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Kill Game — Regeln zum Kill-Pot und Kill-Blind

Was ein Kill Game ist: keine eigene Variante, sondern eine Zusatzregel, die nach einem großen Pot oder zwei Siegen in Folge die Einsätze verdoppelt.

Redaktion · ·Aktualisiert 20. Mai 2026 · 9 Min. Lesezeit
Kurz erklärt

Beim Kill Game verdoppelt sich der Einsatz für die nächste Hand, sobald jemand einen großen Pot oder zwei Hände in Folge gewinnt. Der Killer postet dafür einen erhöhten Kill-Blind.

Der Begriff „Kill Game” verwirrt viele Einsteiger, weil er nach einer eigenen Spielform klingt. Tatsächlich ist ein Kill keine eigenständige Pokervariante, sondern eine Zusatzregel — ein Aufschlag, der auf ein bestehendes Spiel aufgesetzt wird. Häufig betrifft das Limit-Spiele wie Omaha Hi/Lo oder Seven Card Stud, gelegentlich auch Texas Hold’em. Die Karten werden dabei ganz normal weitergespielt; allein die Einsatzstufe steigt für eine Hand. Diese Seite erklärt, wann ein Kill ausgelöst wird, was Full Kill und Half Kill bedeuten und wie der Kill-Blind funktioniert.

Was ein Kill auslöst

Ein Kill greift nicht zufällig, sondern an eine klar definierte Bedingung. Vor dem Spiel legt das Casino fest, welcher der beiden gängigen Auslöser gilt:

  • Pot-Kill (Pot-Größen-Kill): Ein Kill wird ausgelöst, sobald ein Spieler einen besonders großen Pot gewinnt — genauer: sobald der Pot eine vorher festgelegte Schwelle erreicht oder überschreitet. Diese Schwelle ist oft ein Vielfaches des großen Blinds oder ein fester Betrag. Manchmal ist von einem „leg up” die Rede, wenn ein Spieler an diese Schwelle heranreicht.
  • Hand-Kill (zwei Siege in Folge): Hier wird der Kill ausgelöst, wenn ein Spieler zwei Pots hintereinander gewinnt. Diese Form ist besonders bei Hi/Lo-Spielen verbreitet, wo ein „Scoop” — also das Gewinnen beider Pot-Hälften — oft als ein voller Sieg gewertet wird.

In beiden Fällen gilt: Der Auslöser betrifft immer die nächste Hand, nicht die gerade beendete. Der Gewinner spielt also zunächst seinen Pot ganz normal aus; erst danach tritt der Kill in Kraft.

Full Kill und Half Kill

Die Wirkung eines Kills ist eine Anhebung des Einsatzlimits für die kommende Hand. Wie stark angehoben wird, unterscheidet zwei Spielarten:

  • Full Kill: Das Einsatzlimit verdoppelt sich. Wird ein Spiel zum Beispiel mit Limits von 10/20 gespielt, gilt für die Kill-Hand 20/40.
  • Half Kill: Das Einsatzlimit steigt auf das Anderthalbfache. Aus 10/20 wird damit 15/30.

Beide Anhebungen gelten ausschließlich für eine einzige Hand. Danach kehrt der Tisch zum normalen Limit zurück — es sei denn, die Kill-Hand löst selbst wieder einen Kill aus. Welche der beiden Formen am Tisch gilt, ist eine feste Hausregel und wechselt während einer Cashgame-Session nicht.

Hinweis Ein Kill verdoppelt die Einsätze, nicht die Karten oder den Spielablauf. Setzrunden, Showdown und die Pot-Aufteilung laufen exakt so wie ohne Kill — nur teurer.

Der Kill-Button und der Kill-Blind

Damit das erhöhte Limit auch finanziert wird, kommt ein zusätzlicher Pflichteinsatz ins Spiel. Der Gewinner der auslösenden Hand wird zum Killer. Er erhält den Kill-Button, eine kleine Markierung, die kenntlich macht, dass die nächste Hand unter Kill-Bedingungen läuft.

Vor dem Austeilen der nächsten Hand muss der Killer den Kill-Blind posten — einen zusätzlichen Pflichteinsatz, der meist dem neuen, erhöhten Limit entspricht. Dieser Betrag liegt zusätzlich zu den normalen Blinds (oder bei Stud zu den Antes und dem Bring-in) im Pot. Der Killer bringt damit schon vor dem Verteilen der Karten erhöhtes Geld ein und ist in der kommenden Hand entsprechend stärker engagiert.

Wichtig ist die Rollenverteilung: Der Killer hat keine Sonderrechte. Er darf nicht früher oder später handeln als sonst und gewinnt durch den Kill nichts. Er trägt allein die Pflicht zum erhöhten Einsatz. Da er bereits Geld im Pot hat, ist er häufig faktisch zum Mitgehen gezwungen, wenn er weiterspielen will — schon deshalb, weil ein Aufgeben den vorgelegten Kill-Blind kostet.

Wie eine Kill-Hand abläuft

Der eigentliche Reiz des Kills liegt darin, dass am Tisch sonst nichts anders ist. Der Ablauf einer Kill-Hand folgt Schritt für Schritt dem normalen Spiel:

  1. Auslöser feststellen. Nach einem Pot wird geprüft, ob die Kill-Bedingung erfüllt ist — also ob der Pot die Schwelle erreicht hat (Pot-Kill) oder ob derselbe Spieler zwei Pots in Folge gewonnen hat (Hand-Kill).
  2. Kill-Button vergeben. Der Gewinner erhält den Kill-Button und ist damit als Killer markiert.
  3. Kill-Blind posten. Der Killer legt vor dem Austeilen seinen zusätzlichen Pflicht- einsatz in Höhe des erhöhten Limits vor.
  4. Karten austeilen und spielen. Die Hand wird ganz normal ausgeteilt und gespielt — nur dass alle festen Einsätze auf dem erhöhten Limit (doppelt bzw. anderthalbfach) liegen.
  5. Showdown und Auszahlung. Pot, Split und Rangfolge funktionieren wie sonst. Die Bewertung folgt weiterhin dem normalen Hand-Ranking der jeweiligen Variante.

Löst diese Hand erneut einen Kill aus, beginnt der Kreislauf von vorn — es kann also mehrere Kills hintereinander geben, sodass die Einsätze über mehrere Hände oben bleiben. Bleibt der Auslöser aus, fällt der Tisch zurück auf das Grundlimit.

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Reihenfolge der Pflichteinsätze. Der Kill-Blind ersetzt die normalen Blinds nicht, sondern tritt zu ihnen hinzu. In der Kill-Hand liegen also der kleine Blind, der große Blind und der vom Killer vorgelegte Kill-Blind gemeinsam im Pot, bevor überhaupt eine Karte gesehen wurde. Die Setzreihenfolge bleibt dabei an den Positionen festgemacht — der Kill-Blind verändert nicht, wer zuerst handelt, sondern nur, wie viel Geld bereits eingebracht ist. Bei Stud-Spielen, die ganz ohne Blinds auskommen, liegt der Kill-Blind entsprechend zusätzlich zu den Antes und dem Bring-in.

Pot-Kill gegen Hand-Kill — der Unterschied in der Praxis

Beide Auslöser verfolgen dasselbe Ziel: nach einer starken Hand mehr Action an den Tisch zu bringen. Sie wirken aber unterschiedlich. Der Pot-Kill belohnt schlicht die Größe des Pots — wer einen entsprechend dicken Pot einsammelt, löst den Kill aus, unabhängig davon, ob es sein erster oder zehnter Sieg des Abends ist. Der Hand-Kill dagegen zielt auf eine Serie: Erst der zweite Sieg in Folge zündet den Kill. Bei Hi/Lo-Spielen wie Omaha Hi/Lo, wo ein Scoop beide Pot-Hälften abräumt, gilt ein solcher Doppelsieg schnell als Auslöser.

Welcher Mechanismus läuft, ist eine reine Hausregel und sollte vor dem Setzen klar sein. Wer sich an einen unbekannten Limit-Tisch setzt, fragt im Zweifel nach, ob überhaupt mit Kill gespielt wird und ob es ein Full oder Half Kill ist — denn die Differenz zwischen doppeltem und anderthalbfachem Limit entscheidet über die Höhe der nächsten Einsätze.

Ein weiterer praktischer Punkt betrifft die Schwelle beim Pot-Kill. Sie ist so gewählt, dass nicht jeder gewonnene Pot einen Kill auslöst, sondern nur ein deutlich überdurchschnittlicher. Liegt die Schwelle etwa beim Zwanzigfachen des kleinen Blinds, so zünden Standardpots keinen Kill; erst ein Pot, an dem mehrere Spieler bis zum River beteiligt waren, erreicht sie. Beim Hand-Kill spielt die Pot-Größe dagegen keine Rolle — hier zählt allein die Serie. Zwei kleine Pots in Folge können dort einen Kill auslösen, während ein einzelner Riesenpot es nicht tut. Beide Systeme greifen also auf unterschiedliche Weise, und welches am Tisch gilt, verändert spürbar, wie oft das Limit hochschnellt.

Wo Kill Games vorkommen

Kill-Regeln sind vor allem in Casino-Limit-Cashgames verbreitet. Klassisch sind sie bei Seven Card Stud und Omaha Hi/Lo, treten aber auch bei Limit Hold’em auf. In No-Limit- oder Pot-Limit-Formaten ergibt ein Kill wenig Sinn, weil dort keine festen Limits existieren, die man verdoppeln könnte — die Einsätze sind ohnehin frei wählbar. Der Kill ist daher ein typisches Element der Fixed-Limit-Welt.

Für die Spielenden bedeutet ein Kill, dass eine einzelne Hand deutlich teurer werden kann als der Rest der Session. Wer das Bankroll-Management ernst nimmt, sollte das erhöhte Limit einkalkulieren, bevor er sich an einen Kill-Tisch setzt. Strategisch verschiebt der Kill die Erwartungswerte einzelner Hände, ohne die Poker-Strategie der Grundvariante außer Kraft zu setzen: Es bleibt dasselbe Spiel, nur mit höherem Einsatz.

Weiterlesen

Den Überblick über alle Formate liefert die Seite Poker-Regeln. Die hier genannten Kill-Spiele sind im Detail unter Omaha Hi/Lo und Seven Card Stud beschrieben. Begriffe wie Blind, Button, Scoop oder Bring-in erklärt das Glossar, die Rangfolge der Hände das Hand-Ranking.

Häufige Fragen

Ist ein Kill Game eine eigene Pokervariante?+

Nein. Ein Kill Game ist keine eigenständige Variante, sondern eine Zusatzregel, die auf ein bestehendes Spiel wie Omaha Hi/Lo, Seven Card Stud oder Hold'em aufgesetzt wird. Die Karten werden ganz normal gespielt — nur die Einsatzstufe ändert sich.

Was löst einen Kill aus?+

Ein Kill wird ausgelöst, wenn ein Spieler einen besonders großen Pot gewinnt (Pot-Kill ab einer festgelegten Schwelle) oder wenn er zwei Pots in Folge gewinnt (Hand-Kill, oft bei Hi/Lo-Spielen). Welcher Auslöser gilt, legt das Casino vor dem Spiel fest.

Was ist der Unterschied zwischen Full Kill und Half Kill?+

Bei einem Full Kill verdoppelt sich das Einsatzlimit für die nächste Hand. Bei einem Half Kill steigt es auf das Anderthalbfache. Beide gelten nur für eine einzige Hand.

Was ist der Kill-Blind?+

Der Kill-Blind ist ein zusätzlicher Pflichteinsatz, den der Killer vor der nächsten Hand postet. Er entspricht meist dem neuen, erhöhten Limit und liegt zusätzlich zu den normalen Blinds oder Antes im Pot.

Wer muss das Kill-Geld posten?+

Der Gewinner der auslösenden Hand — der sogenannte Killer. Er erhält den Kill-Button und legt den Kill-Blind vor, bevor die Karten der nächsten Hand verteilt werden.

Wie hoch ist die Pot-Schwelle für einen Kill?+

Das hängt vom Tisch ab. Üblich ist ein Vielfaches des großen Blinds oder ein fester Betrag. Erst wenn der Pot diese Schwelle erreicht oder überschreitet, wird der Kill für die nächste Hand ausgelöst.

Ändert ein Kill die Spielregeln der Hand?+

Nein. Geteilt, gesetzt, gecallt und gefoldet wird genau wie sonst. Bei einem Limit-Spiel verdoppeln sich lediglich die festen Einsatzhöhen für diese eine Hand.

Wo trifft man Kill Games an?+

Vor allem in Casino-Limit-Cashgames, häufig bei Omaha Hi/Lo und Seven Card Stud, gelegentlich auch bei Limit Hold'em. Sie sollen die Action erhöhen, nachdem ein großer Pot entschieden wurde.

Was passiert nach der Kill-Hand?+

Wird die Kill-Hand nicht erneut ein Auslöser, kehrt der Tisch zum normalen Limit zurück. Löst die Kill-Hand selbst wieder einen Kill aus, bleibt das erhöhte Limit für die nächste Hand bestehen.

Kann es mehrere Kills nacheinander geben?+

Ja. Gewinnt der Killer auch die nächste, bereits erhöhte Hand groß genug, kann erneut ein Kill ausgelöst werden. So bleiben die Einsätze über mehrere Hände hinweg oben.