A-5 Triple Draw (Ace to Five Lowball) — Regeln
A-5 Triple Draw erklärt: fünf verdeckte Karten, drei Tauschrunden, die niedrigste Hand gewinnt — und warum Straßen und Flushes hier nicht schaden.
Bei A-5 Triple Draw gewinnt die niedrigste Hand, wobei das Ass niedrig zählt und Straßen sowie Flushes nicht gegen die Hand wirken. Die beste Hand ist A-2-3-4-5 (das Wheel).
A-5 Triple Draw, auch Ace to Five Lowball oder California Lowball genannt, gehört zur Familie der Draw-Spiele, in denen jeder eine eigene, verdeckte Hand hält und Karten gegen neue tauschen darf. Anders als bei Texas Hold’em gibt es keine Gemeinschaftskarten. Das Besondere: Hier gewinnt die niedrigste Hand, und über drei Tauschrunden hinweg arbeiten alle Beteiligten darauf hin, ihre fünf Karten möglichst klein zu machen. Diese Seite erklärt Wertung und Ablauf Schritt für Schritt.
Das Ziel — die niedrigste Hand
Bei A-5 Lowball ist das gewohnte Hand-Ranking auf den Kopf gestellt. Nicht ein Paar, eine Straße oder ein Flush sind das Ziel, sondern fünf möglichst niedrige, jeweils verschiedene Karten. Wer den Showdown erreicht und die kleinste Kombination zeigt, gewinnt den Pot.
Zwei Regeln prägen die A-5-Wertung und müssen von Anfang an mitgedacht werden:
- Das Ass zählt niedrig. Es gilt als die kleinste Karte, also faktisch als Eins. Damit ist das Ass die wertvollste Karte überhaupt, weil jede Hand mit Ass ein niedrigeres Potenzial hat.
- Straßen und Flushes zählen nicht. Sie werden bei der Wertung schlicht ignoriert. Eine Folge wie A-2-3-4-5 oder fünf Karten derselben Farbe schadet der Hand nicht, sondern bleibt eine reine Niedrig-Hand.
Aus beiden Regeln folgt die beste Hand des Spiels: A-2-3-4-5, das sogenannte Wheel (auch Bicycle). Obwohl diese fünf Karten nominell eine Straße bilden — und in einer Farbe sogar einen Straight Flush —, ist das in A-5 bedeutungslos. Gewertet wird allein, wie niedrig die Karten sind, und niedriger als Fünf-vier-drei-zwei-Ass geht es nicht.
So liest man ein Low
Ein Low wird immer von der höchsten Karte her gelesen und Karte für Karte verglichen. Ausschlaggebend ist zuerst die größte Karte der Hand; sind zwei Hände dort gleich, entscheidet die nächstgrößere, und so weiter.
Paare schwächen eine Niedrig-Hand erheblich, weil dann nicht mehr fünf verschiedene Werte vorliegen. Eine Hand wie 6-6-4-3-2 ist deutlich schlechter als jede paarfreie Sechs-hoch-Hand und wird in der Praxis nur in Notlagen gehalten.
Der Ablauf einer Hand
A-5 Triple Draw wird mit Blinds gespielt, ähnlich wie die gängigen Flop-Varianten. Der Ablauf gliedert sich in vier Setzrunden und drei Draws:
- Austeilen und erste Setzrunde. Jede Person erhält fünf verdeckte Karten. Beginnend links vom Big Blind folgt die erste Setzrunde, in der gecheckt, gesetzt, erhöht oder gefoldet werden kann.
- Erster Draw und zweite Setzrunde. Wer noch in der Hand ist, darf nun beliebig viele Karten ablegen und vom Stapel neue ziehen. Anschließend wird erneut gesetzt.
- Zweiter Draw und dritte Setzrunde. Der gleiche Vorgang wiederholt sich: tauschen, dann setzen.
- Dritter Draw und vierte Setzrunde. Nach dem letzten Tausch folgt die finale Setzrunde.
- Showdown. Sind danach noch mehrere Personen im Spiel, werden die Hände aufgedeckt. Die niedrigste Hand gewinnt den Pot.
In jeder Tauschrunde darf man null bis fünf Karten ablegen. Wer keine Karte tauscht, bleibt pat — siehe unten. Reicht der Stapel bei vielen aktiven Spielern für den letzten Draw nicht aus, werden die abgelegten Karten gemischt und als neuer Stapel verwendet.
Stehen bleiben — die pat hand
Eine pat hand ist eine Hand, mit der man bereits zufrieden ist und in einer Tauschrunde keine Karte abwirft. Wer früh pat steht, signalisiert damit oft eine fertige, niedrige Hand. Ein gutes Beispiel ist eine bereits komplette Acht-hoch- oder Sieben-hoch-Hand schon nach dem ersten Draw: Sie kann sich durch weiteres Tauschen kaum noch verbessern und höchstens verschlechtern. Das Lese- und Bluffspiel rund um pat hands gehört zu den taktischen Feinheiten der Variante; mehr dazu in der Poker-Strategie.
Karten tauschen — wie viele und wann
Die Entscheidung, wie viele Karten in jeder der drei Runden abgelegt werden, ist das Herz des Spiels. Eine grobe Orientierung hilft Einsteigern, die Tauschrunden richtig einzuordnen:
- Drei Karten ziehen bedeutet, dass man nur zwei brauchbare Niedrigkarten behalten hat — ein eher aussichtsloser Start, der höchstens im ersten Draw sinnvoll ist.
- Zwei Karten ziehen ist eine solide Ausgangslage: drei niedrige, verschiedene Karten, idealerweise mit Ass, bilden ein gutes Gerüst.
- Eine Karte ziehen heißt, dass nur noch eine störende Karte ersetzt werden muss. Solche Hände sind oft schon nahe an einem fertigen Low.
- Keine Karte ziehen — pat bleiben — signalisiert eine fertige Hand.
Wichtig ist der zeitliche Verlauf: Je weiter die Hand fortschreitet, desto weniger Karten sollte man noch tauschen müssen. Wer im dritten Draw noch zwei oder drei Karten zieht, liegt fast immer hinten gegen Gegner, die bereits pat stehen. Umgekehrt gewinnt eine früh pat gehaltene, aber nur mittelmäßige Hand selten gegen jemanden, der gezielt eine einzelne Karte verbessert.
Ein Beispiel zum Mitdenken
Angenommen, jemand hält nach dem Austeilen 2-4-5-A sowie eine störende Dame. Drei niedrige, verschiedene Karten plus das Ass sind ein sehr guter Start. Die Dame wird abgelegt, eine neue Karte gezogen — fällt dabei eine Drei, ist die Hand mit A-2-3-4-5 sofort das Wheel und damit komplett. Fällt stattdessen eine Sieben, hält man 7-5-4-2-A, eine respektable Sieben-hoch-Hand, mit der viele Spieler bereits pat bleiben. Erst eine doppelte Karte (etwa eine weitere Vier) zwingt zu einem zweiten Tausch.
Position und das Verhalten der Gegner lesen
Wie bei den meisten Pokervarianten ist die Position wertvoll: Wer spät handelt, hat in jeder Setzrunde gesehen, wie viele Karten die anderen getauscht haben, und kann daraus auf deren Handstärke schließen. Tauscht ein früh handelnder Gegner drei Karten und setzt danach trotzdem, ist Vorsicht meist unbegründet; bleibt jemand dagegen von Beginn an pat und erhöht, deutet das auf eine sehr niedrige, fertige Hand hin. Diese Informationen aus den Draws zu kombinieren — die eigene Kartenzahl gegen die der Gegner — ist eine zentrale Fähigkeit in A-5 Lowball und ein wiederkehrendes Thema der allgemeinen Poker-Strategie.
Einsätze und Format
A-5 Triple Draw wird überwiegend als Fixed Limit angeboten. Die Einsätze sind dabei fest vorgegeben: In den ersten beiden Setzrunden gilt der kleine Limit-Betrag, in den späteren Runden der doppelte. Pro Runde sind in der Regel eine Eröffnung und eine begrenzte Zahl von Erhöhungen erlaubt. Das feste Limit hält die Pots kalkulierbar und rückt die Genauigkeit beim Tauschen und Lesen in den Vordergrund, statt große No-Limit-Einsätze zu betonen.
A-5 in Mixed Games
A-5 Triple Draw taucht selten als alleiniges Spiel auf, ist aber ein häufiger Baustein in Mixed Games. Dabei wird in einem Rotationsformat nach einer festen Zahl von Händen die Variante gewechselt, sodass Draw-Lowball, Stud- und Flop-Spiele einander abwechseln. Wer mehrere Varianten beherrscht, ist in solchen Runden im Vorteil, weil die Wertungen — hoch, niedrig oder geteilt — ständig umschalten. Eine Übersicht der gängigen Formen bietet die Hub-Seite Poker-Regeln.
Abgrenzung zu 2-7 Triple Draw
A-5 wird leicht mit 2-7 Triple Draw (Deuce to Seven) verwechselt, denn Ablauf, drei Draws und vier Setzrunden sind identisch. Die Wertung ist jedoch genau umgekehrt:
- Ass: Bei A-5 zählt das Ass niedrig (gut). Bei 2-7 zählt es nur hoch (schlecht), ist also dort die ungünstigste Karte fürs Low.
- Straßen und Flushes: Bei A-5 werden sie ignoriert. Bei 2-7 zählen sie gegen die Hand und verderben ein Low.
- Beste Hand: Bei A-5 ist es das Wheel A-2-3-4-5. Bei 2-7 ist es 2-3-4-5-7 ohne Farbe und ohne Folge, weil dort eine Sieben-hoch-Hand das niedrigste straßen- und flushfreie Ergebnis ist.
Wer beide nebeneinander spielt, sollte sich diese Spiegelung fest einprägen: dieselbe Mechanik, entgegengesetzte Bewertung. Die Details der umgekehrten Variante stehen unter 2-7 Triple Draw.
Typische Anfängerfehler
- Das Ass hoch denken. Aus anderen Varianten gewohnte Reflexe führen dazu, das Ass zu überschätzen oder zu unterschätzen — bei A-5 ist es schlicht die beste Karte.
- Vor Straßen oder Flushes zurückschrecken. A-2-3-4-5 ist die Traumhand, kein Risiko. Wer eine Folge oder Farbe vermeidet, verschenkt die stärkste Wertung.
- Zu viele Karten zu spät tauschen. Wer im dritten Draw noch drei Karten zieht, hat die Hand meist schon verloren. Frühes, gezieltes Tauschen ist entscheidend.
- Paare ignorieren. Eine doppelte Karte zerstört den Wert eines Lows fast immer und wird von jeder paarfreien Hand geschlagen.
Weiterlesen
Die Grundlagen vermittelt Was ist Poker?, einen Variantenüberblick die Seite Poker-Regeln. Die direkt gespiegelte Variante erklärt 2-7 Triple Draw, die Rangfolge der hohen Hände das Hand-Ranking und alle Fachbegriffe das Glossar.
Häufige Fragen
Welche Hand gewinnt bei A-5 Triple Draw?+
Die niedrigste Hand gewinnt. Anders als bei den meisten Pokervarianten ist nicht die höchste, sondern die kleinste Fünf-Karten-Kombination das Ziel. Die beste Hand ist A-2-3-4-5.
Zählt das Ass bei Ace to Five hoch oder niedrig?+
Das Ass zählt ausschließlich niedrig, also wie eine Eins. Dadurch ist es die beste Karte fürs Low und Bestandteil der stärksten möglichen Hand.
Schaden Straßen und Flushes der Hand?+
Nein. In der A-5-Wertung werden Straßen und Flushes ignoriert. A-2-3-4-5 in einer Farbe bleibt das beste Low, obwohl es nominell eine Straße und ein Flush wäre.
Was ist das Wheel bei A-5 Lowball?+
Das Wheel (auch Bicycle) ist die Hand A-2-3-4-5 — die niedrigstmögliche und damit beste Hand bei Ace to Five.
Wie viele Draws gibt es bei Triple Draw?+
Drei. Daher der Name. Zwischen und nach diesen Tauschrunden wird insgesamt viermal gesetzt.
Was bedeutet pat hand oder stehen bleiben?+
Wer mit der bereits ausgeteilten Hand zufrieden ist, tauscht keine Karten und bleibt pat. Das signalisiert eine fertige, oft starke Hand.
Wie unterscheidet sich A-5 von 2-7 Triple Draw?+
Bei 2-7 (Deuce to Seven) zählt das Ass nur hoch, und Straßen sowie Flushes zählen gegen die Hand. Die beste Hand dort ist 2-3-4-5-7. A-5 ist also genau die umgekehrte Wertung.
Mit welchem Einsatzformat wird A-5 gespielt?+
Üblicherweise als Fixed Limit. Die Einsätze sind in jeder Setzrunde fest vorgegeben, in den späteren Runden meist doppelt so hoch wie zu Beginn.
Kommt A-5 in Mixed Games vor?+
Ja. A-5 Triple Draw ist häufig Bestandteil von Mixed Games, in denen mehrere Varianten in einem Rotationsformat nacheinander gespielt werden.
Wie viele Karten erhält man zu Beginn?+
Fünf verdeckte Karten. Während der drei Draws dürfen beliebig viele davon gegen neue Karten getauscht werden.