die Zwickmühle der Caller aus.

Pot und Einsätze

  • Pot — die Summe aller Einsätze einer Hand; der Gewinner erhält den Pot.
  • Side Pot — ein zusätzlicher Pot, der entsteht, wenn ein Spieler All-in ist und andere mit größeren Stacks weiter setzen. Am All-in-Spieler vorbeigehende Einsätze bilden den Side Pot.
  • Blinds — die erzwungenen Einsätze von Small Blind und Big Blind, die vor dem Austeilen der Karten gesetzt werden und für Spielfluss sorgen.
  • Ante — ein kleiner Pflichteinsatz, den in manchen Varianten alle Spieler vor der Hand leisten.
  • Rake — der Anteil, den der Veranstalter pro Pot oder Turnier als Gebühr einbehält. Über viele Hände summiert sich der Rake spürbar und gehört deshalb in jede ehrliche Gewinnrechnung.
  • Pot-Limit — eine Einsatzstruktur, bei der höchstens die aktuelle Pot-Größe gesetzt werden darf; typisch für Omaha.
  • No-Limit — eine Einsatzstruktur, bei der jederzeit alle Chips gesetzt werden dürfen; die verbreitetste Form bei Texas Hold’em.
  • Stack — die Menge der Chips, die ein Spieler vor sich hat.

Karten, Board und Hände

  • Flop — die ersten drei offen ausgelegten Gemeinschaftskarten.
  • Turn — die vierte Gemeinschaftskarte.
  • River — die fünfte und letzte Gemeinschaftskarte.
  • Board — die Gesamtheit der offenen Gemeinschaftskarten.
  • Nuts — die bestmögliche Hand in der aktuellen Situation, die nicht geschlagen werden kann.
  • Kicker — eine Beikarte, die bei gleichem Hauptblatt über den Sieg entscheidet; das genaue Zusammenspiel zeigt das Hand-Ranking.
  • Set — ein Drilling aus einem Paar auf der Hand plus einer passenden Board-Karte.
  • Trips — ein Drilling aus einer Handkarte plus einem Paar auf dem Board.
  • Overcards — Handkarten, die höher sind als alle Karten auf dem Board.
  • Suited — zwei Karten derselben Farbe.
  • Offsuit — zwei Karten unterschiedlicher Farbe.
  • Connector — zwei in der Rangfolge benachbarte Karten (etwa 8 und 9), die zu einer Straße beitragen können.
  • Drawing Hand (Draw) — eine noch unvollständige Hand, die sich zu einer Straße oder einem Flush verbessern kann.
  • Gutshot — ein Straßen-Draw, dem nur eine einzige Kartenstufe in der Mitte fehlt (vier Outs); auch „Inside Straight Draw” genannt.
  • Open-Ended — ein Straßen-Draw, der an beiden Enden vervollständigt werden kann (acht Outs).
  • Pocket Pair — ein Paar aus den beiden eigenen verdeckten Startkarten.
  • Top Pair — ein Paar mit der höchsten Karte auf dem Board; eine häufige, oft spielbare Hand.

Statistik und Theorie

Diese Begriffe stammen aus der mathematischen Betrachtung des Spiels und werden in der Strategie angewendet.

  • Outs — die Karten, die die eigene Hand zur (voraussichtlich) besten Hand verbessern.
  • Pot Odds — das Verhältnis von zu zahlendem Einsatz zur Pot-Größe; die Grundlage der Call-Entscheidung.
  • Equity — der Anteil am Pot, der einer Hand auf lange Sicht zusteht, ausgedrückt als Gewinnwahrscheinlichkeit.
  • EV (Expected Value) — der Erwartungswert einer Entscheidung; positiver EV bedeutet, dass sich eine Aktion auf lange Sicht auszahlt.
  • GTO (Game Theory Optimal) — eine ausbalancierte Spielweise, die ein Gegner nicht ausnutzen kann; ein theoretisches Ideal.
  • VPIP (Voluntarily Put money In Pot) — wie oft ein Spieler freiwillig in den Pot investiert; ein Maß für die Anzahl gespielter Hände.
  • PFR (Pre-Flop Raise) — wie oft ein Spieler vor dem Flop erhöht; ein Maß für Aggression.
  • Range — die Gesamtheit der Hände, die ein Spieler in einer Situation halten kann; gute Spieler denken in Ranges statt in einzelnen Händen.
  • Bluff — ein Einsatz mit schwacher Hand, der den Gegner zum Folden bewegen soll.
  • Semi-Bluff — ein Bluff mit einem Draw, der sich noch zur besten Hand verbessern kann.
  • Tilt — emotional getriebenes, schlechtes Spiel nach Verlusten oder unglücklichen Händen.
  • Value Bet — ein Einsatz mit einer wahrscheinlich besten Hand, der den Gegner zum Mitgehen bewegen soll, um zusätzliches Geld zu gewinnen; das Gegenstück zum Bluff.
  • Variance (Varianz) — die natürliche Ergebnisschwankung im Spiel; erklärt, warum auch starke Spieler Pechsträhnen erleben.
Hinweis Viele dieser Kürzel — VPIP, PFR, 3-Bet — stammen aus der Online-Welt und tauchen vor allem in Statistik-Tools und Strategieforen auf. Am Live-Tisch wird seltener in solchen Zahlen gesprochen, die zugrunde liegenden Konzepte gelten aber gleichermaßen.

Turnier-Begriffe

Im Turnier gelten dieselben Grundregeln, einige Begriffe sind jedoch spezifisch. Eine Sonderform ist das Heads-Up, das Duell zwischen nur zwei Spielern.

  • ICM (Independent Chip Model) — ein Modell, das den realen Geldwert eines Turnier-Stacks bestimmt. Es erklärt, warum ein Chip nahe der Preisgrenze mehr wert ist als ein zusätzlicher Chip bei großem Stack — das Überleben sichert die Auszahlung.
  • Buy-in — das Startgeld, das für die Teilnahme am Turnier oder den Einstieg ins Cash Game gezahlt wird.
  • Bubble — die Phase kurz vor Erreichen der Preisränge; wer hier ausscheidet, geht leer aus.
  • Freezeout — ein Turnierformat ohne Nachkaufmöglichkeit: Wer alle Chips verliert, ist ausgeschieden.
  • Rebuy — die Möglichkeit, sich in der frühen Turnierphase nach einem Chip-Verlust erneut einzukaufen.
  • Final Table — der letzte Tisch eines Turniers, an dem die höchsten Preise vergeben werden.

So benutzt man dieses Glossar

Wer einen Begriff in einem Strategieartikel oder beim Spielen nicht kennt, schlägt ihn hier nach. Viele Ausdrücke greifen ineinander: Wer die Position kennt, versteht, warum eine C-Bet aus später Position stärker wirkt; wer Pot Odds und Outs zusammendenkt, sieht, wann ein Draw ein profitabler Semi-Bluff ist. Das Vokabular ist deshalb kein Selbstzweck, sondern die Abkürzung für Konzepte, die das Spiel ausmachen.

Für das Verständnis ganzer Abläufe lohnt der Blick in die Texas-Hold’em-Regeln; wer wissen möchte, wie sich diese Begriffe zu Entscheidungen verbinden, findet das in der Poker-Strategie. Die genaue Rangfolge der Blätter, auf die sich Begriffe wie Nuts, Set oder Kicker beziehen, steht im Hand-Ranking. Und bekannte Persönlichkeiten, die viele dieser Konzepte geprägt haben, stellen die Spielerporträts vor.

Häufige Fragen

Was bedeutet UTG beim Poker?+

UTG steht für „Under the Gun“ und bezeichnet die erste Position links vom Big Blind. Wer UTG sitzt, handelt vor dem Flop als Erster und braucht deshalb in der Regel eine besonders starke Hand.

Was ist der Unterschied zwischen 3-Bet und 4-Bet?+

Eine 3-Bet ist die erste Re-Erhöhung nach einem ersten Raise; die ursprünglichen Blinds zählen dabei als erste Aktion. Folgt darauf eine weitere Erhöhung, ist das eine 4-Bet. Beide signalisieren in der Regel eine starke Hand oder einen Bluff aus einer engen Range.

Was ist eine C-Bet?+

Eine C-Bet (Continuation Bet) ist ein Einsatz nach dem Flop durch den Spieler, der bereits vor dem Flop die Initiative durch ein Raise hatte. Sie setzt den Druck der vorherigen Setzrunde fort, unabhängig davon, ob das Board getroffen wurde.

Was bedeutet „die Nuts“ zu haben?+

Die Nuts ist die bestmögliche Hand in der jeweiligen Situation, die von keiner anderen Kombination geschlagen werden kann. Bei einem Board mit drei Herz-Karten wäre der höchstmögliche Flush gegebenenfalls die Nuts.

Was ist der Unterschied zwischen Set und Trips?+

Beides sind Drillinge. Ein Set entsteht, wenn man ein Paar auf der Hand hält und die dritte Karte auf dem Board liegt. Trips bedeutet, dass man eine Karte auf der Hand hat und das Paar auf dem Board liegt. Ein Set ist meist verdeckter und damit profitabler.

Was bedeuten VPIP und PFR?+

VPIP („Voluntarily Put money In Pot“) gibt an, wie oft ein Spieler freiwillig Geld in den Pot gibt, also wie viele Hände er spielt. PFR („Pre-Flop Raise“) misst, wie oft er vor dem Flop erhöht. Beide Werte beschreiben gemeinsam, wie eng oder aggressiv jemand spielt.

Was ist GTO beim Poker?+

GTO steht für „Game Theory Optimal“ — eine Spielweise, die mathematisch so ausbalanciert ist, dass ein Gegner sie nicht ausnutzen kann. In der Praxis ist GTO ein Ideal, an dem sich Strategien orientieren; gegen fehlerhafte Gegner ist gezieltes Ausnutzen oft profitabler.

Was bedeutet „suited“ und „offsuit“?+

Suited heißt, dass zwei Startkarten dieselbe Farbe haben und damit zu einem Flush beitragen können. Offsuit bedeutet, dass sie verschiedene Farben haben. Ass-König suited ist deshalb etwas wertvoller als Ass-König offsuit.