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2-7 Triple Draw (Deuce to Seven) — Regeln und Ablauf

Deuce to Seven Triple Draw erklärt: drei Tauschrunden, die niedrigste Hand gewinnt, das Ass zählt nur hoch und Straßen wie Flushes schaden der Hand.

Redaktion · ·Aktualisiert 20. Mai 2026 · 9 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Bei 2-7 Triple Draw gewinnt die niedrigste Hand. Über drei Tauschrunden wird getauscht; die beste Hand ist 7-5-4-3-2 ohne Flush und ohne Straße, das Ass zählt nur hoch.

2-7 Triple Draw, auch Deuce to Seven Lowball genannt, ist ein Draw-Spiel mit einer ungewohnten Wertung: Nicht die höchste, sondern die niedrigste Hand gewinnt. Jede teilnehmende Person erhält fünf verdeckte Karten und darf diese in drei Tauschrunden verbessern. Die Variante ist anspruchsvoll, folgt aber klaren Regeln. Diese Seite erklärt die Wertung, den vollständigen Ablauf und die Abgrenzung zu verwandten Lowball-Spielen.

Anders als bei den weit verbreiteten Gemeinschaftskarten-Spielen gibt es bei 2-7 keine offen liegenden Karten in der Tischmitte. Alle Informationen über die gegnerischen Hände stammen aus dem Tauschverhalten und den Einsätzen — das macht die Variante zu einem stark beobachtungsgetriebenen Spiel. Sie zählt zu den klassischen Mixed-Game-Formaten und ist fester Bestandteil von Spielmischungen wie dem bekannten Acht-Spiele-Mix.

Die Wertung — niedrig gewinnt, aber mit Tücken

Der Kern von Deuce to Seven ist die umgekehrte Rangfolge: Die beste Hand ist die, die nach dem normalen Hand-Ranking am schwächsten wäre. Wer das hohe Ranking verinnerlicht hat, muss hier umdenken. Drei Besonderheiten machen die Wertung eigen:

  • Das Ass zählt nur hoch. Ein Ass ist für eine niedrige Hand schlecht, weil es die höchste Karte ist. Wer ein Ass behält, verschlechtert sein Low.
  • Straßen schaden. Eine Folge wie 6-5-4-3-2 ist eine Straße und damit eine schlechte Hand, kein gutes Low.
  • Flushes schaden. Fünf Karten derselben Farbe bilden einen Flush und zählen ebenfalls gegen die Hand.

Daraus folgt die bestmögliche Hand: 7-5-4-3-2, und zwar in gemischten Farben, damit weder ein Flush noch eine Straße entsteht. Diese Hand wird auch „Number One” genannt und gibt der Variante ihren Namen. Eine niedrige Hand wird von der höchsten Karte her gelesen: 7-5-4-3-2 schlägt 7-6-4-3-2, weil die zweithöchste Karte niedriger ist. Liegen die oberen Karten gleich, entscheidet die jeweils nächste Karte.

Hinweis Ein verbreiteter Anfängerfehler ist es, eine niedrig aussehende Folge wie 5-4-3-2-A für stark zu halten. Tatsächlich ist sie doppelt belastet: Das Ass zählt hoch und die fünf Karten bilden zugleich eine Straße. Eine ungeordnete Hand wie 9-7-5-3-2 ist deutlich besser.

Der Ablauf Schritt für Schritt

2-7 Triple Draw wird mit Blinds gespielt und folgt einem festen Rhythmus aus Setzrunden und Draws. Insgesamt gibt es vier Setzrunden und drei Tauschrunden.

Blinds und Deal

Wie bei Texas Hold’em setzen Small Blind und Big Blind zu Beginn, und der Button rotiert nach jeder Hand. Anschließend erhält jede Person fünf verdeckte Karten. Es gibt keine Gemeinschaftskarten — alle Karten gehören zur eigenen, verdeckten Hand.

Erste Setzrunde

Nach dem Austeilen folgt die erste Setzrunde. Beginnend links vom Big Blind kann jede Person passen, mitgehen oder erhöhen. Wer aussteigt, gibt seine Karten ab und ist aus der Hand.

Erster Draw

Jetzt folgt der erste der drei Draws. Reihum darf jede verbliebene Person beliebig viele Karten tauschen — von keiner einzigen bis zu allen fünf. Wer keine Karte tauscht, bleibt stehen und spielt eine sogenannte Pat-Hand. Die abgelegten Karten werden durch neue vom Stapel ersetzt.

Zweite Setzrunde und zweiter Draw

Nach dem ersten Draw folgt die zweite Setzrunde, dann der zweite Draw nach demselben Muster. Mit jedem Tausch wird sichtbarer, wie weit eine Hand fertig ist: Wer von vielen getauschten Karten zu keinem Tausch übergeht, signalisiert eine sich verbessernde Hand.

Dritte Setzrunde, dritter Draw und finale Setzrunde

Es folgen die dritte Setzrunde, der dritte und letzte Draw sowie die abschließende vierte Setzrunde. Spätestens jetzt sollten die Hände komplett sein.

Showdown

Sind nach der letzten Setzrunde noch mindestens zwei Personen im Spiel, kommt es zum Showdown. Die niedrigste Hand nach der Deuce-to-Seven-Wertung gewinnt den Pot. Wer zuletzt gesetzt oder erhöht hat, zeigt zuerst.

Pat-Hände, Stehenbleiben und Snowing

Die Entscheidung, ob getauscht oder stehengeblieben wird, ist das taktische Herzstück der Variante. Eine fertige, niedrige Hand — etwa ein gutes Achter- oder Neuner-Low — wird oft als Pat-Hand gehalten, weil ein Tausch sie nur gefährden würde. Das Stehenbleiben ist für alle am Tisch sichtbar und sendet damit eine klare Botschaft: Hier liegt vermutlich eine komplette Hand.

Genau diese Sichtbarkeit lässt sich ausnutzen. Beim Snowing bleibt eine Person mit einer schwachen oder unfertigen Hand stehen und täuscht so eine starke Pat-Hand vor. Wirkt der Bluff, geben Gegnerinnen und Gegner mit mittelmäßigen Händen womöglich auf, statt es auf einen Showdown ankommen zu lassen. Snowing funktioniert besonders dann, wenn man bereits früh stehengeblieben ist und das Einsatzverhalten zur erzählten Geschichte passt. Weitere Begriffe rund um Draw-Spiele finden sich im Glossar.

Limit und Pot Limit

2-7 Triple Draw wird üblicherweise als Fixed Limit oder als Pot Limit gespielt. Bei Fixed Limit sind die Einsätze fest vorgegeben, oft in einer niedrigen und einer höheren Stufe für die früheren beziehungsweise späteren Setzrunden. Bei Pot Limit entspricht der Höchsteinsatz der aktuellen Pot-Größe, was deutlich größere Pots und mehr Druck in den späten Runden erzeugt. Die Wahl der Einsatzstruktur ändert nichts an Wertung und Ablauf, beeinflusst aber stark, wie aggressiv gespielt wird.

Abgrenzung zu A-5 Triple Draw

Eng verwandt, aber nicht identisch ist A-5 Triple Draw (Ace to Five). Der Ablauf mit drei Draws und vier Setzrunden ist derselbe, doch die Wertung unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten:

  • Das Ass zählt niedrig. Bei A-5 ist das Ass die niedrigste Karte und damit gut fürs Low.
  • Straßen und Flushes schaden nicht. Sie werden bei der niedrigen Hand schlicht ignoriert.

Daraus folgt eine andere beste Hand: Bei A-5 ist A-2-3-4-5 (das „Wheel”) das ideale Low, während es bei 2-7 wegen des hohen Asses und der Straße eine eher schwache Hand wäre. Die ausführlichen Regeln dazu stehen unter Ace to Five Triple Draw. Wer beide Varianten spielt, muss vor allem die Rolle des Asses sauber auseinanderhalten.

Wie viele Karten halten?

Eine zentrale Frage in jeder Tauschrunde lautet, wie viele Karten gehalten werden. Wer mit drei guten niedrigen Karten startet, tauscht in der Regel zwei aus und versucht, daraus eine fertige Hand zu bilden. Wer nur zwei brauchbare Karten hat, muss drei tauschen — eine deutlich schwächere Ausgangslage, die mit jeder weiteren Runde an Wert verliert, wenn sich die Hand nicht verbessert. Eine Faustregel vieler erfahrener Spielender lautet, niemals eine Karte über Sieben zu halten, sofern es sich vermeiden lässt, denn jede hohe Karte gefährdet ein konkurrenzfähiges Low. Mit jeder der drei Draws schrumpft die verbleibende Zeit, eine unvollständige Hand zu retten, weshalb späte Tausche von vier oder gar fünf Karten ein deutliches Warnsignal sind.

Strategische Grundgedanken

Gute Starthände bei 2-7 enthalten niedrige, ungeordnete Karten ohne Ass und ohne Straßen- oder Flush-Tendenz. Zwei oder drei kleine Karten wie 2, 3 und 7 sind ein brauchbarer Ausgangspunkt, weil sie Spielraum für ein starkes Low lassen. Mit drei Draws ist genug Zeit, eine Hand zu vervollständigen — entscheidend ist, nicht zu viele Karten gehalten zu haben, die später zur Last werden. Die Position am Tisch ist wertvoll, weil man die Tausch-Entscheidungen der anderen beobachten kann, bevor man selbst zieht. Aus dem Tauschverhalten lassen sich Rückschlüsse auf die gegnerischen Hände ziehen: Wer in der letzten Runde noch zwei Karten zieht, hat seine Hand vermutlich nicht fertig, während ein frühes Stehenbleiben eine starke Pat-Hand andeutet — oder einen geschickten Bluff. Wegen der drei Tauschrunden eignet sich die Variante vor allem für Tische mit etwa sechs Personen, damit das Deck nicht knapp wird. Allgemeine Prinzipien dazu liefert die Seite Poker-Strategie.

Weiterlesen

Die Grundlagen erklärt Was ist Poker?, eine Übersicht über alle Varianten bietet die Seite Poker-Regeln. Die Rangfolge der Hände — die hier gedanklich umgekehrt wird — steht unter Hand-Ranking. Die nah verwandte Variante mit niedrigem Ass behandelt Ace to Five Triple Draw.

Häufige Fragen

Was bedeutet 2-7 Triple Draw?+

Es ist ein Draw-Spiel, bei dem die niedrigste Hand gewinnt. Jede teilnehmende Person erhält fünf verdeckte Karten und darf in drei Tauschrunden Karten austauschen. Die Wertung folgt der Deuce-to-Seven-Regel.

Welche Hand gewinnt bei Deuce to Seven?+

Die niedrigste Fünf-Karten-Hand gewinnt. Die bestmögliche Hand ist 7-5-4-3-2 ohne Flush und ohne Straße. Aus dieser besten Hand leitet sich auch der Name der Variante ab.

Wie zählt das Ass bei 2-7?+

Das Ass zählt ausschließlich hoch. Für eine niedrige Hand ist ein Ass damit schlecht, denn es ist die höchste Karte und verschlechtert das Low.

Schaden Straßen und Flushes der Hand?+

Ja. Anders als bei vielen anderen Lowball-Spielen zählen Straßen und Flushes bei 2-7 gegen die Hand und machen sie schlechter. Genau deshalb ist 7-5-4-3-2 in unterschiedlichen Farben die beste Hand.

Wie viele Setzrunden gibt es?+

Es gibt vier Setzrunden: eine vor dem ersten Draw und je eine nach jedem der drei Draws. Dazwischen liegen die drei Tauschrunden.

Wie viele Karten darf man tauschen?+

In jeder Tauschrunde dürfen beliebig viele Karten getauscht werden, von keiner einzigen bis zu allen fünf. Wer keine Karte tauscht, bleibt stehen und spielt eine Pat-Hand.

Was ist eine Pat-Hand?+

Eine Pat-Hand ist eine komplette niedrige Hand, mit der eine Person stehen bleibt und nicht mehr tauscht. Typischerweise sind das fertige Achter- oder Neuner-Lows oder besser.

Was bedeutet Snowing?+

Snowing ist ein Bluff, bei dem mit einer schwachen oder unfertigen Hand stehengeblieben wird, um eine starke Pat-Hand vorzutäuschen. Die Stärke kommt dabei allein aus dem Verzicht auf den Tausch und dem Einsatzverhalten.

Wird 2-7 mit Limit oder Pot Limit gespielt?+

Üblich sind Fixed Limit und Pot Limit. Bei Pot Limit entspricht der Höchsteinsatz der aktuellen Pot-Größe, bei Fixed Limit sind die Einsätze fest vorgegeben.

Worin liegt der Unterschied zu A-5 Triple Draw?+

Bei A-5 Triple Draw zählt das Ass niedrig und Straßen sowie Flushes schaden der Hand nicht. Die beste Hand ist dort A-2-3-4-5. Bei 2-7 zählt das Ass hoch und Straßen wie Flushes verschlechtern die Hand.